Pilze sammeln auf Usedom - ein Naturerlebnis für jedermann

08.10.2019, von Susanne Haupt

Pilze sammeln auf Usedom – was ist zu beachten?

Herbstzeit ist Pilzzeit und so zieht es viele Liebhaber regelmäßig zum Pilze sammeln nach Norddeutschland und speziell nach Usedom. Auf der Ostseeinsel gibt es einige Waldgebiete, die hervorragend für die Pilzsuche geeignet sind. Damit ist es nicht verwunderlich, dass pünktlich zur Pilzsaison überall in den Wäldern Pilzsammler mit Körben zu sehen sind. Viele der dort wachsenden Pilzarten sind essbar, andere sollten jedoch lieber stehen gelassen werden. Wer nicht über entsprechende Fachkenntnisse verfügt, kann sich einer geführten Pilzwanderung anschließen oder an anderen Veranstaltungen rund um das Thema Pilze auf Usedom teilnehmen.

Speisepilze der Saison in Norddeutschland und auf Usedom

Mit dem Spätsommer beginnt in Norddeutschland die Pilzsaison. Dann sprießen überall im Wald Pilze aus dem Boden. Sie bevorzugen je nach Art waldreichen oder sandigen Boden. Häufig wachsen sie an den Füßen großer Bäume oder unter Farn. Dazu zählen in Norddeutschland beispielsweise:

  • Steinpilze
  • Maronen
  • Rotfußröhrlinge
  • Täublinge
  • Butterpilze
  • Birkenpilze
  • Pfifferlinge
  • Krause Glucken
  • Wiesenchampignons
  • Stockschwämmchen

Die Wälder Usedoms bieten diesen Pilzen ideale Bedingungen zum Wachsen. Bei hoher Luftfeuchtigkeit und einer zugleich milden Witterung gedeihen sie besonders gut. Ein beliebtes Pilzgebiet auf Usedom ist beispielsweise der Lieper Winkel. Zwischen Rankwitz und Liepe wachsen inmitten der Laub- und Kiefernmischwälder viele der schmackhaften Speisepilze. Besonders beliebte Pilze Usedoms sind Steinpilze. Ebenso zu finden sind Maronen, Schirmpilze, Täublinge und Stockschwämmchen.

Welche Giftpilze sollten nicht gesammelt werden?

Dass Fliegenpilze giftig sind, wissen wohl die meisten Pilzsammler. Daneben gibt es weitere Arten, die unscheinbar aussehen, aber dennoch giftig sind:

  • Kahle Krumplinge: Ein sehr giftiger Pilz, der lange Zeit als essbar galt.
  • Kartoffelboviste: Auch als falscher Trüffel bekannt, dessen Verzehr zu Vergiftungserscheinungen wie Erbrechen bis hin zum Kollaps führen kann.
  • Gallenröhrlinge: Diese Pilzart wird häufig mit Steinpilzen verwechselt.
  • Fichten-Porling: Er ist auch als Rotrandiger Baumschwamm bekannt und nicht essbar.
  • Falscher Pfifferling: Ein ungenießbarer Pilz, der sich vom Echten Pfifferling insbesondere durch die Farbe unterscheidet. Der Falsche Pfifferling ist orange, der Echte Pfifferling gelb.
  • Pantherpilz: Der Verzehr kann tödlich wirken. Es besteht Verwechslungsgefahr mit dem Perlpilz.
  • Knollenblätterpilz: Er ist hochgiftig und wird leicht mit einem Champignon verwechselt.
  • Hallimasch: Der Hallimasch ist roh giftig. Abgekocht ist er nur bedingt essbar. Er ist damit nur für Kenner geeignet, die wissen, was bei der Zubereitung zu beachten ist.
  • Gifthäuptling: Ein Giftpilz, der Stockschwämmchen zum Verwechseln ähnlich sieht.

Veranstaltungen rund um das Pilze sammeln

Für Pilzsammler stellt sich die Frage, welche Pilzarten essbar sind. Eine exakte Pilzbestimmung ist für Laien häufig nicht möglich. Deshalb ist hilfreich, sich an Experten zu wenden. Sie bieten geführte Pilzwanderungen durch die Wälder Usedoms an. Dabei erhalten die Teilnehmer wertvolle Informationen, welche Pilzarten essbar sind und bei welchen es sich um Giftpilze handelt. Zu den Pilzexperten Usedoms zählt beispielsweise Winfried Dinse. Darüber hinaus werden regelmäßig Pilz- und Kräuterwanderungen angeboten und bei Vorträgen erhalten Pilzsammler alle notwendigen Informationen. Die Termine der Wanderungen und Führungen findet man im Veranstaltungskalender unter "Führungen und Exkursionen".

Was ist beim Pilze sammeln zu beachten?

Erfahrene Pilzsammler warten auf den Regen und die Sonne. Dann sprießen sie besonders üppig aus dem Boden. Zum Pilze sammeln wird nicht viel benötigt: Ein Korb, ein Küchenmesser sowie ein Bestimmungsbuch oder eine entsprechende App auf dem Smartphone. Damit lässt sich die Gefahr verringern, Giftpilze zu ernten. Wer einen Pilz entdeckt hat, kann diesen auf zwei Arten ernten:

  • Schneiden: Dabei wird er einige Zentimeter über dem Boden gerade abgeschnitten.
  • Drehen: Der Pilz wird vorsichtig aus dem Boden gedreht und das Loch anschließend mit Erde verschlossen.

Anschließend gehört der Pilz in den Sammelbehälter. Zum Schutz vor Beschädigungen des Pilzfleisches sollte er locker liegen ohne gedrückt zu werden. Giftpilze, sowie junge und sehr alte Pilze gehören nicht in den Behälter.

Hinweis:
Wildpilze sind geschützt und gemäß dem Landeswaldgesetz nur in geringen Mengen zu sammeln. Die Menge ist auf den Eigenbedarf beschränkt. Eine Obergrenze ist nicht genau festgelegt. Wer zu viel sammelt, riskiert Bußgelder von mehreren Tausend Euro.

Pilze sammeln und richtig verarbeiten

Nach dem Pilze sammeln steht die richtige Zubereitung an. Unabhängig davon, ob sie gekocht, im Ofen gratiniert oder gebraten werden ist, dass sie nur gegart und nicht roh verzehrt werden sollten. Der rohe Verzehr kann zu leichten bis schweren gesundheitlichen Beschwerden führen.

Folgende Tipps helfen bei der Zubereitung:

  • überprüfen, ob die gesammelten Pilzarten essbar sind
  • nur frische Pilze zubereiten
  • sorgfältig putzen
  • von schlechten und glasigen Stellen befreien
  • Pilze nicht in Wasser legen: Sie saugen sich voll und verlieren ihr Aroma

Pilzreste sind im Kühlschrank aufzubewahren und spätestens am nächsten Tag gut durcherhitzt zu verzehren.

Pilze sammeln ist ein Natur-Vergnügen für jedermann

Pilze sammeln auf Usedom ist eine gute Möglichkeit, Zeit in der Natur zu verbringen und unterwegs die Pilze Usedoms zu entdecken. Besonders beliebt sind zur Herbstzeit geführte Pilzwanderungen und die anderen Veranstaltungen rund um den Pilz. Eine geführte Pilzwanderung lässt sich ideal mit einem Ausflug in die Natur verbinden. Groß und Klein können an den Veranstaltungen teilnehmen und erhalten teils spannende Fakten über die Gift- und Speisepilze der Insel. Anschließend steht natürlich der Genuss der gesammelten Pilze im Vordergrund. Auch bei der Zubereitung kennen sich die Pilzexperten aus und geben Ratschläge.