Mit Sicherheit Usedom

09.06.2021, von Marika Borowski

Mit Sicherheit Usedom!

Gut sieben Monate saßen wir auf unserer Insel fest – ohne Gäste, ohne Tourismus, ohne Perspektive. Eine harte Zeit, die sowohl den Betrieben wie auch ihren Mitarbeitern viel abverlangte. Damit meine ich nicht nur die direkt im Tourismus tägigen Unternehmen, sondern auch die vielen kleinen Betriebe wie Restaurants, Cafés, Bäckereien, Gärtnereien und viele, viele mehr, die auch indirekt mit dem Tourismus auf der Insel verbunden sind.

Nun ist der Zeitpunkt gekommen, dass wir endlich wieder Gäste auf der Insel willkommen heißen dürfen! Seit dem 28.05.21 ist der Tourismus innerhalb von Mecklenburg-Vorpommern für einheimische Gäste sowie dem 04.06.21 für Gäste aus allen anderen Bundesländern erlaubt. Ab dem 11.06.21 dann auch der gesamte Tagestourismus.

Hohe Sicherheits- und Hygienekonzepte zum Schutz von Gästen, Einwohnern und Mitarbeitern stehen dabei an oberster Stelle.

Hygiene- und Sicherheitskonzepte auf Usedom

Da ich selbst in einem familiengeführten Hotelunternehmen als Sales Managerin arbeite, möchte ich heute ein wenig aus dem Nähkästchen plaudern. Ich treffe mich mit meiner Kollegin Ann-Kathrin Günther vor unserem Meeressterne-Büro beim Forsthaus Damerow. Ein Wiedersehen nach langer Zeit, denn wir arbeiten seit November letzten Jahres beide im Home-Office. Anni ist Marketing Managerin der Meeressterne GmbH und hat den Geschäftsführer Dr. Sven-Olaf Gerdt bei der Ausarbeitung des Hygiene- und Sicherheitskonzepts für alle Meeressterne-Häuser unterstützt. Seitdem mit Beginn des ersten Lockdowns abzusehen war, dass das Coronavirus nicht spurlos an uns allen vorbeigehen wird, haben sie sich Gedanken über die Ausarbeitung eines Konzeptes gemacht und über einige Wochen viel Arbeit und Mühe investiert. Dabei legten sie immer den Fokus darauf, auf alle denkbaren Szenarien reagieren zu können und immer so vorbereitet zu sein, dass einer schnellen Öffnung der Meeressterne-Häuser nichts mehr im Wege stünde, sobald dies eben möglich werden würde. Dabei spielten die guten Kontakte zu Wissenschaftlern und der bundesweiten Tourismusbranche eine sehr wichtige Rolle. Beide haben bei der Ausarbeitung des Konzeptes immer probiert, vom Kleinen ins Große zu blicken – wie ist der Status Quo in jedem einzelnen Bereich und jeder Abteilung, in jedem einzelnen Haus. Dabei spielte auch immer die menschliche Sichtweise eine große Rolle, unseren Gästen und auch den Mitarbeitern und Kollegen gegenüber. Anhand dessen wurden ein Leitfaden und ein Konzept erarbeitet und immer wieder neu überarbeitet, da gefühlt täglich Änderungen und neue Verordnungen hinzukamen.

Wir waren und sind in jedem Fall vorbereitet: Alle öffentlichen Bereiche sind mit Plexiglasscheiben, Abstandshaltern, Desinfektionsspendern und einem Lüftungskonzept ausgestattet. Diese Vorbereitungen führten dazu, dass wir zu keinem Zeitpunkt durch Bestell- und Lieferschwierigkeiten zurückgeworfen wurden. In jedem einzelnen Bereich stand das Konzept, so auch in den Restaurants und im Wellnessbereich. Hier gab es leider auch negative Resonanz. Durch die Maskenpflicht, die langen Wartezeiten sowie die Terminvergabe und Vorreservierungen fühlten sich einige Gäste in ihrer Flexibilität stark eingeschränkt. Wir haben täglich über Alternativen nachgedacht, um unseren Gästen einen angenehmen Aufenthalt gestalten zu können. Das Fazit lautet jedoch heute noch: Alle müssen sich an die Regeln halten! Das hört sich sehr strikt und ernst an – ist es auch. Durch das Nichteinhalten der Regeln werden andere gefährdet. Niemand möchte jemandem zu nahetreten oder zurechtweisen müssen – ganz im Gegenteil. Wir alle wollen und müssen unter diesen Bedingungen unser Bestes geben, um unseren Gästen einen einzigartig schönen und sicheren Urlaub zu bieten. Dies sollte uns stets und ständig bewusst sein, auch dann, wenn nicht immer alles sofort rund läuft. Eine weitere Schwierigkeit bestand auch darin, dass das Konzept für alle Mitarbeiter verständlich geschrieben werden musste. Die vielen Verordnungen sind kompliziert und teilweise verwirrend. Unser Konzept hat sich auch sehr positiv auf einige Bereiche ausgewirkt. Insbesondere, was die Nachhaltigkeit betrifft. Da der Wellnessbereich zum Beispiel nur nach Terminvergabe genutzt werden kann, wurde dadurch der Handtuchverbrauch stark reduziert. Es wurden über neue Putz- und Desinfektionsmittel nachgedacht und auch dort ausprobiert, bis ein nachhaltiges und sicheres Produkt gesiegt hat. Auch die Zimmerreinigung in den Hotels wird nicht mehr täglich während des Aufenthaltes, sondern nur auf Wunsch des Gastes durchgeführt. In den kleinen Häusern werden wir auch „nach Corona“ den Teller-Frühstücks-Service beibehalten. Hierbei steht auch immer die Qualitätskontrolle im Vordergrund. Das Konzept bleibt grundsätzlich bestehen. Olaf und Anni werden sich zusammen mit den Hoteldirektorinnen weiterhin Gedanken machen, wie man dies noch einfacher für den Gast und auch für den Mitarbeiter umsetzen und gestalten kann.

Corona-Testzentren auf Usedom

In diesem Jahr kommt neu hinzu:

Anreisen dürfen Personen, die über einen tagesaktuellen negativen COVID-19-Test (max. 24 Stunden alt) verfügen oder vollständig geimpft sind (die zweite Impfung muss mindestens 2 Wochen zurückliegen, Nachweis: Impfpass) oder genesen sind (Covid-Erkrankung muss mindestens vier Wochen und längstens sechs Monate zurückliegen, Nachweis: schriftlicher Genesenennachweis).

Aber das soll dich überhaupt nicht am Urlaub hindern. Für mich ist das regelmäßige Testen tatsächlich schon zur Routine geworden, denn nicht nur du als Gast, sondern auch wir als Arbeitnehmer lassen uns regelmäßig testen. Die SEETELHOTELS haben in diesem Zuge auf Usedom bereits seit letztem Oktober das erste private Corona-Testzentrum initiiert und in Zusammenarbeit mit der Firma CENTOGENE aus Rostock in Bansin eröffnet. Hier kann sich jeder freiwillig auf das Coronavirus testen lassen – sei es mit einem PCR-Test und auch mit einem Antigen-Schnelltest. Auch an der polnischen Grenze hat ein weiteres Testzentrum eröffnet, um hier den Grenzverkehr besser regeln zu können. Darüber hinaus sind Antigen-Selbsttests unter Aufsicht möglich. Das Best Western Hotel Hanse Kogge in Koserow bietet bereits seit dem zweiten Lockdown diese Antigen-Schnelltests an. Hier hatten die Menschen schon vor Weihnachten die Möglichkeit, sich testen zu lassen, um mit einem sicheren Gefühl ihre Familien besuchen zu können. Ich mache mich auf den Weg dorthin, um mehr darüber zu erfahren. Ich frage nach, wie überhaupt die Idee entstanden ist, ein Schnelltestzentrum in kurzer Zeit auf die Beine zu stellen. Angefangen hatte es tatsächlich damit, dass die Mitarbeiter und Kollegen von der polnischen Seite der Insel Usedom für das Überqueren der Grenze einen Corona-Negativtest benötigen. Also sorgten auch die Inhaber des Hotels, Familie Raffelt, vor und entschied sich für ein eigenes Testzentrum. Aktuell werden hier Testungen an Berufspendler und auch Personen, die zum Beispiel ihre Familienmitglieder in Pflegeheimen besuchen möchten, durchgeführt.

Mit vereinten Kräften haben die touristischen Verbände, Kommunen und Ämter der Insel Usedom die letzten Wochen genutzt, den langersehnten Saisonstart vorzubereiten. Zahlreiche über die ganze Insel verteilte Testzentren ermöglichen, dass ihr euch in allen Seebädern und weiteren Orten auf der Insel ohne größere Wartezeiten testen lassen könnt. Bereits auf den Zufahrten B110 in Mellenthin und B111 in Hohendorf bei Wolgast stehen Drive-In-Testzentren zur Verfügung. Auch hier könnt ihr euch noch einen aktuellen Negativtest besorgen, der für das Einchecken in der Unterkunft nötig ist.

Alle Testzentren im Überblick findet ihr auf der Seite des Tourismusverbandes Insel Usedom e.V.

In einigen Testzentren ist eine Online-Anmeldung notwendig unter www.testzentrum-usedom.de Auf dem Online-Portal wählst du zunächst deinen Termin und buchst diesen verbindlich – anschließend erhältst du eine Bestätigung per E-Mail mit integriertem QR Code, welcher als Authentifizierung innerhalb von 1 Sekunde alle Formalien vor Ort erledigt, sodass der reine Test in wenigen Sekunden vor Ort abläuft. Das Ergebnis wird im Anschluss nach ca. 15-20 Minuten ebenfalls per Mail übersandt. Bei einem positiven Ergebnis besteht natürlich die Meldepflicht beim Gesundheitsamt sowie eine umgehende häusliche Quarantäne und ein weiterer PCR-Test.

Weitere Informationen findest du außerdem auf der Seite: www.usedom.de/corona

Mehr Sicherheit im Urlaubsland

Mein Ergebnis war im Übrigen negativ. Sorgenfrei mache ich mich also auf den Weg zur Kurverwaltung Koserow. Hier erzählt mir Kurdirektorin Nadine Riethdorf, dass auch die Kurverwaltungen auf Usedom bereits nach dem ersten Lockdown Vermieterschulungen veranstalten und sehr detaillierte Handouts für die privaten Ferienanbieter erarbeitet haben. Diese beinhalten die aktuelle Landesverordnung, Hygiene- und Sicherheitsstandards, Online-Ausstellung von Kurkarten, Tipps im Umgang mit der Kurtaxe sowie den zusätzlichen Service in den Kurverwaltungen. Die Kurverwaltung Koserow führte außerdem als erste kommunale Einrichtung auf Usedom die Basis-Variante des TMV-Siegels „Mehr Sicherheit im Urlaubsland“ ein. Dies garantiert, dass die Schutzstandards sowie die aktuelle gesetzliche Verordnung umgesetzt werden und der Pandemie- und Notfallplan vorhanden ist. Frau Riethdorf erklärt mir, wie sich eigentlich fast jeder Betrieb auf der Seite: https://mv-gegen-corona.de für diese Siegel anmelden kann. Es ist tatsächlich ganz simpel und mittlerweile gibt es in MV rund 750 teilnehmende Betriebe, davon aktuell rund 70 auf Usedom. Auf einer Karte kannst du erkennen, welche Unternehmen bereits teilnehmen. Nadine Riethdorf ist darüber hinaus auch Vorsitzende des Tourismusverbandes Insel Usedom und hat dementsprechend auch noch ein Rundschreiben entworfen, um weitere Unternehmen auf Usedom für diese Sicherheitssiegel begeistern zu können. Für das Basissiegel kann sich so gut wie jedes Unternehmen anmelden, da diese Sicherheits- und Schutzmaßnahmen bereits seit den Öffnungen nach dem ersten Lockdown jeder vorweisen muss. Darüber hinaus kann jeder frei wählen, ob er sogar die Bedingungen für ein Basissiegel + oder ++ erfüllen kann. Diese Siegel bieten ein zusätzliches Sicherheitsgefühl, nicht nur für unsere Gäste, sondern auch für die Mitarbeiter und Inselbewohner, welche nicht im Tourismus arbeiten.

Frau Riethdorf wies auch auf die Luca-App hin. Diese App hilft in der Kontaktnachverfolgung und entbehrt die ganze Zettelwirtschaft. Mecklenburg-Vorpommern führte die Luca-App als gesamtes Bundesland ein. Im Einzelhandel können wir wieder ohne Terminvergabe und Testungen shoppen gehen. Dies habe natürlich schon ausprobiert. Im Kaufhaus Stolz in Koserow zum Beispiel gibt es ein Ampelsystem. Rot bedeutet: Bitte kurz warten! Gelb bedeutet: Nur noch wenige Plätze frei! Und grün bedeutet: Bitte einzeln eintreten! Die Maskenpflicht bleibt natürlich bestehen, dafür kannst du dich aber ganz bequem mit der bereits erwähnten Luca-App einchecken, wo du dich eben nur einmal registrieren musst.

In den Lebensmittelgeschäften werden weiterhin die bekannten Regeln gelten: Kein Zutritt ohne Einkaufswagen! Auch dann nicht, wenn du nur schnell eine Flasche Wasser kaufen möchtest. Nur so kann gewährleistet werden, dass sich nicht zu viele Kunden gleichzeitig in den Geschäften aufhalten. Im Edeka (Beispiel Ückeritz) kannst du mittlerweile deinen Einkauf selbst einscannen und kontaktlos bezahlen. An den Eingängen stehen überall Desinfektionsspender bereit und auch die Einkaufswagen werden regelmäßig desinfiziert. Wahrscheinlich werden wieder lange Warteschlangen entstehen. Aber wenn wir trotz dessen wieder gemeinsame Strandspaziergänge machen können, ist es doch nur noch halb so schlimm, oder? Daher hoffe ich sehr, dass ich dir trotz der ganzen Regularien, dennoch ein Gefühl von Sicherheit vermitteln und dir damit Vorfreude auf deine nächste Usedomreise bereiten konnte. Mein Name ist Marika und ich bin für das Jahr 2021 deine Inselbloggerin von Usedom.

 

Das bin ich: Usedoms Inselbloggerin

Mein vollständiger Name ist Marika Borowski, ich bin 37 Jahre jung und komme gebürtig vom Festland aus dem Lassaner Winkel. Vom Lassaner Hafen aus hatte ich schon immer freie Sicht auf den Lieper Winkel und auf die Halbinsel Gnitz und war somit meiner Wahlheimat Usedom schon immer sehr nahe verbunden. Ich kann mich noch sehr gut daran erinnern, wie meine Eltern mit mir zum Strand nach Trassenheide oder zum Zelten auf den Gnitz gefahren sind oder wir unsere Verwandten in der Stadt Usedom besucht haben. Für mich war es immer ein tolles Ereignis, meinen Schulfreunden zu erzählen, dass ich Verwandte habe, die auf einer Insel leben. Nun lebe ich selbst bereits seit über 20 Jahren auf Usedom und darf mich schon als ein kleines Inselkind bezeichnen. Ich habe hier den Beruf zunächst zur Hotelfachfrau und anschließend zur Hotelkauffrau erlernt und diesen zu meiner Berufung gemacht. Um unseren Usedom-Besuchern viel mehr über die Insel berichten zu können, habe ich mich selbst auf Entdeckungstour begeben und halte seit gut zwei Jahren alle meine Erlebnisse und Entdeckungen auf der Insel Usedom in meinem Blog fest:

www.marikas-inselblog.de