Die schönsten Hof- & Gartencafés auf der Insel Usedom

02.07.2021, von Marika Borowski

 

An Usedom fasziniert mich besonders, dass die Insel so facettenreich ist: einerseits die Ostsee und die Promenaden, an denen sich die Hotels, Restaurants und Eiscafés nur so aneinanderreihen und andererseits das idyllische Hinterland mit verträumten Dörfern und kleinen Gartencafés. Da es auch für mich noch einiges zu entdecken gibt, nehme ich dich heute mit auf meiner kleinen Reise durch das Achterland mit wunderbaren Köstlichkeiten.

 

 

Hofcafé „Tante Wally“

„Habt ihr alle kein zu Hause?“ Ich liebe diesen pommerschen Humor! Mit einem Schmunzeln im Gesicht begrüßt uns liebevoll die Familie Kestermann.
Es ist kurz vor 14 Uhr, ich warte in einer sich bereits gebildeten Schlange vor dem Hofcafé „Tante Wally“ in Neppermin. Die Türen sind noch verriegelt. Das Café öffnet Punkt 14 Uhr. Seit April 2011 existiert bereits dieses kleine romantische Hofcafé und ist mittlerweile ein beliebter Inseltipp, wenn es um kleine versteckte Gartencafés auf Usedom geht. Du siehst sofort, wieviel Zeit, Mühe und Liebe in den Aufbau von Haus, Hof und Garten gesteckt wurde. Seither wurden bereits zahlreiche Gäste mit selbstgebackenen Kuchen und Torten, leckeren Eiskreationen sowie warmen Speisen, wie zum Beispiel mit köstlichen Flammkuchen, verwöhnt. Ich suche mir ein nettes Plätzchen, bestelle mir einen Französischen Eismokka und ein Stück „Faule Weiber“. Welcher Kuchen sich hinter diesem Namen versteckt, musst du schon selbst herausfinden. Ich empfehle dir also unbedingt eine kleine Fahrradtour ins Hinterland, in Richtung Neppermin mit Zwischenstopp bei „Tante Wally“! Bei nicht ganz so gutem Wetter öffnet auch die kleine und gemütliche Kaminstube auf dem Hof. Ein wirklich sehr schnuckeliges Fleckchen Erde.

„vergiss Dein nicht“

Weiter versteckt im Hinterland befindet sich das „vergiss Dein nicht“ – das etwas andere Café, wie es sich selbst betitelt. Hier kannst du in jedem Fall zur Ruhe kommen und deine Seele baumeln lassen, dich entspannen und sehr leckeren, selbst gebackenen Kuchen oder liebevoll angerichtete warme Speisen genießen. Ich bestelle mir ein Stück Käsekuchen und einen Eiskaffee mit frisch aufgeschlagener Sahne. An diesem Tag ist es sehr heiß und ich bekomme außerdem gratis ein Glas Wasser dazu. Wie alle Gäste an diesem Tag – eine sehr nette Geste, wie ich finde. Im Café selbst kannst du außerdem tolle und ausgefallene Antiquitäten ergattern. Aktuell sind Stehlampen sehr beliebt, welche aussehen wie Puppen mit einem Schirm in der Hand. Ziemlich außergewöhnlich, wie fast alles dort. Der wundervolle Märchengarten ist sehr weitläufig und überall blüht und grünt es. Gleich nebenan befindet sich auch das Wisent-Gehege im kleinen Örtchen Dargen. Eine perfekte Kombination für einen kleinen Ausflug ins idyllische Hinterland. Wie lange es das Café in dieser Form noch geben wird, steht wohl in den Sternen. Die Inhaberin ist bereits 74 und möchte nun langsam kürzertreten, um mehr Zeit mit ihren Enkelkindern verbringen zu können. Ursula Rösener sucht also einen Nachfolger, aber eben nicht jedermann – verständlich!

Gartencafé Naschkatze 

Nun mache ich mich auf den Weg auf die ganze andere Inselseite, nach Krummin, in Richtung Wolgast. Hier wird mir mal wieder bewusst, dass Usedom gar nicht so klein ist.
Schon der Weg dorthin – in Richtung Krummin, durch eine der schönsten Lindenalleen in Mecklenburg-Vorpommern, lässt mich jedes Mal in eine andere Welt eintauchen. Hier bist du richtig gut aufgehoben, wenn du den Charme eines idyllisch am Achterwasser gelegenen Dörfchens genießen möchtest, weit weg vom stressigen Alltag und dem vielen Autoverkehr. Meine Reise führt mich in die „Naschkatze“. Das Café wirkt schon beim Betreten sehr einladend und gemütlich, als wärest du zum Kaffee und Kuchen im Garten bei Freunden eingeladen. Es wirkt alle sehr verspielt, mit viel Liebe zum Detail und überall grünt es. Du sitzt zwischen Apfel- und Birnenbäumen und wunderschönen Blumen. Einmal Platz genommen, magst du gar nicht mehr aufstehen, als würde die Zeit stehen bleiben. Gut - deinen Kaffee und Kuchen musst du dir schon selbst holen, wie aber in den meisten Gartencafés auf Usedom. Ich bestelle mir einen Tee und eine Rhabarber-Baisertorte und suche mir ein gemütliches Plätzchen im Garten. Ab und an kommen auch einheimische Gäste auf einen Kaffee und einen kurzen Schnack vorbei. Man kennt sich eben auf Usedom und ich liebe dieses Heimatgefühl. Wenn du möchtest, kannst du dir all die Pflanzen im Garten sogar erklären lassen. Für Kinder steht nostalgisches Spielzeug zur Verfügung. Und auch hier gibt es eine Schlecht-Wetter-Variante, einen überdachten und beheizten Bereich in der Naschkatze. Nach deinem Besuch dort empfehle ich dir außerdem noch ein paar Schritte weiter zum Krumminer Hafen zu laufen – einer der schönsten Naturhäfen der Insel.

Café Seelchen

Bleiben wir direkt in der Umgebung. Von Krummin aus kannst du auch super bis zum „Gnitz“ am Achterwasser entlang radeln.
Angekommen im Café Seelchen in Neuendorf, fühlst du dich auch tatsächlich sofort angekommen. Schon die Begrüßung ist so herzlich. Der Flo erklärt dir alle Kuchen und Torten ganz genau, was die Entscheidung jedoch nicht leichter macht. Ich entscheide mich dann doch, für einen köstlichen Cappuccino, welcher immer so liebevoll zubereitet wird, und für ein Stück Zitronenkuchen und suche mir ein Plätzchen im Garten. Wäre alles frei, würde ich mich wieder nicht entscheiden können. Setze ich mich in die „Kusshaltestelle“ oder in den Stall mit dem Namen „Wohnzimmer“ oder einfach in den wunderschön angelegten Hofgarten? Ich entscheide mich für ein Plätzchen am Haus und lasse den anderen Gästen den Vortritt. Alina, die Inhaberin nimmt kurz bei mir Platz und erzählt, wie kreativ sie und ihr Team in der Corona-Zwangspause waren und was sie alles noch vorhaben. Die Zinnowitzerin hat Himmelfahrt 2019 ihren Traum von einem eigenen Café umgesetzt und lockt seitdem die Inselurlauber sowie auch die Einheimischen mit immer wieder neuen Ideen und Kreationen in das kleine Dörfchen. Es wurde viel gemalt, getüftelt und gebaut. Es gibt jetzt Shirts und Hoodies im Seelchen-Stil sowie Ketten, Ringe und Armreifen. Ganz neu ist die Softeisbude! Die befand sich an diesem Tag aber noch in Bau und muss unbedingt noch von mir getestet werden. Und von dir natürlich auch! Was es in diesem Café jedoch nicht gibt: Keine Termine! Kein W-LAN! Keine Kartenzahlung! Nur Landluft und Ruhe! Jetzt entscheidest du!

Waldcafé „Tendenz“ & Haus „Waldesruh“

Hier war ich tatsächlich noch nie! Weil man es aber auch nicht wirklich gleich entdeckt. Abseits von der Flaniermeile und vom Promenadentrubel in Zinnowitz überrascht mich am Waldrand das historische Waldcafé „Tendenz“ und Haus mit dem Namen „Waldesruh“. Der Garten wirkt märchenhaft, wild und urig zugleich. Ich schlendere ganz bedacht durch den Hof und genieße die Ruhe. Du findest eine große Auswahl an erlesenen Tee- und Kaffeesorten sowie selbstgebackene Torten und Kuchen vor. Der Tee wird sogar mit einer Teeuhr an den Tisch gebracht und die Tische haben in der Tat eigene Namen, wie zum Beispiel Effi oder Auguste. Einen Teil von dieser Idylle kannst du sogar mit nach Hause nehmen. Im gut sortiertem Hofladen kannst du Kaffee, Tee, Marmeladen, Porzellan, Gewürze, Seifen, Kerzen, Stoffe und vieles mehr kaufen. Und überall duftet es so schön! Vom sonst so überlaufenden Zinnowitz keine Spur mehr. Du hörst absolut nichts, außer Bienengesumme und Vogelgezwitscher.

Manchmal brauch‘ ich das schon noch: Mich an die mit Leben gefüllte Promenade setzen, Eis essen und Leute beobachten. Aber wenn ich Ruhe suche, dann gehe ich auf jeden Fall wieder eines dieser idyllischen Gartencafés im Hinterland.


Das bin ich: Usedoms Inselbloggerin 

Mein vollständiger Name ist Marika Borowski, ich bin 37 Jahre jung und komme gebürtig vom Festland aus dem Lassaner Winkel. Vom Lassaner Hafen aus hatte ich schon immer freie Sicht auf den Lieper Winkel und auf die Halbinsel Gnitz und war somit meiner Wahlheimat Usedom schon immer sehr nahe verbunden. Ich kann mich noch sehr gut daran erinnern, wie meine Eltern mit mir zum Strand nach Trassenheide oder zum Zelten auf den Gnitz gefahren sind oder wir unsere Verwandten in der Stadt Usedom besucht haben. Für mich war es immer ein tolles Ereignis, meinen Schulfreunden zu erzählen, dass ich Verwandte habe, die auf einer Insel leben. Nun lebe ich selbst bereits seit über 20 Jahren auf Usedom und darf mich schon als ein kleines Inselkind bezeichnen. Ich habe hier den Beruf zunächst zur Hotelfachfrau und anschließend zur Hotelkauffrau erlernt und diesen zu meiner Berufung gemacht. Um unseren Usedom-Besuchern viel mehr über die Insel berichten zu können, habe ich mich selbst auf Entdeckungstour begeben und halte seit gut zwei Jahren alle meine Erlebnisse und Entdeckungen auf der Insel Usedom in meinem Blog fest:

www.marikas-inselblog.de