Der neue Usedom-Blog 2021

11.01.2021, von Marika Borowski

Hallo 2021 – So hat die Insel Usedom den Jahreswechsel erlebt

Ein denkwürdiges Jahr 2020 liegt hinter uns. Die Corona-Pandemie hat uns vieles abverlangt und mit einigen Einschränkungen müssen wir wohl noch eine Weile leben. Jedoch möchte ich es mir nicht nehmen lassen, dir mit viel Zuversicht ein wenig Vorfreude auf deine nächste Reise auf die Insel Usedom zu bereiten. Mein Name ist Marika und ich bin für die nächsten zwölf Monate die offizielle Inselbloggerin von Usedom.

Ich hole meine Leser gedanklich aus dem Alltag ab und nehme sie mit auf meine Genussreise quer über die Insel bis hin zu meinen Lieblingsecken. Im September 2020 habe ich am inselweiten Ideenwettbewerb für Usedom teilgenommen und mit meiner Idee eines authentischen Inselblogs gewonnen. In jeder meiner Zeilen stecken eine Menge Recherche, persönliche Erlebnisse und ganz viel Herzblut für meine Sonneninsel. Denn Usedom ist nicht nur eine Urlaubsinsel, sondern ein ganz besonderes Gefühl - ein Gefühl, das verbinden soll.

Mit dieser Verbindung komme ich auch gleich zum Thema meines ersten Blogartikels: Es wird Zeit, dass Usedom sich wieder mit seinen Gästen verbinden darf! Ich möchte dir erzählen, wie wir Einheimische die Zeit während der beiden Lockdowns auf der Insel erlebt haben, wie die Sommersaison 2020 verlief und wie wir Weihnachten und den Jahreswechsel ohne unsere Gäste verbracht haben.

Leere Strände auf Usedom

Leere Strände und die Insel mal einfach nur für uns zu haben – klingt zunächst romantisch, oder? So etwas kannten viele Einwohner entweder gar nicht oder sie haben es schon lange nicht mehr erlebt. Der Tourismus auf Usedom boomt und die Insel ist auch in der Nebensaison ein beliebtes Reiseziel. Nun ist alles still – ein seltsames Gefühl. Über Nacht wurden gewissermaßen die Brücken hochgeklappt und der touristische Verkehr verboten. Die Telefone in den Hotels und Reservierungszentralen klingelten sich heiß – unsere Gäste wollten so schnell wie möglich informiert werden, ob sie jetzt wirklich nicht mehr auf die Insel reisen dürfen. Eine große Anzahl an Stornierungen prasselte auf uns ein. Keiner wusste so recht, wie er mit dieser neuen und außergewöhnlichen Situation umgehen sollte. Eine aktuelle Verordnung lag noch nicht vor und jeder war ein wenig aufgeregt. Wie bringe ich meinen Gästen bei, dass ihr Urlaub nun ins Wasser fällt oder, dass sie tatsächlich vorzeitig abreisen müssen.
Alle Gefühle waren vertreten: Angst, Unverständnis, Verwirrung. Nach ein paar Tagen kehrte etwas Ruhe ein.
Die Reservierungen bis vorerst Mitte/Ende Mai waren storniert oder umgebucht – viele Arbeitnehmer befanden sich nun in Kurzarbeit.

Es blieben uns der Strand, das Meer, tolles Wetter und sehr viel Zeit. Viele Inselbewohner sattelten ihre Räder und entdeckten die Insel wieder und manchmal auch ganz neu. Die Hotels, Restaurants, Ferienwohnungen wurden renoviert - sofern es finanziell möglich war – und die Gärten erhielten ihren Frühjahrsputz. In dieser Zeit war ich so dankbar, nicht in einer Großstadt zu leben, wo sich viele Familien teilweise „einsperren“ mussten. Hier gehörten nun lange Spaziergänge am Ostseestrand zum neuen Ritual – selbst Ostern lagen wir bei Sonnenschein am Meer. Ostern? An den Feiertagen und vor allem bei tollem Wetter wird auf Usedom doch sonst gearbeitet! Nun sollte es aber auch bald wieder losgehen:

Saisonstart in fünf Phasen

In fünf Phasen wurde der Lockdown nach und nach beendet. Bereits Anfang Mai durften die Restaurants mit Einschränkungen wieder öffnen, Hotels jedoch noch nicht. Gastronomie ohne Tourismus macht auf Usedom leider wenig Sinn. Über Himmelfahrt durften auch endlich die Hotels wieder öffnen, jedoch „nur“ für Gäste aus Mecklenburg-Vorpommern. Dies empfand ich zunächst als sehr spannend, auch mal wieder die Gelegenheit zu nutzen, sein eigenes Bundesland kennenzulernen. Ab Pfingsten durften unsere Gäste aus allen Bundesländern wieder zu uns reisen, jedoch bis Ende Juni nur mit einer Belegungsgrenze von maximal 60%. Die meisten Hotels und Ferienwohnungen sind über die Feiertage bereits zu 100% ausgebucht. Wem sagt man also ab und wer übernimmt diese traurige Aufgabe? Es war eine sehr aufregende Zeit und wieder diese vielen Gefühle: Wut, Trauer, Angst, Unverständnis, aber auch sehr viel Dankbarkeit. Die Menschen freuten sich, dass sie endlich wieder raus und reisen durften. Und dann ging es auch schon los.

Die Sommersaison startete von heute auf morgen und in diesem Jahr wurden wir regelrecht überrannt. Durch viele Reisewarnungen für das Ausland entdeckten die Deutschen ihr eigenes Land, so auch Usedom, als neues und beliebtes Urlaubsziel. Die Saison ging bis weit in den Oktober rein – wir waren restlos ausgebucht! Die Usedomer waren dankbar für so eine tolle Saison, denn wir hatten einiges aufzuholen. Zum Ende konntest du aber auch spüren, wie ausgelaugt alle waren.

Durch die vielen Corona-Auflagen entstanden viele und lange Wartezeiten. Vor den Buffets, in den Restaurants, vor den Geschäften und sogar teilweise am Strand. Die Hygienevorschriften und Abstandsregeln mussten eingehalten werden. Auch für uns eine ganz neue Erfahrung und Herausforderung, welche sehr viel Kraft in Anspruch nahmen. Umso erschöpfter fühlst du dich, wenn du auch oftmals auf Unverständnis triffst und endlose Diskussionen führen musst. Natürlich kommt kein Urlaubsfeeling auf, wenn du mit Maske bei hohen Temperaturen durch die Hotelgänge und Restaurants laufen und auch einkaufen gehen musst, du kein Lächeln mehr vom Kellner, von der Rezeptionistin, vom Zimmermädchen oder auch von den Verkäufern und Verkäuferinnen siehst. Durch die vielen Desinfektionsspender kommt auch ein wenig Krankenhausatmosphäre auf und überall diese Plexiglasscheiben.

Am Ende sind es tatsächlich wir, die unsere Gewohnheiten im Kopf ändern und in Einklang bringen müssen. Die dankbar sein sollten, dass wir in unserem Land so gut unterstützt werden und überhaupt reisen dürfen. Ich wünsche mir auch für die Zukunft viel mehr Achtsamkeit, Verständnis, Rücksicht, Empathie und Dankbarkeit. Denn Covid-19 wird uns noch lange Zeit begleiten…

Lockdown 2.0

November. Der nächste Lockdown ist schon da. Zunächst hieß es, nur für die nächsten vier Wochen. Einen Monat kann man auch ganz gut überstehen, zumindest nach so einer harten Sommersaison. Viele Gastronomen schließen in den Wintermonaten und öffnen dann nochmals an Weihnachten und über den Jahreswechsel. Als es dann aber auf die Feiertage zuging und klar wurde, dass sich der Lockdown noch bis in den Januar und vielleicht noch viel länger hinzieht, da wurde uns allen wieder ziemlich mulmig. Für die Hotels ein noch derberer Schlag, denn die Winterzeit bedeutet Wellnesssaison. Wenn es draußen ungemütlich wird, lassen sich die Gäste in den Wellnessoasen so richtig verwöhnen und die Seele baumeln. Dieses Geschäft boomt mittlerweile auch in der Nebensaison auf Usedom.

Es ist für uns alle kein schönes Gefühl, wenn wir nicht wissen, was noch alles auf uns zu kommt, kein Ende in Aussicht ist und wir es nicht kontrollieren und ändern können. Das ist menschlich. Gesund wollen wir dennoch alle bleiben und auch unseren Beitrag dazu leisten.

Weihnachtszeit ist Familienzeit

Weihnachten und Silvester ohne Tourismus? Ohne unsere Gäste, die schon seit vielen Jahren immer zur selben Zeit zu uns kommen und eigentlich schon zur Familie gehören? Nur eben nicht zur Kernfamilie. Für viele Insulaner bedeutet es in diesem Jahr: alle Weihnachtstage sowie Silvester und Neujahr frei! Wenn du aus der Dienstleistung kommst, ist es wie Musik in deinen Ohren. Sowas gab es noch nie! Was nützt es uns nur, wenn wir zwar zu Hause sein können und dennoch nichts erleben dürfen? Keine Weihnachtsmärkte, keine Glühweinstände, keine Freunde und Bekannte treffen. Jetzt wäre doch endlich mal Zeit dafür. Da kommt auch kein Weihnachtsfeeling auf. Aber die meisten machten es sich zu Hause sehr gemütlich. Es gab regelmäßige Essenszeiten: Frühstück, Mittag, Kaffee, Abendessen – alles ziemlich ungewohnt, wenn man im Tourismus oder in der Dienstleistung arbeitet, aber dafür umso schöner. Der Weihnachtsbaum wurde ganz traditionell am Heiligmorgen geschmückt – ich kann mich gar nicht erinnern, wann ich dies zum letzten Mal getan habe. Viele Jahre habe ich sogar schon auf die Weihnachtsdeko verzichtet, da ich kaum zu Hause war. Die toll weihnachtlich dekorierten Hotels habe ich jedoch geliebt und in diesem Jahr sehr vermisst. Die Seebäder auf Usedom haben sich dafür sehr große Mühe gegeben, die Orte, Promenaden und Straßen ganz wunderbar zu dekorieren, um ein wenig Weihnachtsstimmung auf die Insel zu bringen.

Ich war fast jeden Tag am Strand unterwegs. Zum Sonnenaufgang, zum Sonnenuntergang und auch, wenn die Sonne mal nicht schien. Der eisige Wind und das Strandsandpeeling in meinem Gesicht gab mir das Gefühl lebendig zu sein. Der Wind treibt den Sand über den Strand, es gibt kaum Spuren und du bist ganz allein. Entweder verliert sich die Ostsee in grauer Weite oder erstrahlt in sensationellen Farben, wenn die Sonne auf- oder untergeht. Und an manchen Tagen ist der Nebel sogar so dick, dass du nicht einmal das Ende der Buhnen siehst. Was für großartige Naturschauspiele ich bewundern durfte. Manchmal hatte ich sogar ein schlechtes Gewissen, die tollen Strandbilder auf meinem Blog zu posten, aber das Feedback war immer positiv und die Leute waren einfach nur dankbar, dass ich ihnen ein wenig Usedom-Feeling nach Hause schicken konnte. Das hat mich sehr glücklich gemacht.

Jahreswechsel ohne Usedom-Gäste

Als Weihnachten vorüberging, war ich ein wenig traurig, denn die Tage vergingen viel zu schnell. Ich liebe dieses weihnachtliche Gefühl von Wärme, Geborgen- und Gemütlichkeit. Dass zum Jahreswechsel nicht geböllert wurde, empfand ich als sehr entspannend. Ich gebe zu, dass Silvester am Strand zu feiern, schon ein ganz besonderes Ereignis ist. Tausende Menschen, Partymusik und Feuerwerke von Peenemünde bis Ahlbeck direkt über der Ostsee! Jeder begrüßt das neue Jahr und liegt sich in den Armen.

Das Menschengedränge am Strand und an den Seebrücken hat mir in diesem Jahr jedoch nicht gefehlt. Ein leuchtend roter Himmel über dem Meer ist für mich sowieso das schönste Feuerwerk! Also stand ich mit meiner Familie im kleinen Kreis am Lagerfeuer, wir tranken Glühwein und aßen Stockbrot. Nach Mitternacht und einem Scheidebecher ging es auch schon ins Bett – ein tolles Gefühl ausgeschlafen und ohne Kater den Neujahrsspaziergang an einem sauberen Strand zu verbringen.

Wiedersehensfreude

Nun sieht es leider so aus, als wenn wir noch ein paar Wochen länger auf unsere Usedom-Gäste verzichten müssen. Ich bin ganz ehrlich, Weihnachten und Silvester ganz allein auf einer Insel und die gesamte Zeit mit seiner Familie verbringen zu dürfen, werden mir in schöner Erinnerung bleiben. Aber nun kann es wirklich bald wieder losgehen. Wir möchten dir wieder einen schönen Urlaub bereiten dürfen. Das liegt uns im Blut und das vermissen wir sehr. Und ich bin mir ziemlich sicher, dass du deine Lieblingsinsel genauso sehr vermisst.

Wie die Hoteliers und Gastronomen sich darauf vorbereiten, erzähle ich dir im Monat Februar in meinem nächsten Blogartikel. Also bleib gespannt und vor allem gesund, so dass wir dich endlich bald wieder auf Usedom begrüßen dürfen!

Ahoi, sagt Marika - deine Inselbloggerin.

Das bin ich: Usedoms Inselbloggerin

Mein vollständiger Name ist Marika Borowski, ich bin 37 Jahre jung und komme gebürtig vom Festland aus dem Lassaner Winkel. Vom Lassaner Hafen aus hatte ich schon immer freie Sicht auf den Lieper Winkel und auf die Halbinsel Gnitz und war somit meiner Wahlheimat Usedom schon immer sehr nahe verbunden. Ich kann mich noch sehr gut daran erinnern, wie meine Eltern mit mir zum Strand nach Trassenheide oder zum Zelten auf den Gnitz gefahren sind oder wir unsere Verwandten in der Stadt Usedom besucht haben. Für mich war es immer toll, meinen Schulfreunden zu erzählen, dass ich Verwandte auf der Insel habe. Nun lebe ich selbst bereits seit über 20 Jahren auf Usedom und darf mich schon als ein Inselkind bezeichnen. Ich habe hier den Beruf zunächst zur Hotelfachfrau und anschließend zur Hotelkauffrau erlernt und diesen zu meiner Berufung gemacht. Um unseren Usedom-Besuchern viel mehr über die Insel berichten zu können, habe ich mich selbst auf Entdeckungstour begeben und halte seit gut zwei Jahren alle meine Erlebnisse und Entdeckungen auf der Insel Usedom in meinem Blog fest:

www.marikas-inselblog.de

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