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Jacqueline Illemann begeistert mit emotionaler Fotografie auf Usedom

08.07.2020, von Konstanze Eichner

Jacqueline Illemann begeistert mit emotionaler Fotografie auf Usedom

Jacqueline Illemann fotografiert, seitdem sie 13 Jahre alt ist. Direkt an der Promenade von Heringsdorf kann man ihre Bilder in einer alten Waschküche bestaunen. Ihre Fotos sind emotional und spiegeln die Geschichte hinter den Motiven wider. Energie tankt die Fotografin am Strand, wo sie jeden Morgen um sechs Uhr ihren Kaffee trinkt.

Frau Illemann, wie wurde Ihre Leidenschaft für die Fotografie entfacht?

Ich habe mit ungefähr 13 Jahren die Polaroid-Kamera meiner Tante in die Finger bekommen und fand die ganz großartig. Damit habe ich sehr viel rumexperimentiert. Ich habe auch heute noch eine Polaroid und gehe damit immer noch gern am Strand fotografieren.

Wie ist es dazu gekommen, dass Sie die Fotografie zu Ihrem Beruf gemacht haben?

Privat habe ich immer fotografiert. Beruflich war ich Verwaltungsleiterin in Kassel. Dort habe ich 2010 meine erste Ausstellung mit dem Titel "So lebe ich" gehabt. Ich habe dafür Menschen zuhause besucht und fotografiert, die wir geistig behindert nennen. Zu den Bildern habe ich auch noch Texte geschrieben. Das war quasi mein Einstieg. Ich habe dann nebenberuflich für eine Fotografin gearbeitet. Und als ich dann nach Usedom gezogen bin, hat sich die Fotografie weiter gefestigt und ich habe mich 2015 selbstständig gemacht.

Was fotografieren Sie am liebsten?

Am liebsten fotografiere ich die Emotionen. Und die können sowohl in der Landschaft als auch bei den Menschen sein. Ich versuche immer das aufzunehmen, was man eigentlich nicht sehen kann. Ich versuche die Haptik der Emotionen aufzugreifen und in Bildern darzustellen. Hier auf Usedom ist es natürlich vor allem die Landschaft. Ich habe vorher aber auch ganz viel schwarz-weiß fotografiert.

Seit ich auf der Insel bin, hat sich die Farbe wieder mehr und mehr eingeschlichen. Ich sage zu meinem Mann immer, dass das Meer jeden Tag neu scheint. Hier auf Usedom sind die Farben so schön und manchmal einfach unglaublich. Dann kann ich die Bilder einfach nicht in schwarz-weiß umwandeln.

Wie würden Sie Ihren fotografischen Stil bezeichnen?

Ich arbeite emotional und künstlerisch. Und ich versuche unkonventionell zu sein. Ich habe ganz viele Requisiten und Kleider, die ich für Shootings nutze. Ich habe ja das Glück, direkt an der Promenade in Heringsdorf zu sein und nehme alles mit zum Strand, was ich gebrauchen und bewegen kann. Leitern, Tische, Stühle, manchmal bastle ich sogar eine Kulisse. Individuelles Arbeiten ist mir ganz wichtig. Und obwohl ich auch ein Studio nutzen kann, fotografiere ich zu 90 Prozent draußen, meist am Strand.

Wie kam es dazu, dass Sie Ihre Bilder in einer alten Waschküche einquartiert haben?

Ich bin 2014 gemeinsam mit meinem Mann auf die Insel gekommen, der gebürtiger Ahlbecker ist. Wir haben das Haus aus dem Baujahr 1904 übernommen und in dem Garten stand diese alte Waschküche. Soviel ich weiß, wurde hier früher wirklich die Wäsche gewaschen und hier wurden die Kinder gebadet. Als ich die Tür das erste Mal aufgemacht habe, hat die Waschküche gesagt: Hier müssen meine Bilder rein. Sie ist ganz klein und einfach, aber man hat das Gefühl, dass jeder Stein eine eigene Geschichte hat. In diesen Räumen gibt es ganz viel zu erleben.

Fotos und die Emotionen darin

Warum begeistern Sie sich so sehr für die Fotografie von Menschen?

Für mich ist die Begegnung mit den Menschen einzigartig. Man kommt sich beim Fotografieren ja auch ziemlich nahe. Und es fließen durchaus auch mal Tränen, wenn es emotional intensiv wird. Die Leute, die zu mir kommen, um sich fotografieren zu lassen, haben meist eine Geschichte mit im Gepäck. Und diese Geschichte zu erkunden, macht so viel Spaß und ist ein ganz großes Glück. Oft haben der Kunde und ich dabei eine Gänsehaut. Das ist ein ganz großartiges Erlebnis, das auch ein bisschen süchtig macht.

Sie machen nicht nur Shootings, sondern bieten auch Foto-Workshops an. Was lernen die Teilnehmer von Ihnen?

Ich vermittle erst einmal Begeisterung. Man kann sich die Fotografie nicht von heute auf morgen erarbeiten. Nicht eine gute Kamera macht das Bild. Der Koch braucht ja auch keinen guten Topf, um leckeres Essen zuzubereiten. Der kann dazu beitragen, das Essen ist aber nicht davon abhängig. Eine gute Kamera ist vielmehr Ausdrucksweise der Kreativität, weil sie viel mehr Spielräume bietet. Aber ich habe auch Teilnehmer, die mit dem Smartphone fotografieren. Mir geht es vielmehr um Achtsamkeit in der Fotografie. Bei maximal sechs Personen können wir uns genügend Zeit dafür nehmen.

Was zeichnet Ihrer Meinung nach ein gutes Foto aus?

Ein gutes Foto berührt emotional. Es lässt mich länger hinschauen und es erzählt eine Geschichte. Das zeigt aber auch, dass die Beurteilung eines Fotos individuell ist. Wichtig ist aber, dass ein gutes Foto nicht allein von der technischen Qualität abhängt. Technisch perfekte Fotos können vollkommen emotionslos sein.

Ist es in allen Fotografiefeldern möglich, emotionale Fotos zu machen? Also auch wenn ich keine Menschen, sondern zum Beispiel Landschaften oder Architektur fotografiere?

Eindeutig ja, weil die Stimmung ja auch immer unterschiedlich ist.

 

Usedom hat Fotografen sehr viel zu bieten

Was macht den Reiz von Usedom für Fotografen aus? Warum lohnt es sich, die Kamera mit ins Urlaubsgepäck zu packen?

Ich finde das Licht und die Wolken auf Usedom sind wirklich einzigartig. Es ist unglaublich, was manchmal für Lichtflecken sichtbar werden. Außerdem gibt es sehr viele wunderschöne Ecken zum Fotografieren. Nicht nur an der Küste, auch das Hinterland ist nicht zu verachten. Hier gibt es tolle Natur und unglaubliche Stimmungen, vor allem in den frühen Morgenstunden. Viele Ecken sind noch ganz ursprünglich und werden hoffentlich noch lange so bleiben.

Was ist Ihr ganz persönlicher Lieblings-Hotspot zum Fotografieren?

Ich bin natürlich gern am Strand, aber ich liebe auch die Ecken Morgenitz oder Mellenthin. Dort, wo noch die Dörflichkeit hinzukommt. Aber die Bäderarchitektur hier auf Usedom ist auch großartig. Es gibt ganz viele tolle Orte, die ich mag.

Was schätzen Sie an der Insel?

Die Nähe zum Meer ist natürlich unschlagbar. Aber ich schätze auch, dass es uns hier an nichts fehlt. Ich habe alles in fußläufiger Nähe, genieße das dörfliche Leben mit einer ziemlich guten Infrastruktur. Ich wohne direkt an der Promenade und liebe die Ruhe hier. Unsere erste Anschaffung, als wir hierher gezogen sind, war natürlich ein Strandkorb. Und wir haben uns beide versprochen, dass wir jeden Tag mindestens einmal an den Strand gehen.

Und dieses Versprechen halten Sie?

Ziemlich gut. Nicht immer, aber sehr oft. Wenn wir als Einheimische das nicht schaffen, wo wir auch noch in erster Reihe wohnen, wer soll es denn dann schaffen? Im Sommer trinken wir morgens um sechs Uhr immer den ersten Kaffee am Strand.

Und die Touristen, die in der Hauptsaison die Promenade und den Strand bevölkern, stören Sie überhaupt nicht?

Nein, gar nicht. Die Menschen sind so freundlich und angenehm. Und natürlich leben wir auf der Insel auch von den Touristen. Ich kann das Leid mancher Dauerklager hier auf der Insel nicht teilen. Für mich sind die Besucher eine Bereicherung und ich freue mich sehr über sie.

Mein Partner und ich finden es so schön hier und sind so glücklich hier, dass wir uns freuen dieses Glück mit anderen teilen zu können. Es ist einfach toll, auf Menschen zu treffen, die von Usedom so begeistert sind wie wir.

Was ist Ihr persönlicher Lieblingsplatz auf Usedom, wenn Sie vielleicht auch mal von der Fotografie entspannen wollen?

Ohne Kamera gehe ich nirgendwo hin. (lacht) Mein Lieblingsplatz ist unser Boot am Achterwasser. Das ist ein ganz kleines Motorboot für maximal sechs Personen. Und wenn wir mal rauswollen, dann machen wir damit eine Kaffeefahrt. Wir besorgen uns Kuchen, fahren aufs Achterwasser, werfen den Anker und machen eineinhalb Stunden nichts. Wir freuen und des Lebens und beobachten die schöne Natur vom Wasser aus.

Und ein weiterer Lieblingsort von mir ist übrigens das Niemeyer-Holstein-Atelier. Nicht nur das Atelier, auch der Garten ist wunderschön. Und wenn ich darüber nachdenke, kommt gleich Neppermin hinterher. Sie sehen, es gibt viele schöne Ecken auf Usedom.

Vielen Dank für das Gespräch!

Das Interview führte Herr Koprek im Auftrag der SEM SEO GmbH für usedom.de.

Urlaubs-Tipp: Wer sich für Kunst und Kultur interessiert, der wird auf Usedom garantiert fündig.

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