"Laternen-Fenster"-Aktion zu St. Martin

02.11.2020, von Konstanze Eichner

St. Martin steht für Nächstenliebe und Hilfsbereitschaft, aber auch für Laternenumzüge und Martinsgänse. Wegen der Corona-Pandemie müssen in diesem Jahr jedoch zahlreiche Veranstaltungen abgesagt werden. Damit die Geschichte des St. Martin dennoch auch in diesem Jahr eine Rolle spielt, ist aus einer einzelnen Initiative eine bundesweite Aktion entstanden, die nun alternativ stattfindet.

Das Fest zu Ehren des heiligen Martin

Der 11. November ist der Tag, an dem an den heiligen Martin von Tours gedacht wird. Insbesondere Kinder freuen sich auf diesen Tag, denn lange zuvor haben sie oftmals schon ihre Laternen gebastelt. Dieses Fest wird eigentlich zur Erinnerung an St. Martin gefeiert, der einst als römischer Soldat einem armen Bettler half. Mit der Teilung seines Mantels half er ihm, die Kälte zu überstehen und ging insbesondere durch dieses selbstlose Handeln in die Geschichte ein. Zu Lebzeiten wurde Martin als Bischof von Tours noch für viele weitere gute Taten bekannt und später heiliggesprochen. Insbesondere in Mitteleuropa werden viele Bräuche rund um den Martinstag gepflegt. Dazu zählen insbesondere folgende Veranstaltungen: der Laternenumzug, das Essen der Martinsgans, das Martinssingen und die Martinsspiele.

Der Martinstag ist damit traditionell ein Fest der Hilfsbereitschaft und Nächstenliebe, bei dem Kinder mit ihren bunten Laternen den Abend erleuchten. Bei Martinsspielen wird ihnen die Szene von Martin und dem Bettler nähergebracht. Die Gänse hatten in der Zeit, in der die Geschichte laut der Legende ihren Ursprung hat, eine besondere Bedeutung. Martin galt als ein sehr schüchterner Mensch und er versteckte sich vor den Menschen im Gänsestall. Die Menschen wiederum verehrten ihn für seine gute Tat und wollten ihn zum Bischof ernennen. Doch lange konnte sich Martin nicht vor den Leuten verstecken. Die Gänse im Stall verrieten ihn durch ihr lautes Schnattern. Damit sind sie eng mit der Geschichte von St. Martin verbunden.

Besondere Laterenen-Aktion in diesem Jahr

Wegen der steigenden Corona-Zahlen können viele Veranstaltungen aus Sicherheitsgründen in diesem Jahr nicht stattfinden. Davon sind auch die vielen Martinsumzüge betroffen. Zahlreiche Orte und Gemeinden planen daher alternative Aktionen. Dabei hat die bundesweite Aktion „Laternen Fenster“ Menschen in ganz Deutschland dazu aufgerufen, Laternen in die Fenster – bestenfalls in Richtung Straße – zu hängen und diese mit Lichterketten oder LED-Lichtern zu erleuchten. So sollen die Kinder trotzdem die bunten Laternen bewundern können, auch wenn die traditionellen Martinsumzüge in diesem Jahr ausfallen müssen. Die Aktion startet am 1.11.2020 und endet am 11.11.2020.

“Laternen-Fenster“: Idee aus St. Leon erreicht mehrere Hunderttausende

Die Idee zur „Laternen-Fenster“-Aktion hatte Jennifer Brenzinger aus dem Baden-Württemberischen Ort St. Leon. Auf Facebook rief die 34-Jährige dazu auf, bis zum 11. November als Alternative auf die abgesagten Martinsumzüge, Laternen in die Fenster zu hängen und zu beleuchten. Innerhalb weniger Tage bekam sie bereits zahlreiche Zuschriften aus Deutschland und sogar aus der Schweiz. Bis heute wurde ihr Facebook-Beitrag mehr als 260.600-mal geteilt. Mittlerweile gibt es zur Aktion eine eigene Webseite. Dort kann jeder einen Flyer und Bastelanleitungen für die eigene Laterne herunterladen. Die "Laternen-Fenster"-Aktion soll - ganz im Sinne von St. Martin - in einer schwierigen Zeit Hoffnung schenken.