Rundgänge

Seebrückenvorplatz Ahlbeck

Bäderarchitektur im Ostseebad Ahlbeck

Ahlbeck lädt mit seiner breiten Promenade zum Flanieren und Dinieren ein

Loriot hat sie weltberühmt gemacht. Sie ist das Wahrzeichen der Insel Usedom und zugleich die älteste noch erhaltene ihrer Art: Die Seebrücke von Ahlbeck. Erbaut wurde sie 1898. Ursprünglich bestand das einstige Fischerdörfchen an der Beek aus ein paar wenigen reetgedeckten Katen. Erst als immer mehr vornehme Berliner Badegäste zur Sommerfrische  nach Swinemünde und Heringsdorf kamen, profitierte auch Ahlbeck davon. 1852 wurde es Badeort. Zu einem Familienbad wurde Ahlbeck um 1896 – nachdem die Straßen gepflastert und eine erste Warmbadeanstalt errichtet war. Am Ortsende ließ Kaiser Wilhelm II. 1913 mitten im Wald hinter der Düne gar ein Heim eigens zur Erholung von Berliner Arbeiterkindern bauen.

Auch heute lädt Ahlbeck mit seiner breiten Promenade zum Flanieren und Dinieren ein. In den kleinen urigen Fischbistros inmitten der Dünen bekommt man den frischesten Fisch auf den Tisch, den die Strandfischer am Morgen erst an Land gebracht haben.

Bäderarchitektur im Ostseebad Heringsdorf

Heringsdorf ist Geschichte, Architektur, Lifestyle und Entschleunigung

Der Schriftsteller Heinrich Mann beschrieb die „Badewanne der Berliner“ in den 1930er Jahren in seinem Essay „Berlin Vorort Heringsdorf“ so: „Dreiundeinehalbe Stunde Bahnfahrt, und man findet ein schönes Hotel- und Villenviertel gleich an der See.“ Oberforstmeister Georg Bernhard von Bülow - ein entfernter Verwandter von Loriot - errichtete 1819 auf dem Kulm ein erstes Logierhaus. Während einer Inspektion des Swinemünder Hafens war der Preußenkönig Friedrich Wilhelm III. 1820 mit seinen Söhnen, darunter der spätere Kaiser Wilhelm I., zu Gast bei Bülow. Bei einem Ausflug zu den Fischern schlug der Kronprinz den Namen Heringsdorf vor. Gesagt, getan und schon kurze Zeit später – in  den 1840er Jahren – entstanden erste Villen wie die heutige Villa Achterkerke. Dank der Brüder Hugo und Adelbert Delbrück, die 1872 die „Aktiengesellschaft Seebad Heringsdorf“ gründeten, stieg der Ort schnell zu einem vornehmen Seebad auf.

Villa Staudt in Heringsdorf
Selbst Kaiser Wilhelm II. kam das eine oder andere Mal zum Tee bei Frau Konsul Staudt in der einstigen Villa Marimar vorbei. Die vermögenden Berliner ließen sich mondäne Abbilder ihrer prunkvollen Anwesen in Berlin Grunewald oder Wannsee in die weiten Parklandschaften hinter der Heringsdorfer Promenade setzen. Auf der Promenade oder der einstigen Pferderennbahn in Gothen oder eben der Kaiser-Wilhelm-Brücke, die 1995nach dem völligen Niederbrand 1957 neu errichtet wurde – in Heringsdorf ging und geht es ums „Sehen und Gesehen werden“. Nirgends sonst auf der Insel lassen sich Geschichte, Architektur, Lifestyle und Entschleunigung so miteinander vereinen wie in Heringsdorf.
Bergstraße in Bansin

Bäderarchitektur im Ostseebad Bansin

Das jüngster der Kaiserbäder mit viel Natur

Das jüngster der Kaiserbäder das Seebad Bansin wurde 1897 gegründet. Auch hier fallen die eleganten Villen und verzierten Häuser ins Auge. Wenn sie auch schlichter und weniger pompös gestaltet sind als im mondänen Heringsdorf. Vor allem die Strandpromenade und die parallel verlaufende Bergstraße verleihen dem Ort ein besonderes Flair. Die Häuser wurden auf Lücke gebaut. So gibt es Ostseeblick auch in der zweiten Reihe.
Bansin ist das erste Seebad, das 1923 die Freibade-Erlaubnis erhielt.  Von nun an durften Badelaunige direkt vom Hotel im Bademantel zum Strand hinunter und dort unbegrenzt von Badeanstaltswänden in der Ostsee baden gehen.

Nirgends in den Kaiserbädern sind Ostsee und pure Natur so nah beieinander wie in Bansin. Während sich die Gäste am Strand vergnügen oder auf der 285 Meter langen, hölzernen Seebrücke über den Wellen flanieren, ist nur wenige Meter entfernt ein Spaziergang durch die schattigen Buchenwälder entlang der Steilküste des Langen Berges möglich.
Bekanntester Sohn des Ortes ist der Schriftsteller Hans Werner Richter. In Bansin geboren und aufgewachsen, blieb der Gründer der „Gruppe 47“ dem Ostseebad bis zu seinem Tod 1993 verbunden. Im ehemaligen Feuerwehrhaus, dem heutigen Hans Werner Richter Haus, wurde dem Autor mit einem Museum, in dem sein privater Nachlass ausgestellt ist, ein Denkmal gesetzt.

Bäderarchitektur im Ostseebad Zinnowitz

Zinnowitz ist ein Familienbad. Jung und dynamisch

Zwischen Ostsee und Achterwasser gelegen, zieht das Ostseebad Zinnowitz vor allem Familien und Wassersportbegeisterte an. Mehr als 700 Jahre alt, vermittelt es mit seinen Cafés, Eisdielen, Cocktailbars und Restaurants städtisches Flair. Oben auf der Promenade, in den Parks und auf den Spielplätzen pulsiert das Leben. Zinnowitz ist ein Familienbad. Jung und dynamisch. Und das war es schon zu Kaiserzeiten. Die Möglichkeit, ein warmes Seewasserbad nehmen zu können, war Voraussetzung für die Anerkennung als Seebad. Zinnowitz erhielt diese 1851. Das erste Warmbad befand sich direkt an der Promenade, auf dem Gelände des heutigen Hotels Preußenhof. Für die Hauptstädter des ausgehenden 19. Jahrhunderts war Zinnowitz ein begehrtes Seebad für den Erwerb einer Sommerresidenz.

Blick auf Zinnowitz
An der Seebrücke, die 1908 knapp 500 Meter weit in die Ostsee reichte, legten die großen Rügendampfer der Braeunlich-Reederei an und entließen unzählige Erholungshungrige in das Seebad. Ein wenig abseits des Bädertrubels, inmitten eines lauschigen Kiefernwaldes, liegt der Tennisplatz. Der weiße Sport war schon um 1900 en vogue. Zu DDR-Zeiten wurden auf dem Zinnowitzer Platz große Turniere ausgetragen. Das Seebad ist ein beliebter Trainingsort für Spitzensportler. Boxweltmeister, Rennrodler, Skispringer und sogar James Bond stählen sich in dem Seebad für ihre nächsten Auftritte.
Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden.
Ok