Petra Bensemann ist gebürtige Usedomerin und Direktorin eines ausgezeichneten Wellnesshotels

14.05.2019, von Lisa Willenberg

Petra Bensemann ist eine Exotin in der Usedomer Hotellerie. Anders als viele ihrer Kollegen ist die Hoteldirektorin von "Das Ahlbeck" keine Zugezogene, sondern eine waschechte Insulanerin. Das ist auch einer der Gründe dafür, warum sie sich intensiv für den Tourismus auf der Ostseeinsel engagiert. Im Interview spricht sie zudem über die Besonderheiten des von ihr geführten Hauses und über den Luxus des eigenen Strandkorbs.

Frau Bensemann, Sie sind Direktorin des Hotels "Das Ahlbeck". Was unterscheidet Ihr Haus von den anderen Hotels auf der Insel?

Das ist eine sehr schöne und gute Frage. Unser Haus hat einen sehr persönlichen und privaten Charakter. Es hat nur 50 Zimmer und Suiten, aber 1.250 Quadratmeter Wellnessbereich. Im Moment erweitern wir auf 77 Zimmer und Suiten sowie 2.000 Quadratmeter Wellnessbereich. Genau aufgrund dieses Verhältnisses zwischen Zimmern und Wellness kommen die Gäste in "Das Ahlbeck". Wir haben zwar auch eine ausgezeichnete Lage zu bieten, aber ohne den großzügigen Wellnessbereich wären wir auswechselbar.

Die Hotellerie aus Liebe zur Heimat

Seit wann sind Sie Direktorin des Hotels und wie sind Sie zur Hotellerie gekommen?

Ich bin seit dem 1. Juli 2007 Direktorin im "Das Ahlbeck". Ursprünglich habe ich an der Humboldt Universität Berlin studiert und war Deutschlehrerin. Nachdem ich meine Kinder geboren hatte, wollte ich wieder zurück nach Usedom, wo ich geboren und aufgewachsen bin. Nach der Wende habe ich in einem Hotel in Heringsdorf als Hausdame angefangen und das ganze drei Monate ausprobiert. Danach wollte ich eine neue Aufgabe und wurde Room Service Manager im gleichen Unternehmen. Später habe ich dann die Stelle der Hotelmanagerin übernommen und mich zur Tourismusfachwirtin weitergebildet. Nachdem ich lange Zeit stellvertretende Direktorin in einem anderen Hotel war, habe ich meine heutige Stelle angetreten.

Wie ist es dazu gekommen, dass das Hotel sich eine eigene Bäckerei gegönnt hat?

Die Bäckerei haben wir seit mittlerweile acht Jahren. Unser damaliger Küchenchef kam aus der Bäckerei und Konditorei. Er hatte die Idee, unsere eigenen Brötchen zu backen und kam damit zu mir. Ich habe erst gesagt: "Du bist verrückt!" Dann haben wir uns aber mal hingesetzt und geprüft, ob sich das finanzieren lässt. Mit einem kleinen Außer-Haus-Verkauf ist das tatsächlich möglich. Im Zuge der Hotelerweiterung sind unsere drei Bäcker im letzten Jahr in eine wunderschöne, große Bäckerei umgezogen. Zwei Verkäuferinnen arbeiten in dem Verkaufswagen, der es auch Nicht-Gästen ermöglicht, unsere hausgemachten Backwaren zu genießen.

Was sind die Spezialitäten der Bäckerei?

Wir produzieren von Brot und Brötchen bis zu Kuchen und Torten das ganze Programm. Alles was wir herstellen, wird ohne Fertigbackmischungen produziert. Genau das wissen unsere Gäste zu schätzen. Das kann ich beispielsweise den Feedbackbögen entnehmen, die hier noch ganz altmodisch auf Papier ausgefüllt werden und spätestens am nächsten Tag auf meinem Schreibtisch liegen.

Ihr Wellnessbereich wurde vom Deutschen Wellnessverband mit dem Premiumsiegel ausgezeichnet. Was bieten Sie Ihren Gästen, die sich dort verwöhnen lassen wollen?

Wir bieten zum einen die Klassiker, also Kosmetik und Physiotherapie. Unsere Gäste werden von ausgebildeten Kosmetikerinnen und Physiotherapeuten betreut, was heute auch nicht mehr selbstverständlich ist. Hinzu kommen natürlich ein Schwimmbad und Saunen. Daran schließt unser Privat Spa an.

Welche kulinarischen Genüsse erwarten die Gäste im Restaurant vom "Ahlbeck"?

Wir bieten einen sehr guten Mix aus einheimischen Produkten. Vor allem Fisch wird hier auf der Insel natürlich stark nachgefragt. Neben den Klassikern lassen wir uns immer auch etwas Besonderes für unsere Gäste einfallen. Außerdem bieten wir vegetarische und vegane Speisen, was auch nicht jedes Hotel auf Usedom tut. Wir haben sogar ein vegetarisches Menü auf der Karte.

Sie drehen jeden Abend Ihre Runde durch das Restaurant, um mit den Gästen ins Gespräch zu kommen. Warum ist Ihnen das so wichtig?

Das ist der älteste Hut der Hotellerie, um Kontakt zu seinen Gästen zu bekommen. Abends ist es einfach entspannter, und die Gäste haben auch mehr Zeit sich zu unterhalten. Da wir viele Stammgäste haben, erfährt man durchaus auch Privates. Außerdem gebe ich auf Wunsch gern auch Tipps für die Insel.

Was sind die Geheimtipps auf Usedom?

Sie engagieren sich als Vorstandsmitglied des Tourismusverbandes der Insel Usedom. Welche Ziele verfolgen Sie? Vor welchen touristischen Herausforderungen steht die Insel?

Die Insel ist meine Heimat, und deshalb ist es mir wichtig, dass wir sie gut vermarkten. Usedom lebt nun mal vom Tourismus. Das gilt für wirklich alle – auch für die Handwerker. Auf dem polnischen Teil kommt noch der Hafen hinzu, aber hier auf dem deutschen Teil ist der Tourismus die Haupteinnahmequelle. Das Wichtigste für uns ist im Moment die Lenkung der Verkehrsströme. Dafür haben wir zum Beispiel ein Ticket für die freie Fahrt mit der Usedomer Bäderbahn geschaffen. Das gibt es schon seit sieben Jahren und wird wunderbar angenommen. Und was uns natürlich immer umtreibt, sind die Finanzierung und das Marketing.

Was antworten Sie Ihren Hotelgästen, wenn diese Sie nach einem Geheimtipp auf der Insel fragen?

Um einen Strandspaziergang kommt man natürlich nicht herum, egal wie oft man bereits auf Usedom war. Ein Geheimtipp für mich ist ein Ausflug ins Hinterland Richtung Kamminke. Heute habe ich einen ganz kurzen Abstecher nach Lubmin gemacht, das war auch sehr schön. Das sind die Ecken, die zwar keine Geheimecken mehr sind, aber trotzdem sehenswert und etwas abseits vom Touristentrubel.

Was ist Ihr persönlicher Lieblingsplatz auf Usedom?

Im Sommer ist es mein Strandkorb in Ahlbeck, in dem ich abends gern eine Stunde sitze. Den habe ich, weil ich auch gern ins Wasser gehe. Mitte/Ende Mai bis Anfang Oktober gehe ich regelmäßig baden, sobald das Wasser 13 Grad Celsius hat. Das ist meine Entspannung. Abends ist der Strand schon deutlich leerer, und ich bin fast allein.

Vielen Dank für das Gespräch!

Dieses Interview führte Herr Koprek im Auftrag der SEMSEO GmbH für usedom.de am 03.04.2019.

Urlaubs-Tipp:Schauen Sie doch einmal herein, was Usedom in puncto Wellness und Gesundheit noch alles zu bieten hat!