Wie bereitet sich die Insel Usedom auf die Urlaubssaison 2021 vor?

Viele von uns freuen sich auf den kommenden Sommer und hoffen, dass sich die Corona-Lage wieder etwas entspannt und einen unbeschwerten Urlaub möglich macht. Und dabei muss man gar nicht in die weite Ferne schweifen, denn das Urlaubsland Deutschland bietet mit seinen Stränden, Bergen, Metropolen und weiten Landschaften allerlei Möglichkeiten, eine schöne Zeit zu verbringen. Wie wäre es beispielsweise mit einem Urlaub auf Deutschlands sonnenreichster Insel?

Wir waren Anfang März einige Tage auf Usedom unterwegs und konnten uns ein Bild davon machen, wie sich die Insel auf die Zeit nach dem Lockdown vorbereitet. Verschiedene touristische Betriebe haben uns einen detaillierten Einblick gegeben, welche Maßnahmen ergriffen und welche Hygienekonzepte etabliert wurden, um Gästen, Mitarbeitern aber auch Einheimischen viel Sicherheit in Bezug auf Reisen in Corona-Zeiten zu geben.

Eines können wir schon vorwegsagen: Der Tourismus auf Usedom steht in den Startlöchern. Die Insel und ihre Betriebe sind bestens auf den Saisonstart vorbereitet und warten darauf, wieder ihre Gäste begrüßen zu dürfen. Und dabei werden weit mehr als die üblichen standardmäßigen Hygienemaßnahmen, wie Abstandsregelungen, das Tragen eines Mund-Nase-Schutzes und regelmäßige Desinfektion umgesetzt.

Gesundheit und Wohlbefinden aller Beteiligten hat höchste Priorität

„Unsere höchste Priorität gilt der Gesundheit unserer Gäste, unserer Mitarbeiter und der Inselbewohner Usedoms.“ sagt Marek Rausch, Hoteldirektor des SEETELHOTEL Kaiserstrand Beachhotel in Bansin. Und aus diesem Grund hat die Hotelgruppe schon im vergangenen Jahr ein eigenes Hygienesiegel in Zusammenarbeit mit Dr. Schnell für all ihre Hotels und Restaurants eingeführt, um den besten Standard für einen sichereren und entspannten Hotelaufenthalt zu bieten. Darüber hinaus war man im Bereich Testen Vorreiter auf der Insel: Die SEETELHOTELS haben im Oktober 2020 das erste private Corona-Testzentrum auf Usedom mit initiiert und in Zusammenarbeit mit einem Biotechnologie-Unternehmen in Bansin eröffnet. Das erspart Insulanern und Urlaubern die Fahrten zum nächstgelegenen Testzentrum auf dem Festland und lange Wartezeiten.

„Mehr Sicherheit im Urlaubsland“ verspricht auch das Siegel „MV gegen Corona“, mit dem bereits über 370 teilnehmende touristische Betriebe in Mecklenburg-Vorpommern die Erfüllung der Schutzstandards und weiterer Maßnahmen zur Eindämmung des Coronavirus garantieren. So auch das Hotel zur Post in Bansin, das beispielsweise neben Eingangsuntersuchungen, wöchentlichen Schnelltests und umfangreichen Schulungen ihrer Mitarbeiter auch erhöhte Reinigungs- und Desinfektionsintervalle umsetzt. „Wir setzen uns selbst immer wieder neue Standards, um den Urlaub unserer Gäste noch besser und sicherer zu gestalten.“ versicherte uns Hoteldirektor Michael Roth.

Digitale Tools helfen bei der Umsetzung von Maßnahmen

Aber auch bei der Luca App ist Mecklenburg-Vorpommern Wegbereiter und hat als erstes deutsches Bundesland die Lizenz für die Nutzung des Systems erworben. Damit können touristische Betriebe, Gastronomie und Kulturstätten einfach, schnell und sicher die Kontaktdaten von Gästen erfassen, um ggf. später Infektionsketten lückenlos nachverfolgen zu können. Die umständliche Zettelwirtschaft und das Ausfüllen von Kontaktdaten entfallen somit. Alle Betriebe, mit denen wir auf Usedom gesprochen haben, freuen sich auf die Einführung des Systems und unterstützen dieses.

Sehr begeistert hat uns die umfangreiche digitale Gästemappe, die Gästen als In-Room Tablet im Hotelzimmer des BEST WESTERN Hotel Hanse-Kogge in Koserow geboten wird. „Die smarte Softwarelösung ist ein wahrer Allrounder und ersetzt hygienisch Fernbedienung, Telefon und gedruckte Gästemappe“ erzählte uns Hotelinhaber Michael Raffelt, der zugleich Vorstandsvorsitzender des Usedomer Hotelverbandes ist. Darüber hinaus kann man mit dem Tablet in hunderten Zeitschriften schmökern, einen Tisch im Hotelrestaurant buchen oder sich über das Hotel und die Umgebung informieren. Selbst ein Chat mit der Rezeption ist möglich. Und das Beste dabei: Alles funktioniert kontaktlos und schnell.

Ideenreichtum in Kultur, Shopping & Gastronomie

Aber auch der Einzelhandel feilt an neuen Hygienemaßnahmen, die weit über den gesetzlich vorgeschriebenen Standard hinausgehen. Das Marc O‘Polo Strandcasino in Heringsdorf, ein Concept Store aus Shopping & Gastronomie, hat während des pandemiebedingten Lockdowns Baumaßnahmen umgesetzt und sein Hygienekonzept erweitert. Sei es der Einbau von kontaktlosen Schiebetüren, das Aufstellen von Hygienestationen oder eine deutliche Reduktion der Restauranttische: Hier wurde Einiges gemacht, um den Gästen bei der Wiedereröffnung viel Sicherheit zu bieten ohne auf den gewohnten Service verzichten zu müssen.

Ideenreichtum hat auch im vergangenen Jahr die Kurverwaltung in Koserow bewiesen. Aufgrund der Corona-Verordnung war es (und ist es nach wie vor) nicht möglich, klassische Kurkonzerte auf der Kurmuschel durchzuführen. „Koserow ohne Musik, das geht einfach nicht“, berichtete uns Kurdirektorin Nadine Riethdorf. Also organisierte man kurzerhand für die Sommermonate regelmäßige Straßenmusik-Konzerte. Unbekannt war, wann und wo man auf die Straßenmusiker trifft. Umso überraschter waren Urlauber und Insulaner, wenn sie während eines Spaziergangs musikalisch unterhalten wurden. Für dieses Jahr gibt es bereits Überlegungen, Kurkonzerte digital zu übertragen. So hätten auch die Daheimgebliebenen die Möglichkeit, etwas vom Usedom-Urlaubs-Flair zu spüren.

Der Megatrend Camping

Dass Camping eine tolle Alternative zu einem Hotelaufenthalt oder einer Ferienwohnung ist, hat sich bereits im letzten Jahr gezeigt. Camping war so beliebt wie nie. Urlauber schätzen gerade in Corona-Zeiten die Flexibilität, die räumliche Distanz zu Anderen, große Abstände und die Möglichkeit der Selbstversorgung. Das Dünencamp Karlshagen berichtete uns von einer Vollauslastung in der Saison 2020 und hat auch alles vorbereitet, damit ein sicheres Camping auch 2021 wieder möglich sein wird.

Erholsamer Urlaub ist trotz (und auch wegen) vieler Hygienemaßnahmen möglich

Egal ob im Hotel, einer Ferienwohnung, auf dem Campingplatz, beim Essen im Restaurant oder beim Einkaufen: Durch die vielen Hygienemaßnahmen gibt es diverse Einschränkungen und Gäste sind angehalten, sich auf veränderte Prozesse einzustellen und an neue Standards zu gewöhnen. Aber bei einem sind sich die Betriebe sicher: Es wird alles getan, um auf Usedom einen schönen, erholsamen Urlaub zu verbringen und Gäste dürfen sich trotz der aktuellen schwierigen Bedingungen auf einen hervorragenden Service freuen.

 

 

Das sind wir: One Million Places

Wir sind Michael & Sandra und schreiben auf unserem Reiseblog One-Million-Places.com mit viel Leidenschaft über unsere unzähligen Abenteuer und Erlebnisse – sei es von traumhaften Inseln, in Millionenstädten, auf Berggipfeln, in der puren Wildnis oder in den Tiefen der Ozeane. Reisen ist unsere große Leidenschaft und wir lieben es, neue Länder, Orte und Kulturen kennenzulernen und darüber zu berichten.

 

Kutter- und Küstenfischerei - Eine lange Tradition auf Usedom

Der Wecker klingelt, es ist fünf Uhr morgens und draußen sind es noch Minusgrade. Ein typischer Morgen Anfang März und zunächst finde ich auch gar keinen Grund aufzustehen. Am Abend zuvor habe ich jedoch den Wetterbericht gecheckt und die Prognose für den kommenden Tag schien sehr vielversprechend. Außerdem hatte ich tatsächlich einiges vor. Dazu später mehr. Noch am Abend schickte ich meiner Kollegin Anni eine Nachricht mit der Frage: „Was machst du morgen früh um sechs?“ Als ich ihr kurz von meinem Vorhaben erzählte, waren keine weiteren Überredungskünste nötig. Pünktlich um sechs Uhr am nächsten Morgen trafen Anni und ich uns bei der Seebrücke Ahlbeck. Schon auf dem Weg dorthin, konnten wir die rosa Farben am Himmel über dem Meer erkennen. Es war bitterkalt, die Ostsee spiegelglatt und außer kreischenden Möwen weit und breit nichts zu hören und niemand zu sehen. Wir filmten und fotografierten, bis uns die Hände an der Kamera festfroren. Dieses Farbenspiel war einfach nur spektakulär! Das frühe Aufstehen hat sich wieder gelohnt und es sollte noch besser kommen!

Ein Tag bei den Strandfischern

Mit dem Sonnenaufgang gegen halb sieben tauchten auch die Strandfischer auf. Wir hatten nämlich ein Date! Ich durfte dem Fischer Uwe Krüger und seinen Männern einen Tag lang bei ihrer Arbeit über die Schultern schauen. Uwe ist ein echter Profi! Und nicht nur was das Fischen anbelangt. „Stell dich mal dort oben auf die Düne, da kommt Rudi gleich lang und fährt runter zum Strand.“ Rudi? Mit Rudi war der dicke rote Traktor gemeint. Hier hat eben alles seinen Namen. Rudi bringt jeden Morgen Uwes Kutter „Meereswelle“ vom Ufer ins Wasser. Nur zickte er an diesem Morgen etwas rum und ließ eine Weile auf sich warten. Wahrscheinlich war es ihm einfach zu kalt. Uwe machte sich derweil auf den Weg zu seinem Kutter, um diesen schon mal zu starten. „Nicht, dass der auch noch Zicken macht.“ Also lief ich ganz aufgeregt hinterher. Nebenbei schnackten wir und stellten fest, dass die Welt echt klein ist. Wie Uwes Frau stamme ich auch aus Lassan und bin mit der Fischerei groß geworden. Als Kind wohnte ich mit meinen Eltern direkt am Hafen und konntebereits in jungen Jahren den Fischern bei der Arbeit zuschauen. Mit Haut und Haaren ist Uwe Krüger Strandfischer - und das bereits in der sechsten Generation! Sein kleines Fischrestaurant „Uwe‘s Fischerhütte“ liegt gleichen nebenan. Hier werden noch richtige pommersche Fischgerichte serviert. Seit 1990 gibt es die Fischerhütte schon. Mit Höhen und Tiefen, denn seit dreizehn Jahren wird er nun schon verklagt, weil sich ein Anwohner am Fischgeruch stört. Insulaner kann dieser Anwohner jedenfalls nicht sein, sonst würde er genau das genießen. Während des Lockdowns hat Uwe die Gelegenheit genutzt, um sein Restaurant umzubauen und zu renovieren. Ich mag es sehr, wenn Tradition auf Moderne trifft. Nun warten alle auf einen Start in die lang ersehnte Saison.

Mee(h)r geht nicht!

Jetzt ließ Uwe noch richtig einen gucken! Eine ganze Ladung Fischküt kippte er am Ufer in die Ostsee und die Möwen ließen natürlich nicht lange auf sich warten. „Mehr geht nicht!“ rief Uwe mir zu. Recht hat er! In Scharen stürzten sich die Möwen auf ihr Frühstück und ich wusste gar nicht, wo ich die Kamera zuerst hinhalten sollte. Wahnsinn! Während die Fischer ablegten, rief Uwe mir noch zu: „Lauf mal auf die Seebrücke! Da kommen wir jetzt lang! In einer Stunde sind wir wieder zurück!“ Also lief ich zur Seebrücke und machte wieder tolle Aufnahmen, wie die Fischer die ersten Stellnetze aus der Ostsee zogen. Das Meer war an diesem Tag spiegelglatt, das Wetter einfach nur perfekt – ich konnte mein Glück noch immer kaum fassen. Die Sonne stieg langsam höher und wärmte mein Gesicht. Es war echt kalt. Zurück am Strand wartete ich nun auf die erste Rückkehr der Fischer. Die ließen zwar noch eine Weile auf sich warten, aber da kam mir auch schon Uwes Schwiegertochter Tina entgegen und lud mich auf einen heißen Kaffee in die Fischhalle ein. Hier lernte ich fast alle Familienmitglieder kennen und ich habe mich sofort heimisch gefühlt. „Alle packen jeden Tag von früh bis spät mit an! Anders würde es auch gar nicht funktionieren,“ erklärte mir Tina und dann klingelte auch schon das Telefon. Uwe. Die erste Fuhre Hering landet an – es ist nämlich Heringszeit auf Usedom! Normalerweise finden auch von Anfang März bis Anfang April die Heringswochen auf der Insel statt. Während das „Silber des Meeres“ früher als Arme-Leute-Essen galt, wird er heute als Delikatesse von den Usedomer Köchen zubereitet. Leider müssen wir nun auch in diesem Jahr auf dieses kulinarische Ereignis verzichten.

Küstenfischerei – eine gefährdete Tradition

An diesem Tag wurde mir erst wieder richtig bewusst, wie viel Arbeit dahintersteckt, bis der Fisch servierfertig bei uns auf dem Teller liegt. Schon allein vom Zugucken war ich bereits fix und fertig, dabei hat der Tag erst vor ein paar Stunden begonnen. Mittlerweile war es elf Uhr und die Strandfischer kehrten von ihrer zweiten Tour zurück. Auch diesmal mit einer ordentlichen Ladung Heringe und alle halfen wieder mit. Ob groß, ob klein – ob jung, ob alt. Jeder, der gerade am Strand steht, packt mit an. Der Kleinste ist übrigens vier und der Älteste 83. Auch Uwes Enkel Mika (4) und Nils (15) wollen mal in die Fußstapfen ihres Opas treten. Nils steckt bereits mittendrin. Seit seinem fünften Lebensjahr fährt er nun schon mit seinem Opa auf´s Meer hinaus. Er hilft beim Einholen der Netze, beim Pulen und beim Putzen. Was ein echter Fischer eben alles so können muss. Auch Mika ist mit seinen vier Jahren bereits fleißig am Mithelfen. Da kann man nur hoffen, dass uns die Küstenfischerei noch lange erhalten bleibt. Denn vom Fang allein können die Fischer aufgrund der niedrigen Fangquoten heute kaum noch leben. Die Küstenfischerei ist eine gefährdete Tradition. Es ist nicht nur ein Familienerbe, sondern mittlerweile auch ein Kulturerbe, welches so langsam ausstirbt. Denn wo bekommst du heute noch fangfrischen Fisch auf deinen Teller? Der 83-jährige Ewald ist seit über 60 Jahren Fischer und das mit Leib und Seele. Vielleicht kennst du sogar seinen Kutter, den „Seeteufel“, denn dieser liegt gleich neben der „Meereswelle“ von Uwe am Strand vor der traumhaften Kulisse der Ahlbecker Seebrücke. Beim Heringe Pulen und Putzen hat Ewald immer eine gute Fischergeschichte auf Lager. Im nächsten Winter sitze ich definitiv bei ihm in der Fischerhütte am Ofen und höre mir alle an! Jetzt gönnte ich mir aber erstmal ein Fischbrötchen, denn es war bereits mittags um eins und ich hatte noch nicht einmal gefrühstückt. Was für ein aufregender Tag! Ich bin immer noch vollkommen überwältigt von der Gastfreundschaft und von diesem Familienzusammenhalt. Alles wirkt so vertraut und geht Hand in Hand. Sei also immer nett zum Fischer! Das ist echt harte Arbeit bei Wind und Wetter. Als ich meinem Vater von meinem Tag bei den Fischern erzählte, war dieser sofort Feuer und Flamme! Am Wochenende gab es dann gleich 30 Heringe! Gebraten, geräuchert und eingelegt. Nun warten wir, dass endlich auch Uwe´s Fischerhütte und all die tollen Fischrestaurants auf Usedom wieder öffnen dürfen.

Meine ganz persönlichen Empfehlungen für dich:

  • Uwe´s Fischerhütte in Ahlbeck
  • Das Fisch- & Steakrestaurant Waterblick in Loddin
  • Die Salzhütten in Koserow
  • Kelch´s Fischrestaurant in Koserow
  • Taun Fischer un sin Fru in Zempin
  • Zum Smutje in Zinnowitz
  • Die Bauernstube in Morgenitz
  • Zur Alten Fischräucherei in Rankwitz

Diese und weitere richtig gute Restaurants auf Usedom findest du auf der Usedom-Seite: www.usedom.de/kulinarik

Auf dass wir all diese Köstlichkeiten bald wieder genießen dürfen! Ahoi und liebe Grüße sendet dir Marika – deine Inselbloggerin.

Das bin ich: Usedoms Inselbloggerin

Mein vollständiger Name ist Marika Borowski, ich bin 37 Jahre jung und komme gebürtig vom Festland aus dem Lassaner Winkel. Vom Lassaner Hafen aus hatte ich schon immer freie Sicht auf den Lieper Winkel und auf die Halbinsel Gnitz und war somit meiner Wahlheimat Usedom schon immer sehr nahe verbunden. Ich kann mich noch sehr gut daran erinnern, wie meine Eltern mit mir zum Strand nach Trassenheide oder zum Zelten auf den Gnitz gefahren sind oder wir unsere Verwandten in der Stadt Usedom besucht haben. Für mich war es immer ein tolles Ereignis, meinen Schulfreunden zu erzählen, dass ich Verwandte habe, die auf einer Insel leben. Nun lebe ich selbst bereits seit über 20 Jahren auf Usedom und darf mich schon als ein kleines Inselkind bezeichnen. Ich habe hier den Beruf zunächst zur Hotelfachfrau und anschließend zur Hotelkauffrau erlernt und diesen zu meiner Berufung gemacht. Um unseren Usedom-Besuchern viel mehr über die Insel berichten zu können, habe ich mich selbst auf Entdeckungstour begeben und halte seit gut zwei Jahren alle meine Erlebnisse und Entdeckungen auf der Insel Usedom in meinem Blog fest:

www.marikas-inselblog.de

Der Winter hat es nicht immer leicht auf Usedom.

Normalerweise ist das Klima ziemlich mild und die Ostsee speichert lange die Wärme. Doch in diesem Jahr zeigt sich der Winter von seiner ganz stürmischen Seite und schiebt eine eisige Polarluft über das Meer.

Winterwonderland auf Usedom - unser Eiland hat sich in diesem Monat in eine faszinierende Winterinsel verzaubert. Atemberaubend schön! Zugleich macht es mich ein wenig traurig, dass unsere Usedom-Fans dieses Naturschauspiel nicht miterleben dürfen. Einige Tagestouristen haben sich zwar nicht an das Einreiseverbot gehalten, aber dazu komme ich später noch. Der Lockdown wurde wieder verlängert, bis in den März hinein. Die Zahlen gehen jedoch langsam nach unten und geben Hoffnung auf ein baldiges Wiedersehen. Usedom wartet schon sehnsüchtig auf dich! Einen konkreten Stufenplan gibt es noch nicht, aber wir geben die Hoffnung natürlich nicht auf: Usedom bereitet sich weiter vor! Nun möchte ich dir aber auf keinen Fall vorenthalten, wie traumhaft schön die Insel auch in dieser kalten Jahreszeit ist und nehme ich dich mit auf meine kleine Winterwonderland-Reise.

Winterwonderland-Reise

Schon der erste Februarmorgen startet mit einem unglaublichen Farbenspiel – der ganze Himmel leuchtet in einem hellen rosa. Was für ein Zauber! Mittlerweile werden die Tage wieder etwas länger und ich muss dementsprechend früher aufstehen. Sobald ich morgens aus dem Fenster schaue und den leuchtenden Himmel sehe, fällt mir dies gar nicht weiter schwer. Jacke, Schal, Handschuhe, Mütze, Kamera und ab zum Strand – wie ich es mittlerweile liebe! Früher hätte mich zu dieser Zeit nämlich niemand aus meinem warmen Bettchen geholt. Der eisige Ostwind pustet dann durch mein Gesicht – jetzt werde ich so richtig wach! Bei Minusgraden fällt mir das Filmen und Fotografieren zwar sehr schwer, aber ich weiß, dass ich dich mit meinen Aufnahmen sehr glücklich machen kann – auch dann, wenn die Sehnsucht immer größer wird.

Wenn der Wecker morgens klingelt, ich die Augen öffne und kleine Schneeflocken über meinem Dachfenster tanzen sehe, muss ich sofort los. Usedom hat sich über Nacht in eine traumhafte Winterinsel verzaubert. Einen Tag zuvor war ich noch bei Sonnenschein am Strand unterwegs und habe Bernsteine gesammelt. Windig war es nämlich schon die ganze Zeit und die Ostsee somit ziemlich aufgewühlt. Dann findest du im Übrigen eine Menge Bernsteine am Strandufer. Manchmal verstecken sie sich auch unter einer rauen Oberfläche. Die ganz Harten unter den Bernsteinjägern stehen natürlich mit dem Kescher im Wasser und fischen das „Gold“ direkt aus dem Meer. Das ist mir aber noch eine Nummer zu groß und auch zu kalt. Es kann auch sein, dass es gar keine Bernsteine mehr auf Usedom gibt, denn in diesem Jahr entwickelte sich das Bernsteinsammeln zu einem wahren Volkssport unter den Inselbewohnern. Fleißig gesammelt wurde natürlich schon immer, aber in diesem Jahr hatte ich das Gefühl, dass sich immer mehr Einwohner am Strand versammelten – mit Abstand versteht sich.

Gleichzeitig wurde aus der Winterinsel auch noch eine Eisinsel! Die Temperaturen fielen nun auf bis zu -8 Grad, es tobte ein eisiger Ostwind über dem Meer. Die Buhnen hatten auf einmal weiße Mützen an, an den Seebrücken hingen dicke lange Eiszapfen, die Eisschollen stapelten sich am Strandufer und ich konnte kaum noch auf die Ostsee blicken. Den ganzen Strand entlang türmte sich eine riesige Eiswand und verwandelte sich in Packeis. Wahnsinn! Das erleben auch wir Inselbewohner nicht all zu oft. Aber es hat auch seine Tücken! Die ganz Mutigen und Neugierigen klettern natürlich über die Eisschollen bis ran ans Ufer. Das sollte man tatsächlich lieber sein lassen! Die Großen machen es vor, die Kleinen nach und ehe du dich versiehst, versackst du im Schnee und im Eis. Nicht auszumalen, was alles dabei passieren kann.

Naturschauspiel auf Usedom

Ein ganz besonderes Naturspektakel bot sich auch am Bansiner Strand. Bei starkem Wind peitscht die Ostsee bis über die Seebrücke und vereist bei Minusgraden die darauf stehenden Bänke, Laternen und fast den gesamten Kopf der Brücke. Ich kam mir vor, wie in einer kleinen Eiswelt. Fehlte nur noch jemand, der Eintritt kassierte. Aus Sicherheitsgründen wurde die Brücke dann aber auch schnell gesperrt. Jede Seebrücke ließ uns Usedomer staunen. Ob in Zinnowitz, Bansin, so auch in Heringsdorf. Selten habe ich die Heringsdorfer Seebrücke so still erlebt. Wo sonst Trubel und Shoppingfreude herrscht, wirkt alles wie erstarrt und auch etwas beängstigend. Eine dicke Eissuppe schwappte bei Sonnenschein ans Ufer. Dies hatte dann wieder etwas sehr Beruhigendes. Eines Morgens wirkte die Ostsee wie erstarrt und es war unheimlich still am Strand. Unter der dünnen Eisdecke konnte ich noch das Schaukeln der Wellen erkennen. Jetzt würdest du sogar eine Stecknadel im Schnee fallen hören! Kein Wind, kein Wellenrauschen, kein Menschengeschnatter – nur Vogelgezwitscher und dazu geht auch noch die Sonne auf. Faszination pur!

Überall leuchtende Augen und lachende Kinderherzen, die in den Küstenwäldern auf Schlitten unterwegs waren. Das schöne Wetter und das grandiose Naturschauspiel lockte auch viele Besucher auf die Insel Usedom. Vollkommen verständlich, denn was ist schon gesünder als ein Strandspaziergang an der frischen Luft. Aber auch ein wenig rücksichtslos, wenn sich die Menschenmassen dicht an dicht über die Seebrücken schieben. Unser Landkreis ist leider immer noch ein Hochrisikogebiet und der Tagestourismus somit nicht erlaubt. Keiner hatte böse Absichten dabei, vielen Besucher aus dem eigenen Bundesland war es gar nicht wirklich bewusst. Bei den vielen Regeln kann man tatsächlich auch ein wenig durcheinanderkommen. Dennoch sollten wir weiterhin achtsam mit dem Coronathema umgehen, sonst müssen wir wohl noch länger auf den langersehnten Saisonstart warten.

Pass gut auf dich auf, nimm Rücksicht, informiere dich und bleib vor allem gesund!

Ahoi, sagt Marika - deine Inselbloggerin.

 

Das bin ich: Usedoms Inselbloggerin

Mein vollständiger Name ist Marika Borowski, ich bin 37 Jahre jung und komme gebürtig vom Festland aus dem Lassaner Winkel. Vom Lassaner Hafen aus hatte ich schon immer freie Sicht auf den Lieper Winkel und auf die Halbinsel Gnitz und war somit meiner Wahlheimat Usedom schon immer sehr nahe verbunden. Ich kann mich noch sehr gut daran erinnern, wie meine Eltern mit mir zum Strand nach Trassenheide oder zum Zelten auf den Gnitz gefahren sind oder wir unsere Verwandten in der Stadt Usedom besucht haben. Für mich war es immer ein tolles Ereignis, meinen Schulfreunden zu erzählen, dass ich Verwandte habe, die auf einer Insel leben. Nun lebe ich selbst bereits seit über 20 Jahren auf Usedom und darf mich schon als ein kleines Inselkind bezeichnen. Ich habe hier den Beruf zunächst zur Hotelfachfrau und anschließend zur Hotelkauffrau erlernt und diesen zu meiner Berufung gemacht. Um unseren Usedom-Besuchern viel mehr über die Insel berichten zu können, habe ich mich selbst auf Entdeckungstour begeben und halte seit gut zwei Jahren alle meine Erlebnisse und Entdeckungen auf der Insel Usedom in meinem Blog fest:

www.marikas-inselblog.de

 

 

Mittwoch, 27 Januar 2021 12:47

Die einzigartigen Küstenwälder Usedoms

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Forstamtsleiter Felix Adolphi spricht über die Schönheit und die Besonderheiten der Usedomer Wälder

Felix Adolphi wurde im Alter von 34 Jahren der jüngste Forstamtsleiter in Deutschland. Als Oberförster von Neu Pudagla ist der Greifswalder für 12.000 Hektar Wald auf Usedom verantwortlich. Im Interview spricht er über die Besonderheiten des Küstenwaldes, den ersten Kur- und Heilwald Deutschlands sowie seinen liebsten Wanderweg auf der Insel.

Herr Adolphi, seit wann sind Sie Förster auf Usedom?

Seit Dezember 2015 leite ich das Forstamt Neu Pudagla. Vorher war ich in der Zentrale der Landesforst Mecklenburg‑Vorpommern tätig, wo ich für Öffentlichkeitsarbeit und Umweltbildung zuständig war. Usedom war deshalb für mich interessant, weil es ein relativ untypisches Forstamt ist. Neben dem Forstbetrieb, den wir dort im Landeswald betreiben, sind wir besonders im Bereich Forsthoheit und Öffentlichkeitsarbeit gefordert.

Wie viel Wald und welchen Wald hat Usedom zu bieten?

Ein Drittel der Insel ist mit Wald bedeckt, das sind 12.000 Hektar. Das ist zwar nicht besonders viel, aber der Waldflächenanteil auf Usedom ist höher als im Rest des Landes. Für die kompletten 12.000 Hektar sind wir als Untere Forstbehörde verantwortlich und müssen zum Beispiel darüber wachen, dass das Landeswaldgesetz eingehalten wird. Knapp 5.000 Hektar dieses Waldes sind Landeswald, den wir bewirtschaften. Das heißt also Wald pflegen, Holz ernten, Bestände verjüngen, Wege bauen und jagen.

Der Wald auf Usedom zeichnet sich dadurch aus, dass er sehr stark zerschnitten ist – also die Waldgebiete oft durch Verkehrswege und Gemeinden unterbrochen werden. Ein Großteil des Waldes erstreckt sich entlang der Küste. Das sind eher schmale, langgestreckte Waldgebiete, zwischen denen immer wieder Gemeinden liegen und Wege zum Strand führen. Dass der Wald bis zur Ostsee heranreicht, macht natürlich seinen Reiz aus. Für uns als Förster macht es die Bewirtschaftung aber nicht unbedingt leichter, weil auf touristische Belange geachtet werden muss.

Etwa 40 Prozent auf Usedom sind Laubwald und 60 Prozent sind Nadelwald. Die Hauptbaumarten sind Kiefern und Buchen. Langfristig soll die Fläche der Buchen die der Kiefern übersteigen.

Wodurch zeichnet sich insbesondere der Küstenwald auf Usedom aus?

Wenn man in Peenemünde in den Wald geht, stellt man fest, dass es sich um einen Kiefernwald handelt, der auf sandigen Böden steht. Es handelt sich um ein ganz sensibles Ökosystem, wo sich aufgrund des Nährstoffmangels eine bestimmte Pflanzengesellschaft einstellt. Die Besonderheit aller Küstenwälder liegt darin, dass sie von der hohen Luftfeuchtigkeit der Ostsee profitieren und damit trotz geringer Niederschläge bei guter Gesundheit bleiben.

Wenn man weiter nach Südosten schaut, dann gibt es auch Buchenwälder, die bis an die Küste heranreichen. Die stehen auf Böden, die einen höheren Lehmanteil enthalten. Den Buchen ist natürlich anzusehen, dass sie an der Küste dem rauen Wetter ausgesetzt sind. Den Kronen sieht man zum Beispiel die starken Winde von der Ostsee her an. Auch das Laub auf den Böden wird ausgeblasen, was dazu führt, dass die Vegetation an der Oberfläche nicht durch sehr viele Nährstoffe versorgt wird.

Der Wald an der Küste ist nicht nur ästhetisch eine Besonderheit, er schützt die Küste auch an vielen Stellen. Deshalb ist er durch das Landeswaldgesetz besonders geschützt.

Sie haben schon angedeutet, dass der Küstenwald mit Trockenheit besser zurechtkommt. Wie hat sich die Dürre der vergangenen Jahre auf die Gesundheit der Usedomer Wälder ausgewirkt?

Der Grundwasserspiegel ist wegen der Dürre erheblich zurückgegangen. Er liegt inzwischen bis zu 1,5 Meter tiefer als sonst. Das macht den Bäumen natürlich zu schaffen. Wir kontrollieren den Waldzustand sehr eng, in erster Linie durch die genaue Beobachtung der Kronen und der Belaubung.

Ein deutliches Anzeichen dafür, dass die Bäume geschwächt sind, ist zum Beispiel, dass die Eichen auf der Insel im vergangenen Jahr sehr viele Eicheln getragen haben. Üblicherweise vermehrt sich die Eiche nur alle sieben bis zehn Jahre mit einer sogenannten Vollmast. Weil die Rahmenbedingungen so schlecht waren, kriegen die Bäume quasi Panik und versuchen um jeden Preis, noch eine Nachkommenschaft in die Welt zu setzen. Deshalb wurden im letzten Jahr umso mehr Eicheln produziert, was den Baum aber wiederum schwächt, weil dafür ein erheblicher Energiebedarf notwendig ist. In diesem Jahr haben wir das Gleiche bei den Buchen beobachtet.

Was an Niederschlag fehlt, können die Bäume auf Usedom ganz gut durch die erhöhte Luftfeuchtigkeit kompensieren. Aber Kompensieren heißt ja nur, dass sich Probleme und Schäden nicht gleich bemerkbar machen. Die Bäume leiden trotzdem. Und ich rechne auch damit, dass die Gesundheit gerade dieser zwei Arten in den kommenden Jahren schlechter sein wird, als ich es mir wünsche. Ich habe aber die Hoffnung, dass es hier nicht so drastisch ausfällt wie in anderen Landesteilen weiter im Süden.

Europas erster Kur- und Heilwald liegt auf Usedom

Seit 2016 besitzt Usedom den ersten Kur- und Heilwald Deutschlands. Was genau muss man sich darunter vorstellen?

Der Kur- und Heilwald befindet sich im Eigentum der Gemeinde Heringsdorf. Damit folgt die Gemeinde einer Tradition von Gesundheits-, Kur- und Heilangeboten, die dort in diesem Seebad schon immer angeboten wurden. Im Wald wurden schon früher beispielsweise Leibesübungen durchgeführt und es gibt Relikte von Tennisplätzen im Wald. Das Ganze hat hier also eine lange Tradition, die nun durch die Gemeinde in Zusammenarbeit mit dem Forstamt wieder aufgenommen wurde.

Mit dem Kur- und Heilwald wollen wir nicht unbedingt nur die Menschen ansprechen, die ohnehin schon regelmäßig zum Sporttreiben in den Wald gehen. Es geht um die Menschen, die aufgrund körperlicher oder mentaler Beeinträchtigungen daran gehindert werden, in den Wald zu gehen. Wir haben eine Infrastruktur mit barrierefreien Wegen geschaffen, damit auch Menschen den Wald aufsuchen können, denen das ansonsten nicht möglich ist.

Über Tafeln werden die Besucher darüber informiert, wie der Wald auf sie wirkt und sie werden animiert, bestimmte Übungen durchzuführen. Außerdem nutzt ein kleiner Kreis von Physio- und Ergotherapeuten den Kur- und Heilwald, um hier gemeinsam mit Patienten Übungen durchzuführen. Und es gibt sehr viele Führungen zu dem Thema Wald und Gesundheit, die vom Forstamt und von der Kurverwaltung angeboten werden.

Im Kur- und Heilwald gibt es ein Verbot für Smartphones. Sie laufen aber nicht
durch den Wald und verteilen Strafzettel, wenn man das Handy in der
Hand hat?

Es gibt in der Tat eine Verordnung, in der steht, dass auf die Nutzung mobiler Datenendgeräte verzichtet werden soll. Wir versuchen die Besucher damit zu mehr Achtsamkeit zu erziehen. Sie sollen auf die Natur und sich selbst hören, wobei natürliche jede Ablenkung wie das Smartphone hinderlich ist.

Gleichzeitig nutzen die Waldbesucher aber ihre Smartphones, um sich zu orientieren und zu informieren. Das heißt, das Verbot wird von uns nicht durchgesetzt. Wenn ich jemanden mit dem Handy im Kur- und Heilwald sehe, spreche ich ihn möglicherweise darauf an, aber es gibt keine Strafzettel oder ähnliches. Zumal es sogar eine eigene App für den Kur- und Heilwald gibt.

Die schönsten Wanderwege führen durch den Wald

Verraten Sie uns zum Schluss bitte noch Ihren Lieblingsort auf Usedom. Welches Waldstück müssen Gäste gesehen haben oder welchen Wanderweg sollten sie unbedingt beschreiten?

Was auf Usedom sicherlich einmalig ist, das ist der wunderschöne Wald entlang der Ostseeküste. Dank der Usedomer Bäderbahn ist jeder in der Lage, auch eine Wanderung in nur eine Richtung zu vollziehen und den Rückweg mit der Bahn zu bestreiten. Ich würde den Leuten empfehlen, zum Beispiel zwischen den Kaiserbädern und Ückeritz den Weg an der Ostseeküste zu laufen. Der Abschnitt zwischen Bansin und Ückeritz ist sehr schön. Den Wanderweg gehe ich gern auch privat.

Ansonsten ist der Wald im Südosten der Insel herrlich, weil er weit weg von der Ostseeküste liegt und nicht so stark frequentiert wird. Hier gehe ich mit meiner Familie auch in der Freizeit spazieren und Pilze sammeln.

Vielen Dank für das Gespräch!

Das Interview führte Herr Koprek im Auftrag der SEM SEO GmbH für usedom.de am 09.12.2019.

 

Urlaubs-Tipp: Wo Sie auf Usedom zu Fuß oder mit dem Rad am besten wandern können, erfahren Sie hier!

 

Montag, 11 Januar 2021 09:29

Der neue Usedom-Blog 2021

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Hallo 2021 – So hat die Insel Usedom den Jahreswechsel erlebt

Ein denkwürdiges Jahr 2020 liegt hinter uns. Die Corona-Pandemie hat uns vieles abverlangt und mit einigen Einschränkungen müssen wir wohl noch eine Weile leben. Jedoch möchte ich es mir nicht nehmen lassen, dir mit viel Zuversicht ein wenig Vorfreude auf deine nächste Reise auf die Insel Usedom zu bereiten. Mein Name ist Marika und ich bin für die nächsten zwölf Monate die offizielle Inselbloggerin von Usedom.

Ich hole meine Leser gedanklich aus dem Alltag ab und nehme sie mit auf meine Genussreise quer über die Insel bis hin zu meinen Lieblingsecken. Im September 2020 habe ich am inselweiten Ideenwettbewerb für Usedom teilgenommen und mit meiner Idee eines authentischen Inselblogs gewonnen. In jeder meiner Zeilen stecken eine Menge Recherche, persönliche Erlebnisse und ganz viel Herzblut für meine Sonneninsel. Denn Usedom ist nicht nur eine Urlaubsinsel, sondern ein ganz besonderes Gefühl - ein Gefühl, das verbinden soll.

Mit dieser Verbindung komme ich auch gleich zum Thema meines ersten Blogartikels: Es wird Zeit, dass Usedom sich wieder mit seinen Gästen verbinden darf! Ich möchte dir erzählen, wie wir Einheimische die Zeit während der beiden Lockdowns auf der Insel erlebt haben, wie die Sommersaison 2020 verlief und wie wir Weihnachten und den Jahreswechsel ohne unsere Gäste verbracht haben.

Leere Strände auf Usedom

Leere Strände und die Insel mal einfach nur für uns zu haben – klingt zunächst romantisch, oder? So etwas kannten viele Einwohner entweder gar nicht oder sie haben es schon lange nicht mehr erlebt. Der Tourismus auf Usedom boomt und die Insel ist auch in der Nebensaison ein beliebtes Reiseziel. Nun ist alles still – ein seltsames Gefühl. Über Nacht wurden gewissermaßen die Brücken hochgeklappt und der touristische Verkehr verboten. Die Telefone in den Hotels und Reservierungszentralen klingelten sich heiß – unsere Gäste wollten so schnell wie möglich informiert werden, ob sie jetzt wirklich nicht mehr auf die Insel reisen dürfen. Eine große Anzahl an Stornierungen prasselte auf uns ein. Keiner wusste so recht, wie er mit dieser neuen und außergewöhnlichen Situation umgehen sollte. Eine aktuelle Verordnung lag noch nicht vor und jeder war ein wenig aufgeregt. Wie bringe ich meinen Gästen bei, dass ihr Urlaub nun ins Wasser fällt oder, dass sie tatsächlich vorzeitig abreisen müssen.
Alle Gefühle waren vertreten: Angst, Unverständnis, Verwirrung. Nach ein paar Tagen kehrte etwas Ruhe ein.
Die Reservierungen bis vorerst Mitte/Ende Mai waren storniert oder umgebucht – viele Arbeitnehmer befanden sich nun in Kurzarbeit.

Es blieben uns der Strand, das Meer, tolles Wetter und sehr viel Zeit. Viele Inselbewohner sattelten ihre Räder und entdeckten die Insel wieder und manchmal auch ganz neu. Die Hotels, Restaurants, Ferienwohnungen wurden renoviert - sofern es finanziell möglich war – und die Gärten erhielten ihren Frühjahrsputz. In dieser Zeit war ich so dankbar, nicht in einer Großstadt zu leben, wo sich viele Familien teilweise „einsperren“ mussten. Hier gehörten nun lange Spaziergänge am Ostseestrand zum neuen Ritual – selbst Ostern lagen wir bei Sonnenschein am Meer. Ostern? An den Feiertagen und vor allem bei tollem Wetter wird auf Usedom doch sonst gearbeitet! Nun sollte es aber auch bald wieder losgehen:

Saisonstart in fünf Phasen

In fünf Phasen wurde der Lockdown nach und nach beendet. Bereits Anfang Mai durften die Restaurants mit Einschränkungen wieder öffnen, Hotels jedoch noch nicht. Gastronomie ohne Tourismus macht auf Usedom leider wenig Sinn. Über Himmelfahrt durften auch endlich die Hotels wieder öffnen, jedoch „nur“ für Gäste aus Mecklenburg-Vorpommern. Dies empfand ich zunächst als sehr spannend, auch mal wieder die Gelegenheit zu nutzen, sein eigenes Bundesland kennenzulernen. Ab Pfingsten durften unsere Gäste aus allen Bundesländern wieder zu uns reisen, jedoch bis Ende Juni nur mit einer Belegungsgrenze von maximal 60%. Die meisten Hotels und Ferienwohnungen sind über die Feiertage bereits zu 100% ausgebucht. Wem sagt man also ab und wer übernimmt diese traurige Aufgabe? Es war eine sehr aufregende Zeit und wieder diese vielen Gefühle: Wut, Trauer, Angst, Unverständnis, aber auch sehr viel Dankbarkeit. Die Menschen freuten sich, dass sie endlich wieder raus und reisen durften. Und dann ging es auch schon los.

Die Sommersaison startete von heute auf morgen und in diesem Jahr wurden wir regelrecht überrannt. Durch viele Reisewarnungen für das Ausland entdeckten die Deutschen ihr eigenes Land, so auch Usedom, als neues und beliebtes Urlaubsziel. Die Saison ging bis weit in den Oktober rein – wir waren restlos ausgebucht! Die Usedomer waren dankbar für so eine tolle Saison, denn wir hatten einiges aufzuholen. Zum Ende konntest du aber auch spüren, wie ausgelaugt alle waren.

Durch die vielen Corona-Auflagen entstanden viele und lange Wartezeiten. Vor den Buffets, in den Restaurants, vor den Geschäften und sogar teilweise am Strand. Die Hygienevorschriften und Abstandsregeln mussten eingehalten werden. Auch für uns eine ganz neue Erfahrung und Herausforderung, welche sehr viel Kraft in Anspruch nahmen. Umso erschöpfter fühlst du dich, wenn du auch oftmals auf Unverständnis triffst und endlose Diskussionen führen musst. Natürlich kommt kein Urlaubsfeeling auf, wenn du mit Maske bei hohen Temperaturen durch die Hotelgänge und Restaurants laufen und auch einkaufen gehen musst, du kein Lächeln mehr vom Kellner, von der Rezeptionistin, vom Zimmermädchen oder auch von den Verkäufern und Verkäuferinnen siehst. Durch die vielen Desinfektionsspender kommt auch ein wenig Krankenhausatmosphäre auf und überall diese Plexiglasscheiben.

Am Ende sind es tatsächlich wir, die unsere Gewohnheiten im Kopf ändern und in Einklang bringen müssen. Die dankbar sein sollten, dass wir in unserem Land so gut unterstützt werden und überhaupt reisen dürfen. Ich wünsche mir auch für die Zukunft viel mehr Achtsamkeit, Verständnis, Rücksicht, Empathie und Dankbarkeit. Denn Covid-19 wird uns noch lange Zeit begleiten…

Lockdown 2.0

November. Der nächste Lockdown ist schon da. Zunächst hieß es, nur für die nächsten vier Wochen. Einen Monat kann man auch ganz gut überstehen, zumindest nach so einer harten Sommersaison. Viele Gastronomen schließen in den Wintermonaten und öffnen dann nochmals an Weihnachten und über den Jahreswechsel. Als es dann aber auf die Feiertage zuging und klar wurde, dass sich der Lockdown noch bis in den Januar und vielleicht noch viel länger hinzieht, da wurde uns allen wieder ziemlich mulmig. Für die Hotels ein noch derberer Schlag, denn die Winterzeit bedeutet Wellnesssaison. Wenn es draußen ungemütlich wird, lassen sich die Gäste in den Wellnessoasen so richtig verwöhnen und die Seele baumeln. Dieses Geschäft boomt mittlerweile auch in der Nebensaison auf Usedom.

Es ist für uns alle kein schönes Gefühl, wenn wir nicht wissen, was noch alles auf uns zu kommt, kein Ende in Aussicht ist und wir es nicht kontrollieren und ändern können. Das ist menschlich. Gesund wollen wir dennoch alle bleiben und auch unseren Beitrag dazu leisten.

Weihnachtszeit ist Familienzeit

Weihnachten und Silvester ohne Tourismus? Ohne unsere Gäste, die schon seit vielen Jahren immer zur selben Zeit zu uns kommen und eigentlich schon zur Familie gehören? Nur eben nicht zur Kernfamilie. Für viele Insulaner bedeutet es in diesem Jahr: alle Weihnachtstage sowie Silvester und Neujahr frei! Wenn du aus der Dienstleistung kommst, ist es wie Musik in deinen Ohren. Sowas gab es noch nie! Was nützt es uns nur, wenn wir zwar zu Hause sein können und dennoch nichts erleben dürfen? Keine Weihnachtsmärkte, keine Glühweinstände, keine Freunde und Bekannte treffen. Jetzt wäre doch endlich mal Zeit dafür. Da kommt auch kein Weihnachtsfeeling auf. Aber die meisten machten es sich zu Hause sehr gemütlich. Es gab regelmäßige Essenszeiten: Frühstück, Mittag, Kaffee, Abendessen – alles ziemlich ungewohnt, wenn man im Tourismus oder in der Dienstleistung arbeitet, aber dafür umso schöner. Der Weihnachtsbaum wurde ganz traditionell am Heiligmorgen geschmückt – ich kann mich gar nicht erinnern, wann ich dies zum letzten Mal getan habe. Viele Jahre habe ich sogar schon auf die Weihnachtsdeko verzichtet, da ich kaum zu Hause war. Die toll weihnachtlich dekorierten Hotels habe ich jedoch geliebt und in diesem Jahr sehr vermisst. Die Seebäder auf Usedom haben sich dafür sehr große Mühe gegeben, die Orte, Promenaden und Straßen ganz wunderbar zu dekorieren, um ein wenig Weihnachtsstimmung auf die Insel zu bringen.

Ich war fast jeden Tag am Strand unterwegs. Zum Sonnenaufgang, zum Sonnenuntergang und auch, wenn die Sonne mal nicht schien. Der eisige Wind und das Strandsandpeeling in meinem Gesicht gab mir das Gefühl lebendig zu sein. Der Wind treibt den Sand über den Strand, es gibt kaum Spuren und du bist ganz allein. Entweder verliert sich die Ostsee in grauer Weite oder erstrahlt in sensationellen Farben, wenn die Sonne auf- oder untergeht. Und an manchen Tagen ist der Nebel sogar so dick, dass du nicht einmal das Ende der Buhnen siehst. Was für großartige Naturschauspiele ich bewundern durfte. Manchmal hatte ich sogar ein schlechtes Gewissen, die tollen Strandbilder auf meinem Blog zu posten, aber das Feedback war immer positiv und die Leute waren einfach nur dankbar, dass ich ihnen ein wenig Usedom-Feeling nach Hause schicken konnte. Das hat mich sehr glücklich gemacht.

Jahreswechsel ohne Usedom-Gäste

Als Weihnachten vorüberging, war ich ein wenig traurig, denn die Tage vergingen viel zu schnell. Ich liebe dieses weihnachtliche Gefühl von Wärme, Geborgen- und Gemütlichkeit. Dass zum Jahreswechsel nicht geböllert wurde, empfand ich als sehr entspannend. Ich gebe zu, dass Silvester am Strand zu feiern, schon ein ganz besonderes Ereignis ist. Tausende Menschen, Partymusik und Feuerwerke von Peenemünde bis Ahlbeck direkt über der Ostsee! Jeder begrüßt das neue Jahr und liegt sich in den Armen.

Das Menschengedränge am Strand und an den Seebrücken hat mir in diesem Jahr jedoch nicht gefehlt. Ein leuchtend roter Himmel über dem Meer ist für mich sowieso das schönste Feuerwerk! Also stand ich mit meiner Familie im kleinen Kreis am Lagerfeuer, wir tranken Glühwein und aßen Stockbrot. Nach Mitternacht und einem Scheidebecher ging es auch schon ins Bett – ein tolles Gefühl ausgeschlafen und ohne Kater den Neujahrsspaziergang an einem sauberen Strand zu verbringen.

Wiedersehensfreude

Nun sieht es leider so aus, als wenn wir noch ein paar Wochen länger auf unsere Usedom-Gäste verzichten müssen. Ich bin ganz ehrlich, Weihnachten und Silvester ganz allein auf einer Insel und die gesamte Zeit mit seiner Familie verbringen zu dürfen, werden mir in schöner Erinnerung bleiben. Aber nun kann es wirklich bald wieder losgehen. Wir möchten dir wieder einen schönen Urlaub bereiten dürfen. Das liegt uns im Blut und das vermissen wir sehr. Und ich bin mir ziemlich sicher, dass du deine Lieblingsinsel genauso sehr vermisst.

Wie die Hoteliers und Gastronomen sich darauf vorbereiten, erzähle ich dir im Monat Februar in meinem nächsten Blogartikel. Also bleib gespannt und vor allem gesund, so dass wir dich endlich bald wieder auf Usedom begrüßen dürfen!

Ahoi, sagt Marika - deine Inselbloggerin.

Das bin ich: Usedoms Inselbloggerin

Mein vollständiger Name ist Marika Borowski, ich bin 37 Jahre jung und komme gebürtig vom Festland aus dem Lassaner Winkel. Vom Lassaner Hafen aus hatte ich schon immer freie Sicht auf den Lieper Winkel und auf die Halbinsel Gnitz und war somit meiner Wahlheimat Usedom schon immer sehr nahe verbunden. Ich kann mich noch sehr gut daran erinnern, wie meine Eltern mit mir zum Strand nach Trassenheide oder zum Zelten auf den Gnitz gefahren sind oder wir unsere Verwandten in der Stadt Usedom besucht haben. Für mich war es immer toll, meinen Schulfreunden zu erzählen, dass ich Verwandte auf der Insel habe. Nun lebe ich selbst bereits seit über 20 Jahren auf Usedom und darf mich schon als ein Inselkind bezeichnen. Ich habe hier den Beruf zunächst zur Hotelfachfrau und anschließend zur Hotelkauffrau erlernt und diesen zu meiner Berufung gemacht. Um unseren Usedom-Besuchern viel mehr über die Insel berichten zu können, habe ich mich selbst auf Entdeckungstour begeben und halte seit gut zwei Jahren alle meine Erlebnisse und Entdeckungen auf der Insel Usedom in meinem Blog fest:

www.marikas-inselblog.de

(vom 12.-14.01. ist die Seite wegen Wartungsarbeiten eingeschränkt erreichbar.)

 

  

Dienstag, 15 Dezember 2020 15:53

Imkerei: Das ist kein Hobby, sondern Arbeit

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Lothar Wilke ist seit 46 Jahren DER Imker auf Usedom

Lothar Wilke ist seit mehr als 45 Jahren Imker mit Herz und Seele. Niemand auf Usedom kennt sich besser mit Bienen und Honig aus als der Ur-Usedomer, der seine Bienenstöcke seit jeher in Neu Sallenthin, einem Ortsteil von Bansin, stehen hat. Im Interview spricht Wilke über seine Anfänge als Imker, das Bienensterben und sein langjähriges Engagement im Usedomer Imkerverein.

 

Herr Wilke, seit wann befassen Sie sich mit Bienen und wie sind Sie zum Imkern gekommen?

Ich habe 1974 geheiratet und in diesem Jahr auch mit dem Imkern angefangen. Wir haben damals in Greifswald gewohnt und meine Frau wollte einen eigenen Garten. Ich habe dann einen großen Garten auf dem elterlichen Grundstück in Bansin geplant und rund 80 Bäume und Sträucher gepflanzt. Sogar eine Spargelanlage haben wir aufgebaut. Allerdings blieb der Ernteerfolg aus, weil es in der Region keine Bienen gab. So habe ich mich 1974 erstmals mit dem Thema Bienen beschäftigt und kurz darauf mit dem Imkern begonnen.

Wie viele Bienenstöcke haben Sie momentan?

Ich habe 16 Bienenstöcke, zwölf Völker und vier Ableger. Von April/Mai bis August/September nimmt das ziemlich viel Zeit in Anspruch. Früher habe ich das noch von Greifswald aus gemacht, bis wir in mein Elternhaus umgezogen sind.

Ist das Imkern für Sie Hobby oder Arbeit?

Imkerei ist kein Hobby, Imkerei ist Arbeit. Ich bin zwar kein hauptberuflicher Imker, aber ich imkere mit dem Ziel des Ertrags. Als mit der Wende alle anderen Imker aufhören wollten, habe ich weitergemacht. Bis heute. Ich habe die Bienen und ihr Umfeld in den letzten Jahren genau studiert.

Die Wachsmotten sind für viele Imker ein großes Problem. Was tun Sie gegen die Schädlinge, die es auf die Waben abgesehen haben?

Ich habe schon vor Jahren investiert und gemeinsam mit meinem Vater, der Kühlanlagenmonteur war, ein Kühlhaus in der Gartenlaube gebaut. Das wurde nach vielen Jahren Streit mit dem Bauamt ein ganzes Bienenhaus. In dem Kühlhaus lagere ich bei acht Grad Celsius die leeren Honigwaben und die ausgebrüteten Waben, die im nächsten Jahr zum Einsatz kommen. Das schützt sie vor den Wachsmotten.

Was für Blüten finden Ihre Bienen auf der Insel?

Wir haben hier auf Usedom zwei Haupttrachten. Das eine ist die Rapstracht. Dafür wandere ich mit meinen Bienen zehn, fünfzehn Kilometer zu den Feldern, wo die Bauern Raps anbauen. In den letzten Jahren wurden von den Landwirten mehr und mehr Blühflächen bepflanzt, so dass ich die Bienen bis zum Juli/Anfang August stehen lassen kann und eine zweite Blütentracht habe.

Wie viel Honig produzieren Sie im Jahr?

Ich lag pro Volk bei etwa 30 bis 50 Kilogramm Honig. Allerdings ist das im letzten Jahr massiv eingebrochen, da hatte ich nur ein Drittel der normalen Menge.

Woran liegt der massive Einbruch?

Das Wetter war schlecht. Wir hatten im Frühjahr nur zwei Tage über 18 Grad, so dass der Raps nicht gehonigt hat, weil es ihm noch zu kalt war. Der trockene Sommer hat den Blühpflanzen auch nicht gutgetan.

Wie viele Mitglieder zählt der Usedomer Imkerverein, in dem Sie sich seit vielen Jahren stark engagieren?

Wir liegen zwischen 25 und 30 Mitgliedern.

Was genau sind die Aufgaben des Vereins?

Wir betreiben viel Öffentlichkeitsarbeit und fördern natürlich den Austausch unter den Imkern. Die Imker, die im Verein organisiert sind, haben immer bessere Informationen als die, die es nicht sind. Das beginnt schon bei den bürokratischen Hürden. Bienenvölker kann man nicht einfach so in seinem Garten aufstellen, sondern benötigt dafür entsprechende Genehmigungen von den Behörden. Die Bienen muss man anmelden, so wie sich Bürger auch an ihrem Wohnort melden müssen.

Wie ist es um den Nachwuchs bestellt? Die Imkerei erlebt ja seit ein paar Jahren einen kleinen Boom, gerade auch weil das Bienensterben medial stark thematisiert wurde.

Ich persönlich bin über den Boom sehr froh. Zu uns kommen viele junge Leute und mittlerweile vor allem auch viele Frauen, die sich damit beschäftigen. Die werden von uns vorbereitet und bekommen einen Betreuer zur Seite gestellt, mit dem sie die fachlichen Dinge besprechen können. Sie müssen bedenken, dass die Imkerei nach wie vor ein Lehrberuf mit mehrjähriger Ausbildung ist. Auch wenn man eine Imkerei betreiben möchte, muss man sehr viel lernen. Dabei hilft der Imkerverein.

Das Schlagwort Bienensterben hat die letzten Jahre die Runden gemacht: Wie beurteilen Sie die aktuelle Lage?

Ich kriege bei dem Thema Bienensterben immer krause Haare. Das Problem existiert, ist aber hausgemacht. Ich habe 20 Jahre lang gepredigt, dass die Imker ihre Waben Ende Juli abschleudern und die Bienen danach mit Ameisensäure behandeln, um sie vor den Milben zu schützen. Denn die Milben haben im Juli und August die höchste Population. Aber viele Imker sind auf die letzten drei Gramm Honig aus und lassen die Bienenstöcke bis zum Schluss stehen. Haben dann aber das Problem, dass sie im September/Oktober keine Bienen mehr haben, weil die Milbe ihnen zuvorgekommen ist.

Oft machen das die älteren Imker so, weil schon die Eltern und Großeltern zu einem bestimmten Datum geschleudert haben. Aber der Kreislauf der Natur hat sich nach vorne verschoben. Es wird früher warm und alles blüht früher, entsprechend muss auch früher geerntet werden. Leider reagieren die wenigsten Imker auf diese neuen Umstände.

Und natürlich haben in den letzten Jahren die blühenden Pflanzen deutlich abgenommen. Da will ich den Landwirten gar keinen Vorwurf machen. Sie haben auch ihre Probleme und müssen ordentliche Ernten einfahren. Aber wir brauchen mehr Blühflächen und keine ziselierten Rasenflächen. Wir stehen als Imkerverein in engem Austausch mit den Landwirten und sie sehen das durchaus ein. Aber auch die Privatpersonen können viel dazu beitragen, wenn sie blühende Blumen anpflanzen, statt bienenfeindliche Schottergärten anzulegen. Steingärten sind das Gegenteil von Umweltschutz.

Sie haben mit dem Imkerverein auf Usedom den Bienenwanderweg angelegt. Was erwartet Wanderer auf dem Weg?

Den Bienenwanderweg haben wir bereits 2008 anlässlich des Imkertags des Landesverbandes Mecklenburg und Vorpommern in Heringsdorf eröffnet. Er verläuft rund um den Gothensee. Ziel war und ist es, die Imkerei mit dem Wanderweg interessant zu machen.

Vor ein paar Jahren haben wir den Weg noch interessanter gestaltet und große Tafeln aufgestellt, die den Menschen die Bienen und das Imkern noch näherbringen. Das wird sehr gut angenommen: viele bleiben stehen und lesen sich die Informationen durch. Der Bienenwanderweg kommt vor allem bei den Touristen sehr gut an.

Wo kann man Ihren Honig kaufen?

Früher waren wir viel auf Märkten unterwegs und haben dort verkauft. Mittlerweile kommen die Leute nur noch zu mir nach Hause. Ich kriege auch viele Anrufe von Leuten, die meinen Honig schon mal gegessen haben und Nachschub haben möchten. Dann verschicke ich ihn auch. Außerdem gibt es mehrere Usedomer Hotels, die meinen Honig für ihre Gäste kaufen.

Vielen Dank für das Gespräch!

 

Das Interview führte Herr Koprek im Auftrag der SEM SEO GmbH für usedom.de.

Tipp: Leckere Weihnachtsplätzchen mit Honig versüßen den „Urlaub daheim“ und helfen gegen den Winterblues

Sanddorn aus Usedom: Nicht nur zur Weihnachtszeit beliebt

Der Sanddorn ist auch als die „Zitrone des Nordens“ oder als Dünendorn bekannt. Die Beeren sind klein, schmecken fruchtig-säuerlich und gelten als sehr gesund. In den Beeren stecken viele gesunde Inhaltsstoffe und ihre Wirkung wird in der Medizin und in Kosmetikprodukten geschätzt. Auch auf Usedom ist Sanddorn zu finden. Denn eine weitere Besonderheit dieser Pflanze ist, dass sie sogar auf Dünen wächst. Schon von Weitem sind die Sträucher an den orangefarbenen Sanddornbeeren erkennbar. Damit ist es nicht verwunderlich, dass der Sanddorn Usedoms in vielen Produkten, von Sanddornsaft über Sanddorn-Likör bis hin zu Sanddorn-Ölen zu finden ist.

Woher kommt der Sanddorn?

Sanddorn kommt ursprünglich aus Nepal. Von dort aus hat sich die Pflanze langsam nach China, Russland und auch nach Kanada verbreitet. In der heutigen Zeit wächst Sanddorn in vielen Ländern der Erde. China, Frankreich und Deutschland zählen mittlerweile zu den größten Produzenten. In Deutschland wächst Sanddorn vor allen Dingen in den Küstenregionen. An der Nord- und Ostsee ist das Gewächs weit verbreitet. Die sommergrünen Sträucher werden bis zu sechs Meter hoch und tragen je nach Sorte von Anfang August bis in den Dezember viele kleine Früchte. Diese sind in reifem Zustand orangegelb bis orangerot gefärbt und wachsen in großer Anzahl an den Zweigen. Und auch in immer mehr Gärten ist der pflegeleichte Strauch zu finden.

Die lateinische Bezeichnung des Sanddorns lautet „hippophae rhamnoides“. Das lässt sich mit den Worten „glänzendes Pferd kreuzdornartig“ übersetzen und weist auf die frühere Verwendung sowie die kräftigen Dornen des Strauches hin. Bereits im Altertum wurde Sanddorn aufgrund der wertvollen Inhaltsstoffe geschätzt und den Pferden unter das Futter gemischt. Durch diesen Zusatz sollten sie ein glänzendes Fell erhalten.

Warum wächst Sanddorn auf Usedom so gut?

Die hohen und breit wachsenden Sträucher bevorzugen sonnenreiche Standorte mit viel Platz. Im Schatten wächst Sanddorn nicht, sondern geht ein. Jedoch stellt Sanddorn ansonsten keine hohen Ansprüche an seine Umgebung. Als sogenannte Pionierpflanze ist Sanddorn besonders anpassungsfähig und wächst auch in nährstoffarmen Böden. Selbst Trockenzeiten übersteht das robuste Gewächs. Deshalb ist es auch im Gebirge auf alpinen Schotterflächen, in den sandigen Böden der Küstenregionen sowie an grobsandigen Flussufern zu finden. Feste und lehmige Böden mag die Pflanze nicht. Deshalb bietet Usedom mit seinen Küstenregionen und den vielen sonnenreichen Tagen für den Sanddorn die idealen Bedingungen zum Gedeihen.

Dank der Fähigkeit, selbst in den sandigen Dünen zu wachsen, wurde Sanddorn auf Usedom gezielt zum Küstenschutz eingesetzt. Denn in dem feinen Sand der Dünen können nur wenige Pflanzen wachsen. Doch die Bepflanzung der Dünen ist elementar für den Küstenschutz. Der Sanddorn hält mit seinen tiefen Wurzeln den Sand fest und trägt damit zum Erhalt der Landschaft bei.

Warum sind die Sanddornbeeren so wertvoll?

Die Früchte des Strauches sind besonders reich an Vitamin C. Sie enthalten sogar mehr dieses Vitamins als Zitronen, wodurch bereits zwölf der kleinen Beeren ausreichen, um den täglichen Bedarf an Vitamin C zu decken. Denn in 100 Gramm Sanddorn sollen rund 450 Milligramm Vitamin C stecken. Bei Zitronen liegt dieser Gehalt bei etwa 60 Milligramm je 100 Gramm und ist dementsprechend geringer. Darüber hinaus enthält Sanddorn noch viele weitere wertvolle Inhaltsstoffe. Zu diesen zählen unter anderem:

  • Provitamin A
  • Vitamin B12
  • Vitamin E
  • Omega-3-Fettsäuren
  • Mineralstoffe
  • Carotinoide
  • Flavonoide

Aufgrund der Inhaltsstoffe gelten die kleinen Beeren sie als wahre Powerfrüchte, die pur vom Strauch, aber auch verarbeitet ihre Wirkung entfalten. Aus dem Fruchtfleisch wird Öl gewonnen, welches reich an ungesättigten Fettsäuren ist. Durch den hohen Gehalt an Vitamin B12 ist Sanddorn zudem interessant für Vegetarier und Veganer. Denn für sie gibt es nur wenige Lebensmittel, die dieses Vitamin enthalten.

Wie wirkt Sanddorn auf den Körper?

Aufgrund der vielen wertvollen Inhaltsstoffe kommt Sanddorn gerne in Kosmetika sowie in der Medizin zum Einsatz. Von innen heraus sollen Vitamin C und die anderen Inhaltsstoffe das Immunsystem stärken und vor Erkältungen schützen. Damit ist Sanddorn insbesondere in der kalten Herbst- und Winterzeit beliebt.

Für Kosmetikprodukte, wie Cremes oder Lotionen, wird das Öl des Sanddorns aufgrund seiner regenerierenden, schützenden und beruhigenden Wirkung geschätzt. Das Öl wird aus dem Fruchtfleisch gewonnen und soll die natürliche Hautbarriere schützen, einem Flüssigkeitsverlust und Falten entgegenwirken. Zugleich wird dem Sanddorn-Öl eine entzündungshemmende und wundheilungsfördernde Wirkung nachgesagt, weshalb es gerne bei trockener, strapazierter Haut sowie Hautschäden und Allergien angewandt wird. Außerdem ist Sanddorn ein wichtiger Bestandteil in der traditionellen chinesischen Medizin und wird in der Naturheilkunde präventiv gegen die unterschiedlichsten Krankheiten eingesetzt.

Welche Produkte aus Sanddorn gibt es?

Die Ernte der Sanddornbeeren ist aufgrund der langen und kräftigen Dornen des Strauchs oft mühsam und erfordert etwas Erfahrung. Doch der Aufwand lohnt sich, denn Sanddorn lässt sich auf vielfältige Weise verarbeiten. Besonders beliebt für den täglichen Frühstückstisch sind Produkte wie Sanddorn-Saft, Honig, Marmelade und Tee. Der Tee wird aus den getrockneten Sanddornbeeren hergestellt. In Kombination mit anderen Wildfrüchten ergibt sich ein schmackhafter und wohltuender Tee. Aber auch als Punsch, Sanddorn-Likör, gebacken in Plätzchen oder als Bestandteil von gehaltvollen Smoothies kommt Sanddorn zum Einsatz. Die Zutaten dafür können in vielen Shops im Internet bestellt werden oder sie sind direkt vor Ort auf Usedom erhältlich. In den Geschäften, Wochenmärkten und Hofläden Usedoms ist die Auswahl an frischen Produkten mit Sanddorn groß. Sogar Sanddorn-Bonbons zum Lutschen oder Wein aus Sanddornbeeren stehen zur Auswahl.

Der Sanddorn Usedoms als Geschenk mit Urlaubs-Feeling

Wer sich das Usedom-Feeling aus dem Urlaub mit nach Hause nehmen möchte kann sich die Produkte direkt auf Usedom kaufen oder online bestellen. Auf der Insel gibt es viele Anbieter, die selbst fruchtige Marmeladen mit Sanddorn, in Kombination mit anderen Früchten oder Kräutern anbieten. Eine besondere Spezialität in diesem Zusammenhang ist der Sanddorn-Senf oder das Sanddorn-Salz, mit welchem viele Speisen eine besondere Note erhalten.

Die orange-leuchtenden Sanddornbeeren erinnern viele an die Urlaubszeit auf Usedom. Damit ist es nicht verwunderlich, dass Geschenke aus Sanddorn im Winter auch zum Bestellen für zu Hause beliebt sind. Geschenke, die aus dem Sanddorn Usedoms hergestellt wurden, sind beispielsweise Seife, Sanddorn-Likör, die wertvollen Öle sowie der fruchtig-säuerliche Sanddorn-Saft, der sehr gesund ist.

Sanddorn: Gesund und aromatisch in der Weihnachtszeit

Wer Sanddorn lieber selbst verarbeiten möchte, kann diesen außer auf dem Markt oder im Hofladen auf Usedom am ehesten tiefgekühlt in russischen Supermärkten kaufen. Da sich die Erntezeit bis in den November und mitunter den Dezember hinein erstreckt, kann der Sanddorn auch die Herbst- und Winterküche ergänzen. Beispielsweise mit selbstgemachter frischer Marmelade oder die kleinen Beeren werden pur in das morgendliche Müsli gegeben. Aber auch Sanddorn-Plätzchen lassen sich einfach selbst backen.

Passend zum aromatischen Gebäck für die Weihnachtszeit kann beispielsweise Sanddorn-Punsch oder Tee aus dem getrocknetem Sanddorn Usedoms hergestellt werden. Dieses Getränk wärmt an kalten Tagen von innen heraus und stärkt zugleich das Immunsystem durch den hohen Gehalt an Vitamin C. Eine Alternative zur Verarbeitung der frischen Beeren ist beispielsweise Sanddorn-Sirup. Aus diesem kann sich jeder sein ganz individuelles Getränk herstellen und damit auch fernab der Insel eines der fruchtigen Heiß- oder Kaltgetränke genießen.

Der Sanddorn Usedoms: Wohltuend für Geist und Körper

Der Sanddorn Usedoms ist an den Stränden der Insel allgegenwärtig und schützt die Küste. Vielerorts wird der Sanddorn angeboten und ist bereits zu Beginn des Tages eine gesunde Bereicherung für den Frühstückstisch. Wer sich das Usedom-Feeling aus dem Urlaub nach Hause holen möchte, kann die Produkte im Internet kaufen oder tiefgekühlte oder getrocknete Sanddornbeeren weiterverarbeiten. Selbstgemachter Sanddorn-Likör oder Sanddornsaft für die ganze Familie stärken die Abwehrkräfte und wirken wohltuend. Insbesondere im Winter kommen die vielen positiven Eigenschaften des Sanddorns zum Tragen und helfen, gesund und vital durch die kalte Jahreszeit zu kommen.

Freitag, 20 November 2020 12:04

Aktiv bleiben gegen den Winterblues

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Aktiv bleiben gegen den Winterblues

Mit Beginn der dunklen und kalten Jahreszeit kippt bei vielen Menschen die Stimmung. Sie werden nicht nur müde und antriebslos, sondern oftmals auch traurig. Die Tage werden kürzer und der Aufenthalt an der Sonne verringert sich auf ein Minimum. Treten anhaltende Müdigkeit oder düstere Gedanken in jedem Jahr regelmäßig auf, wird auch von einer Winterdepression gesprochen. Diese kann sich leicht oder intensiv bemerkbar machen. Im Gegensatz zu einer ernstzunehmenden Depression gibt es einige Möglichkeiten, den Winter- und Herbstblues Symptomen etwas entgegenzusetzen. Dann kann man sich wieder auf das Schöne konzentrieren. Denn diese Jahreszeit hat trotz des Lichtmangels viele schöne Seiten.

Winterblues - was ist das?

Die länger werdenden Tage im Frühjahr und die darauffolgende warme Sommerzeit sorgt bei den meisten Menschen für ein Stimmungshoch. Bedeutend weniger freut man sich hingegen auf das nasskalte Wetter im Herbst und die dunklen Wintermonate. Alleine die Gedanken an diese Zeit können aufs Gemüt schlagen. Das saisonale Stimmungstief während der dunklen Jahreszeit wird oftmals auch als Winter- oder Herbstblues bezeichnet. Oft ist auch die Rede von einer Winterdepression. Allerdings sollte diese zeitlich begrenzte Gemütslage nicht mit einer echten Depression, die nicht einfach mit dem Wechsel der Jahreszeit wieder verschwindet, verwechselt werden. Dennoch leiden viele Betroffene mehr oder weniger unter der gedrückten Stimmung.

Lichtmangel als Ursache für den Winterblues

Morgens ist es auf dem Weg zur Arbeit, zur Schule oder Uni noch dunkel und am Abend ist die Sonne bereits untergegangen. Während des Tages ist das künstliche Licht beleuchteter Räume häufig die einzige Lichtquelle. Doch zur Aufhellung der Stimmung wäre natürliches Tageslicht wichtig. Denn das Sonnenlicht nimmt einen entscheidenden Einfluss auf den Hormonhaushalt. Durch den Lichtmangel wird weniger Vitamin D3 über die Sonne aufgenommen und die Produktion der Hormone Serotonin und Melatonin verändert sich. Serotonin sorgt sonst dafür, dass wir munter und glücklich sind. Melatonin ist hingegen als Schlafhormon bekannt und wird durch das Licht unterdrückt. Dieser Effekt lässt sich jedoch nur bedingt mit künstlichen Lampen erzeugen.

Das Sonnenlicht ist anders zusammengesetzt als die künstliche Beleuchtung. Die natürliche Lichtfärbung unterliegt je nach Tageszeit Veränderungen und das obwohl die Augen des Menschen das Licht stets als weiß wahrnehmen. In den Vormittags- und Mittagsstunden dominiert der Blauanteil und am Abend erhält das Sonnenlicht einen Rotstich. Mit abnehmendem Anteil der Blaufärbung wird zunehmend Melatonin ausgeschüttet. Dadurch wird der Körper auf den Schlaf vorbereitet. Auf der anderen Seite nimmt mit weniger Licht auch die Produktion von Serotonin, dem Stimmungsaufheller, ab. Ein Lichtmangel kann somit dazu führen, dass sich der Hormonhaushalt verändert, die gute Laune verschwindet und anstelle dessen vermehrt Müdigkeit auftritt. Das kann selbst dann der Fall sein, wenn die üblichen Schlaf- und Ruhezeiten eingehalten werden.

Welche Winterblues-Symptome sind typisch?

Der Winter- oder Herbstblues kann sich durch viele verschiedene Symptome in unterschiedlicher Ausprägung zeigen. Insbesondere anhaltende Müdigkeit tritt in den Anfängen auf. Dadurch fällt es schwer, morgens aufzustehen und aktiv in den Tag zu starten. Viele Menschen fühlen sich mit zunehmendem Lichtmangel schlapp und leiden unter Antriebsarmut. Zudem mangelt es am Tag an der sonst gewohnten Energie. Viele Betroffene haben kaum noch Lust, etwas zu unternehmen. Sie verspüren auf der anderen Seite ein verstärktes Verlangen nach Ruhe, Süßigkeiten und Speisen mit einem hohen Anteil an Kohlenhydraten. Dadurch ist der Herbstblues oftmals mit einer Gewichtszunahme verbunden. Erst wenn die Tage wieder länger werden und sich Betroffene vermehrt dem Tageslicht aussetzen, verschwinden die Symptome wieder.

Winterblues oder Winterdepression?

Der Winter- und Herbstblues steht somit in direktem Zusammenhang mit den Jahreszeiten. Durch den Beginn des Frühlings endet die Phase und die gewohnte Lebensenergie kehrt in der Regel wieder zurück. Insbesondere die Sonne im Frühling gibt Betroffenen neuen Antrieb und die düsteren Zeiten sind schnell vergessen. Doch die Wintermüdigkeit verschwindet nicht immer mit Beginn der warmen Jahreszeit. In manchen Fällen bleiben die Symptome bestehen oder sie treten in einer Intensität auf, die den Alltag zunehmend erschwert. Dann sollte abgeklärt werden, ob es sich noch um Winterblues-Symptome, eine Winterdepression oder um eine Depression handelt. Von einer Winterdepression wird gesprochen, wenn Patienten an mindestens zwei aufeinanderfolgenden Jahren für die Dauer von einigen Wochen unter den dafür typischen saisonalen Symptomen leiden:

  • Antriebslosigkeit und verstärkte Müdigkeit
  • gedrückte Stimmung
  • körperliche Beschwerden, beispielsweise des Magens oder Rückens

Bringen äußerliche Einflüsse keine Besserung, wird oftmals von einer Winterdepression ausgegangen. Die typischen Winterblues-Symptome lassen sich hingegen leichter beeinflussen. Beschwerden wie Schlaflosigkeit oder eine Abnahme des Appetits sprechen in der Regel nicht für den Winterblues oder eine Winterdepression. Ein Arzt kann im Zweifel helfen, die Beschwerden voneinander abzugrenzen und eine Diagnose stellen. Der Weg zum Arzt ist insbesondere bei starken und anhaltenden Symptomen angeraten.

Wer ist besonders anfällig für den Winterblues?

Während einige Menschen in jedem Jahr aufs Neue vom Winterblues betroffen sind, scheint der Lichtmangel an anderen scheinbar spurlos vorüberzuziehen. Bestimmte Risikofaktoren sollen dafür verantwortlich sein, die negative Stimmung zu begünstigen. Ein besonderes Risiko am Winterblues zu leiden, haben Menschen, die tagsüber in Räumen mit künstlichem Licht arbeiten. Denn sie gelangen in der kalten Jahreszeit fast nur noch im Dunkeln nach draußen. Sie erhalten schlichtweg zu wenig Sonnenlicht. Zu den weiteren Risikofaktoren zählt ein Mangel an Bewegung. Dadurch bleiben wohltuende Aktivitäten an der frischen Luft oftmals aus.

Tipps gegen den Winterblues

Der Winter- und Herbstblues ist ein weitverbreitetes Phänomen. Dennoch gibt es viele Möglichkeiten, den Symptomen zu entgehen oder sie zu lindern. Dazu zählt in erster Linie der Aufenthalt im Freien bei Tageslicht. Selbst bei bewölktem Himmel wirken sich die Sonnenstrahlen positiv auf den Hormonhaushalt auf.

Darüber hinaus können folgende Tipps helfen, den Winter- und Herbstblues zu überwinden:

  • Aktivitäten zu zweit, mit Freunden und der Familie
  • Spaziergänge
  • stimmungsvolle Musik
  • Filme anschauen
  • spezielle Lampen zur Lichttherapie einsetzen
  • Bewegung und sportliche Aktivitäten

Sport und Bewegung halten nicht nur fit, sondern versorgen den Körper auch mit Hormonen. Endorphin, Dopamin und Serotonin wirken wie Stimmungsaufheller. Wer auch während der kalten Jahreszeit regelmäßig Sport treibt, wird damit weniger an Winterblues-Symptomen leiden oder sie sogar vollständig umgehen können. Bei allen Tipps gegen den Winterblues sollte nicht vergessen werden, möglichst viel gemeinsame Zeit miteinander zu verbringen und zu lachen. Das Lachen wirkt sich positiv auf die physische und psychische Gesundheit aus und sorgt zugleich für eine verbesserte Belüftung der Bronchien. Viele hundert Muskeln werden beim Lachen beansprucht und das Herz- und Kreislaufsystem wird angeregt. Auch das gemeinsame Kuscheln wirkt sich auf den Körper aus und sorgt für einen Anstieg der Glückshormone.

Mehr Zeit für Ruhe und Entspannung gegen den Winterblues

Auf der anderen Seite fordert der Körper in der dunklen Jahreszeit mehr Ruhe ein. Deshalb kann es helfen, gezielt zu entschleunigen, um neue Kraft zu sammeln:

  • Wellness: Anwendungen wie wohltuende Massagen bieten die Möglichkeit, der gezielten Entspannung. Insbesondere Wärmeanwendungen oder der klassische Saunabesuch wirken sich in diesen Zeiten positiv auf die Stimmung auf.
  • Warme Getränke: Tees und andere Getränke wärmen den Körper von innen und sorgen für ein wohliges Gefühl.
  • Essen: Ein schönes Essen wirkt sich nicht nur wohltuend aus, sondern kann auch dazu beitragen, den Körper mit wichtigen Nährstoffen zu versorgen. Dazu zählen insbesondere Lebensmittel, welche die Aminosäure Tryptophan enthalten und damit für einen Serotonin-Nachschub sorgen. Enthalten ist Tryptophan beispielsweise in Nüssen, Haferflocken, Eiern oder Amaranth.
  • Ausreichend Schlaf: Wenn die Tage länger werden, verlangt der Körper nach mehr Schlaf. Deshalb kann es gegen die Winterblues-Symptome helfen, das Ruhebedürfnis der Jahreszeit anzupassen.

Wellness und Erholung gegen den Winterblues

Es gibt viele Tipps gegen den Winterblues. Alle haben gemeinsam, dass sich die Symptome mit Maßnahmen überwinden lassen, die dem eigenen Wohlbefinden dienen und für mehr Licht und Frischluft sorgen. Insbesondere jene Aktivitäten, die der Müdigkeit entgegenwirken, wirken sich positiv auf die Stimmung aus. Die Insel Usedom bietet dazu sehr gute Bedingungen. Aber auch in Ihrer Nähe gibt es sicher zahlreiche Möglichkeiten. Dabei spielt es keine Rolle, ob ein Spaziergang im Wald oder ein Wellness-Tag in der heimischen Badewanne bevorzugt wird. Überall in Deutschland laden die zahlreichen Wander- und Radwanderwege zu Aktivitäten an der frischen Luft ein. Dies kann auch im Herbst und Winter einem Lichtmangel entgegenwirken und helfen, den Winterblues-Symptomen entgegenzuwirken. Auf Usedom zum Beispiel führen viele Wege entlang der Ostsee, vorbei an kilometerlangen Sandstränden oder durch die Kaiserbäder mit ihren Attraktionen. Aber wozu in die Ferne schweifen…? Haben Sie sich schon einmal schlau gemacht, was Ihr Ort Schönes zu bieten hat? Zeiten, in denen wir nicht reisen dürfen, bieten dafür viele Anreize, die eigene Umgebung zu erkunden und mit ganz neuen Augen zu sehen.

Viel Licht bei Sonnenschein draußen

Dabei sind es nicht nur die Freizeitmöglichkeiten, die Menschen helfen können, die Winterblues-Symptome zu umgehen, sondern insbesondere das Sonnenlicht an klaren Wintertagen. Die meisten Sonnenstunden sind zwar im Frühjahr und Sommer zu verzeichnen. Allerdings zeigt sich die Sonne auch zu den anderen Jahreszeiten häufig. Dieses Sonnenlicht wirkt einem Lichtmangel entgegen und sorgt für positive Stimmung. Selbst ein Spaziergang bei bewölktem Himmel ist immer noch um ein Vielfaches effektiver als künstliches Licht.

Aktivitäten gegen die typischen Winterblues-Symptome

Wer das Sonnenlicht auch im Herbst und Winter nutzen möchte, findet viele Möglichkeiten, aktiv zu werden. Zu den beliebten Aktivitäten zählen beispielsweise:

Für das leibliche Wohl kann man sich zu Hause verwöhnen und auch einmal ausgefallenere Gerichte kochen, für die man im Alltag nicht so viel Zeit hat. Passend zur Jahreszeit kann man im Herbst in den Geschäften beispielsweise eine gute Auswahl regionaler Pilz- und Wildspezialitäten finden.

Mit Licht und Bewegung den Herbst- und Winterblues vertreiben

Niedergeschlagenheit und Müdigkeit sind typisch für das saisonale Stimmungstief, von dem viele Menschen betroffen sind. Das muss jedoch nicht sein. Die zahlreichen Tipps gegen den Winterblues zeigen, wie viele Möglichkeiten es gibt, der schlechten Stimmung zu entgehen. Natürliches Sonnenlicht, frische Luft und Aktivitäten sorgen für gute Laune. Aber auch Phasen der Entspannung und Entschleunigung helfen, den Winterblues-Symptomen zu entgehen. Jeder Ort hält für die ganze Familie sicher Möglichkeiten bereit, auch in der kalten und dunklen Jahreszeit aktiv zu bleiben und zu entspannen. Gehen Sie einmal auf Entdeckungsreise!

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