Additional Info

  • Anrede Männlich
  • Name Rehabilitationsklinik Seebad Ahlbeck Betriebs GmbH
  • Straße Kieferngrund 1-10
  • Postleitzahl 17419
  • Stadt Ostseeheilbad
  • Telefonnummer 038378 781107
  • Latitude 53.940740
  • Longitude 14.189290
Dienstag, 29 September 2020 14:58

Urlaub & Jagd auf Usedom: Naturnahes Erlebnis

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Waidmannsheil: Traditionsreiche Jagd auf Usedom

Die Jagd hat auf Usedom eine lange Tradition. Das zeigt sich alljährlich an den Wildwochen Usedoms. Aber nicht nur im Herbst darf auf der Insel gejagt werden, sondern außerhalb der offiziellen Schonzeiten ist Jagdsaison. Vor der Jagd müssen jedoch ein Jagdschein beantragt und anderen Formalitäten beachtet werden. Stets sind die Grundsätze der Jagdethik zu beachten. Denn die Jagd dient in erster Linie dem Erhalt der Wildtiere und dem Naturschutz. Wer sich an alle Regeln hält und gut informiert beginnt, kann sicher schon bald das selbst zubereitete Wildbret genießen.

Kurze Einblicke in die Geschichte der Jagd

Die Menschen sind seit jeher Jäger und Sammler. Lange Zeit diente die Jagd als Nahrungsgrundlage und letztendlich dem Überleben. Die Felle waren zugleich wichtig zur Herstellung von Kleidung und wärmenden Decken. Eine Regulierung gab es bis ins siebte Jahrhundert hinein nicht. Erst mit der Domestizierung der Tiere, der Viehzucht und dem Ackerbau ging die einstige Bedeutung der Jagd verloren. Dennoch haben Jäger in der heutigen Zeit ihre Daseinsberechtigung, auch wenn sich ihre Aufgaben verändert haben. Die Jagd dient in der heutigen Zeit dem Naturschutz und dem Schutz der freilebenden Tiere, indem überhöhte Wildbestände gezielt reguliert werden. Durch eine nachhaltige Nutzung soll die Jagd zu einem gesunden Bestand beitragen. Zugleich lassen sich damit Wildschäden im Bereich der Land-­‐, Forst-­‐ und Fischereiwirtschaft begrenzen.

Jagen auf Usedom für den Erhalt der natürlichen Vielfalt

Auch auf Usedom hat das Jagen eine lange Tradition und ist für den Schutz der Tiere und Natur eine Notwendigkeit. Dabei wird besonders wert auf eine ausgewogene Balance zwischen den jagdlichen sowie forstwirtschaftlichen Interessen gelegt. Durch zu viel Wild können erhebliche Schäden am Wald entstehen. Angenagte Baumrinden oder abgefressene Jungbäume gefährden das natürliche Nachwachsen des Waldbestandes. Dementsprechend dient die Jagd dem Naturschutz und dem gesunden Waldbestand. Zudem schätzen viele Jäger die nachhaltige Art der Fleischbeschaffung.

Auf der anderen Seite sehen einige Menschen die Jagd und damit das Töten der Tiere skeptisch. Das trifft insbesondere auf Jagdszenen zu, bei denen wenig Wert auf ein waidgerechtes Jagen und einen respektvollen Umgang mit den Tieren gelegt wird. Doch für viele Jäger haben die Begriffe Jagdethik und waidgerechte Jagd einen hohen Stellenwert. Dabei stehen ein maßvolles Handeln sowie der Schutz und die Hege der Tiere im Vordergrund. Zudem wird das Jagen in Deutschland gesetzlich reguliert, beispielsweise durch die Jagdzeitenverordnung, das Bundesjagdgesetz sowie regionale Jagdbehörden. Diese bilden die gesetzliche Grundlage für vorherrschende Jagd-­‐ und Schonzeiten sowie Regelungen über mögliche Treib-­‐ und Drückjagden. Diese sind als Gesellschaftsjagden beliebt und zählen zu den Highlights eines Jagdjahres.

Das Jagdrecht legt Jagd-­‐ und Schonzeiten fest

Die Jagd von Wild ist gemäß dem Jagdrecht nur zu bestimmten Zeiten und in festgelegten Jagdrevieren möglich. Die Bundesländer regeln die Jagdzeiten, die sich wiederum auch nach den verschiedenen Tierarten richten. Das ganze Jahr dürfen in der Regel Frischlinge gejagt werden. Rehböcke ab etwa Mai bis in den Herbst und Rebhühner, Feldhasen, Wildgänse und Fasane lediglich in der Herbstzeit bis in den Winter hinein. Außerhalb der Jagdzeiten ist Schonzeit. Die entsprechenden Tiere dürfen in diesen Zeiten nicht bejagt werden. Dementsprechend ist der Herbst für Jäger eine wichtige Zeit. Das zeigt sich auf Usedom an den Wildwochen, die jeden Herbst veranstaltet werden. Mit diesen wird der Wildreichtum der Insel kulinarisch erlebbar.

Jagdschein und Kosten für die Jagd auf Usedom

Viele Urlauber möchten einmal mit einem ortskundigen Jäger auf den Ansitz und die Natur beobachten. Andere möchten selbst jagen. Jagdberechtigt sind auf Usedom so wie in ganz Deutschland Inhaber eines Jagdscheines. Dieser kann beispielsweise über einen Kurs einer Jagdschule erworben werden. Durch eine Jägerprüfung wird sichergestellt, dass nur fachkundige Jäger an der Jagd teilnehmen und im Zuge dessen eine Waffe benutzen. Zudem ist es auch möglich, eigene Jagdhunde mit auf die Jagd mitzunehmen. Manchmal wird die Zeit auf der Insel dazu genutzt, Unterstützung bei der Ausbildung des eigenen vierbeinigen Jagdbegleiters zu erhalten.

Die Kosten für die Jagd setzen sich aus unterschiedlichen Gebühren zusammen. Dazu zählen zunächst die Kosten für den Jagdschein. Diese können in Mecklenburg-­‐Vorpommern je nach Wahl des Kurses zwischen 1.000 Euro und 3.000 Euro liegen. Zudem richten sich die Gebühren nach der Art des Jagdscheines. Dieser wird nicht auf Lebenszeit ausgestellt, sondern je nach Variante für bis zu 14 Tage oder für ein bis drei Jahre. Mit der kostenpflichtigen Beantragung eines Jagdscheines ist zusätzlich der Abschluss einer Jagdhaftpflichtversicherung erforderlich. Bei der eigentlichen Jagd fallen zudem Abschussgebühren an. Diese Jagdbetriebskosten richten sich nach der Art des Tieres. Die Gastgeber vor Ort unterstützen Jäger bei den erforderlichen Lizenzen und übernehmen die Beantragung, beispielsweise bei der zuständigen Jagdbehörde.

Wichtige Begriffe aus der Weidmannssprache

Die Jägersprache kennt viele Begriffe, die Laien auf diesem Gebiet sonderbar erscheinen. Doch sie stehen für ein traditionelles Brauchtum und werden auch in der heutigen Zeit verwendet. Hier einige Beispiele für Begriffe aus der Jägersprache:

  • Waidmannsheil: Gruß auf dem Weg zur Jagd und als Glückwunsch
  • Waidmannsdank: Dankesantwort auf den Glückwunsch „Waidmannsheil“
  • Wildbret: frisches, für den Verzehr geeignetes Wildfleisch
  • Pirsch: vorsichtiges Gehen
  • Aser: Jägerrucksack
  • Jagdjahr: Das Jagdjahr beginnt im Frühjahr am 1. April und endet am darauffolgenden 31. März.
  • Jagdschein: die Jagdlizenz
  • Kanzel: der Hochsitz
  • Standwild: Das Wild, welches sich lediglich im Revier aufhält.
  • Wechselwild: Wild, welches das Revier wieder verlässt.
  • Zielwasser: Alkoholisches Getränkes unter Jägern, welches dazu dienen soll, ruhiger und zielsicherer zu schießen.

Häufig ist in dem Zusammenhang vom Jägerlatein die Rede, mit welchem die teils wahren, aber stark übertriebenen Erzählungen von Jägern gemeint sind. Das Jägerlatein ist somit nicht mit der Weidmannssprache als Fachsprache zu verwechseln.

Gibt es auf Usedom spezielle Jagdreviere?

Usedom verfügt über einen vergleichsweise hohen Wildbestand. Es erwarten den Jäger eine Vielzahl unterschiedlicher Wildarten wie Reh-­‐, Schwarz-­‐, Dam-­‐ und Rotwild und ebenso Raub-­‐ und Federwild. Die Jagdgebiete sind sehr vielfältig und zumeist leicht zu begehen. Über die vielen komfortablen Ansitze Usedoms lassen sich Wildtiere beobachten oder Ansitzjagden durchführen. In diesen Revieren können Lizenzen für individuelle Einzeljagden vergeben werden, zudem ist die Teilnahme an Drück-­‐ und Treibjagden möglich.

Zu den beliebten Jagdrevieren Usedoms zählen unter anderem Pinnower Reihe, Buckowsee und das Revier am Wolgastsee. Inmitten der verschiedenen Jagdreviere können Gäste ihren Urlaub in einer Pension, Hotels oder Ferienwohnungen verbringen und damit das Wohnen und Jagen auf Usedom verbinden. Beliebt ist ein Urlaub beispielsweise in einem Wald-­‐ und Jagdgut. Einige Gastgeber haben sich auf Jäger spezialisiert und bieten ein vielfältiges Rahmenprogramm an. Zu diesen zählen beispielsweise:

  • Wald-­‐ und Jagdgut Lütow
  • Wald-­‐ & Jagdgut Meier in Neuendorf
  • Promenadenhotel Admiral in Heringsdorf
  • Strandhotel Bansiner Hof in Heringsdorf

Tipps für die Zubereitung des gejagten Wildes

Nach der erfolgreichen Jagd kann das Wildbret auf vielfältige Weise zubereitet werden. Der klassische Wildbraten ist genauso möglich, wie die Zubereitung von Kurzgebratenem oder Gegrilltem. Bleibt der Jagderfolg aus, kann Wild auch bei Jägern gekauft und natürlich in den Restaurants und Hotels der Insel direkt genossen werden. Insbesondere zu den Wildwochen Usedoms ist die Auswahl an Wildspezialitäten sehr vielfältig. Bei organisierten Jagden übernehmen die Teilnehmer zusammen mit den Gastgebern oftmals die Zubereitung, wodurch es auch Urlaubern ermöglicht wird, selbst gejagtes Wild zu genießen.

Die Usedomer Wildwochen als kulinarisches Highlight

Jeden Herbst werden auf Usedom die Wildwochen veranstaltet. Eingeläutet werden diese durch die traditionellen Jagdhornbläser. Zu dieser Zeit sind passionierte Jäger unterwegs und in den Restaurants werden Spezialitäten aus der heimischen Jagd angeboten. Viele Hotels und Restaurants setzen zu diesen Zeiten auf eine spezielle Wildkarte. In der Herbstzeit sind auf diesen insbesondere Reh, Hirsch und Wildschwein zu finden. Darüber hinaus wird mit den Wildwochen auf Usedom ein Rahmenprogramm angeboten. Zu diesem zählte in den vergangenen Jahren die Kölpinseer Wildgala, ein Wilder Markt mit vielerlei Spezialitäten und eine Messe zu Ehren des Heiligen Hubertus. Dieser ist der Schutzpatron der Jagd, welcher einst durch den Anblick eines Hirsches, bei welchem er ein Kruzifix zwischen dem Geweih sah, bekehrt wurde. Seither steht der Heilige Hubertus für die waidgerechte Jagd.

Jagen auf der wildreichen Insel Usedom

Die Ostseeinsel Usedom bietet ideale Bedingungen, um inmitten einer beeindruckenden Natur zu jagen. Der Wildbestand ist reich und vielfältig. Wer sich an die Regelungen, den Naturschutz und die Jagd-­‐ und Schonzeiten hält sowie einen Jagdschein hat, wird auf Usedom eine erlebnisreiche Zeit verbringen. Insbesondere im Herbst gibt es viele Möglichkeiten zum Jagen auf Usedom und die Wildwochen Usedoms runden das Erlebnis ab. Im Herbst hat außerdem das Pilze sammeln Hochsaison. Das bietet Jägern sowie Nichtjägern die Gelegenheit, die Vielfalt der Insel kennenzulernen und sich kulinarisch verwöhnen zu lassen.

Mittwoch, 02 September 2020 14:52

Tag des offenen Denkmals 2020 auf Usedom

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Usedom erleben am Tag des offenen Denkmals 2020 und in der Woche der Bäderarchitektur

Unter dem Motto „Chance Denkmal: Erinnern. Erhalten. Neu denken.” findet der Tag des offenen Denkmals 2020 auch in Zeiten von Corona statt. Besucher freuen sich jedes Jahr an diesem Denkmaltag auf die Besichtigung zahlreicher Bauten, Kirchen, Parks und archäologischer Stätten. Dieser bundesweite Denkmaltag findet auf der Insel Usedom großen Anklang. Zusätzlich wird im gleichen Monat auf Usedom die Woche der Bäderarchitektur veranstaltet. In dieser Zeit steht das einzigartige Bäder-Ensemble im Fokus. Das Rahmenprogramm hält trotz Einschränkungen der Pandemie viele interessante Highlights bereit und spricht nicht nur Kulturbegeisterte an.

Denkmäler und Kaiserbäder Usedoms

Die Denkmäler und insbesondere die drei Kaiserbäder entlang der rund zwölf Kilometer langen Promenade Usedoms sind in Europa durch ihren guten Zustand und die Zusammenstellung einzigartig. Sie zeugen von einer längst vergangenen Zeit, als einige finanzkräftige Bauherren auf der Insel ihre Domizile errichteten. Ab der Gründerzeit enstand dadurch bis in die 1920er Jahre hinein ein Ensemble von Kaiserbädern. Je nach individuellem Geschmack wurden die prächtigen Bauwerke mit unterschiedlichen Stilelementen der Epochen in Heringsdorf, Bansin oder Ahlbeck errichtet. Noch heute sind die Kaiserbäder mit ihren prunkvollen Villen und Sommerresidenzen zwischen Bansin und Swinemünde bei Besuchern der Ostseeinsel ein beliebter Anziehungspunkt.

Der Tag des offenen Denkmals 2020 auf Usedom

Der Tag des Denkmals wird jedes Jahr von der Deutschen Stiftung Denkmalschutz koordiniert und findet am 13. September 2020 auch auf Usedom statt. An diesem Tag stehen der Denkmalschutz sowie die Denkmalpflege im Vordergrund und jeder erhält die Gelegenheit, die faszinierende Denkmallandschaft Deutschlands zu erleben. Zu den offenen Denkmälern auf Usedom zählten in den letzten Jahren insbesondere die Kirche Koserow, das Hans-Werner-Richter-Haus sowie das Museum Villa Irmgard.

Aufgrund von Covid-19 haben sich bundesweit viele Museen und andere kulturelle Einrichtungen dieser Art dazu entschieden, allen Interessierten ein digitales Programm zu präsentieren. Die verschiedenen Museen bieten damit spannende Informationen und Hintergrundfakten zu den jeweiligen Ausstellungsstücken und der Geschichte. Der Tag des offenen Denkmals 2020 auf Usedom sieht zudem auch Führungen durch die Denkmäler und Filmvorführungen vor. Diese finden unter anderem an folgenden Orten statt:

  • Hans-Werner-Richter-Haus
  • Museum Villa „Irmgard“
  • Kirchberg

Das Hans-Werner-Richter-Haus

Ab Mittags ist das Hans-Werner-Richter-Haus im Seebad Bansin ein für Besucher offenes Denkmal. In diesem Museum mit integrierter Bibliothek befindet sich der Nachlass des berühmten Schriftstellers. Besonders bekannt wurde dieser durch die Gründung des Schriftstellertreffens Gruppe 47, die sich zu der wichtigsten Schriftstellergruppierung in Deutschland in der Nachkriegszeit entwickelte. In dem Museum befindet sich unter anderem das Arbeitszimmers Hans Werner Richters, zu welchem auch seine Original-Schreibmaschine zählt. Es gibt auch ein Günter-Grass-Zimmer sowie eine Ausstellung der Schriftstellerin und Publizistin Carola Stern.

Durch regelmäßige Lesungen, Konzerte, aber auch Programme für Kinder wird das Haus lebendig. Am Tag des offenen Denkmals finden in dem geschichtsträchtigen Literaturhaus gleich drei Filmvorführungen statt. Ab 13 Uhr können sich Besucher im Film „Flaggenwechsel“ über die Wandlungen des deutschen Seebades informieren. Eine Stunde später beschäftigt sich die Filmvorführung „Was sie wurden, was sie sind“ mit der Gruppe 47. Ab 15 Uhr geht es in dem Film „Ein Meister des kreativen Müßiggangs“ um Hans Werner Richter.

Das Museum Villa Irmgard

Das Museum Villa Irmgard befindet sich in Heringsdorf und ist vielen Gästen Usedoms noch unter der Bezeichnung Maxim-Gorki-Museum bekannt. Das Heimatmuseum zeigt als offenes Denkmal die Geschichte des Ortes und ist zugleich Gedenkstätte des russischen Schriftstellers. Neben Maxim Gorki erinnert die Ausstellung noch an weitere Gäste der Villa. Regelmäßig werden in den oberen Räumlichkeiten Theatervorführungen und Konzerte veranstaltet.

Am Tag des offenen Denkmals öffnet das Museum Villa „Irmgard“ ab zwölf Uhr seine Türen. Hier sind die Vorführung von Dokumentarfilmen, Hausführungen, einen Multimedia-Vortrag sowie ein abschließendes Konzert vorgesehen:

  • 12:30 Uhr: Vorführung des Dokumentarfilms „Von New York bis West-Deep“
  • 13:00 Uhr: Hausführung unter dem Motto „Maxim Gorki und seine Sicht auf die Gesellschaft“
  • 14:00 Uhr: Vorführung eines historischen Films über den Urlaub in Heringsdorf im Jahre 1951
  • 14:30 Uhr: Multimedia-Vortrag gegen eine Gebühr von 6 Euro
  • 16:00 Uhr: Erneut die Gelegenheit für Gäste, dem Multimedia-Vortrag zu folgen
  • 17:00 Uhr: Hausführung mit Blick auf die Kritik Maxim Gorkis auf das politische Systems Lenins
  • 19:00 Uhr: Konzert „Duo Panarpeggio“, der Eintritt zu dieser Veranstaltung kostet 14 Euro

Fotoausstellung auf dem Kirchberg

Auf dem Kirchberg in Ückeritz stand in früheren Zeiten die Kapelle Arche Noah. Sie wurde von den Künstlern des Ortes viel genutzt und ist deshalb als Ausstellungsort für Fotos der ortsansässigen Künstler ausgewählt worden. Die acht Künstler der Waldstraße waren weit über die Stadtgrenzen hinaus bekannt. Die Fotoausstellung ist für Besucher den ganzen Tag über zugänglich.

Die Woche der Bäderarchitektur 2020

Im Zuge der Woche der Bäderarchitektur erhalten Besucher Einblicke in die Geschichte der Bäder und die besondere Architektur. Gleichzeitig locken zahlreiche weitere Veranstaltungen und Konzerte die Besucher an. Dazu zählen unter anderem einige Veranstaltungen in der Villa Irmgard, wie am 13. September 2020 um 19 Uhr das Konzert „Duo Panarpeggio“ bei Kerzenschein oder der musikalisch-literarische Abend am 15. September 2020 ab 19 Uhr. Am 17. September folgt zwischen 14:30 Uhr ein Multimedia-Vortrag mit virtuellem Rundgang durch die Kaiserbäder. Wer mit dem Rad unterwegs ist, der kann an einem Tag die "Bäderarchitektur-Tour" absolvieren.

Darüber hinaus beteiligen sich auch andere Veranstalter an der Woche der Bäderarchitektur. Darunter ist das Hans-Werner-Richter-Haus mit verschiedenen Filmvorführungen über Usedom sowie zum Thema Literatur vom 15. bis 19. September 2020 jeweils ab 15 Uhr.

Besonderheiten des Tages des offenen Denkmals im Jahre 2020

Der Tag des offenen Denkmals unterliegt im Jahre 2020, wie so viele andere Veranstaltungen mit Publikumsverkehr, aufgrund der Covid-19-Pandemie besonderen Regelungen. Die teilnehmenden Museen und andere Stätten legen den Fokus in diesem Jahr deshalb auf das digitale Angebot. Damit ist es auch unabhängig von Kontaktbeschränkungen möglich, einen Blick hinter die Kulissen zu werfen und näheres über die Attraktionen zu erfahren. Allerdings wurden trotz Corona nicht alle Veranstaltungen abgesagt, sodass viele Vorhaben, trotz der gebotenen Einschränkungen, doch umgesetzt werden. Wer möchte, kann auch einen Abstecher in weitere Museen und Galerien auf Usedom einplanen.

Offene Denkmäler und Bäderarchitektur auf Usedom erleben

Der Tag des offenen Denkmals 2020 und auch die Woche der Bäderarchitektur wurden durch die Corona-Pandemie nicht ersatzlos gestrichen. Viele der bekannten Attraktionen, Museen und Denkmäler stehen Besuchern offen und bieten ein vielfältiges Rahmenprogramm. Konzerte, Ausstellungen, Filmvorführungen sowie Hausführungen runden das Angebot der offenen Denkmäler sowie der einzigarten Seebäder der Insel ab. Das ermöglicht Urlaubern auch in diesem Jahr, sich auf Usedom näher mit der Geschichte, den historischen Sehenswürdigkeiten und der Kultur der Insel zu beschäftigen.

Donnerstag, 20 August 2020 09:39

Entschleunigung auf dem Achterwasser

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Jane Bothe steuert einen 112 Jahre alten Frachtsegler, der heute Touristen befördert

Kapitänin Jane Bothe kaufte mit der "Weissen Düne" 2011 einen über hundert Jahre alten Frachtsegler aus den Niederlanden. Seitdem bietet sie gemeinsam mit ihrem Mann und ihrem Team verschiedene Segelausflüge an, bei denen vielfach auch die Kulinarik eine große Rolle spielt.

 

Frau Bothe, Sie bieten mit der "Weissen Düne" vielfältige Segelausflüge an. Was können Sie uns zu Ihrem Schiff erzählen?

Die "Weisse Düne" ist ein holländisches Plattbodenschiff. Das ist ein alter Frachtensegler von 1907, gebaut in den Niederlanden. Der hat früher in einer Flotte mit ca. 1.000 anderen Frachtschiffen Holzkohlen und Kartoffeln gesegelt. Das sind die ersten genieteten Stahlschiffe der Niederländer. Die Deutschen haben die Frachtsegler damals noch in Holz gebaut. Weil die Niederländer schon Stahl nahmen, ist diese Flotte noch vorhanden.

Das Schiff wurde natürlich mehrmals umgebaut. In den 1940er-Jahren kam der erste Motor hinein. Danach kamen die Masten und Segel weg und das Schiff ist motorisiert weitergefahren. Die "Weisse Düne" hat es in der Flotte am längsten ausgehalten: bis 1999 war es in der Frachtfahrt! In den letzten Jahren war das Schiff der Versorger der Nordseeinsel Norderney mit Baustoffen. Deshalb wurde der Segler auch nach dem gleichnamigen Ort auf der Nordseeinsel benannt.

Auch Landratten können mitsegeln!

Muss man Segelkenntnisse mitbringen, um bei Ihnen als Ausflugsgast anheuern zu dürfen?

Nein, wir fahren für auch für absolute Landratten (lacht). Aber jeder der will, darf unter unserer Anleitung mit anpacken. Wir klettern mit den Gästen sogar in den Mast.

Was kann man bei einer Fahrt mit der "Weissen Düne" erleben?

Wenn man es auf ein Wort begrenzen möchte, dann erlebt man auf der "Weissen Düne" Entschleunigung. Weil alles so langsam geschieht und die Passagiere dem Schiff ausgeliefert sind, werden die Gäste quasi zur Entschleunigung gezwungen.

An Bord erzähle ich ganz am Anfang ganz viel zur Geschichte der Frachtfahrt und zur "Weissen Düne". Wer Lust hat, kann während der gesamten Tour auch noch mehr dazu erfahren. Außerdem bieten wir Knotenkunde an.

Und was natürlich ein Highlight ist, das ist das Segelsetzen. Wir setzen bei jeder Tour Segel – ob wir damit vorankommen, kann ich natürlich nicht versprechen. Flaute ist Flaute, dann muss der Motor dazu genommen werden. Wenn wir Sturm haben, können wir nur zwei Segel setzen. Aber grundsätzlich wird bei jeder Tour gesegelt!

Sie bieten ja eine ganze Reihe an verschiedenen Touren an. Sei es tagsüber oder abends, mit Brunch oder Dinner, Bier- oder Weinverkostung. Was ist Ihre persönliche Lieblingstour?

Das kann ich Ihnen gar nicht sagen, weil es bei mir wirklich die Mischung macht. Aber ich finde den Naturhafen von Neppermin wirklich klasse, weil der in einer geschützten Bucht liegt und einen traumhaften Sonnenuntergang bietet. Gerade auch, wenn die Mannschaft dann Feierabend hat. Allerdings kann man da nicht mal schnell was essen oder trinken. Wenn wir als Mannschaft dort ankommen, dann hat schon alles zu. Deshalb freuen wir uns jeden Donnerstag auf Peenemünde, denn dort gibt es den "Kragenhai". Das ist eine Seemannskneipe, in der die Mannschaft auch noch versorgt wird. Für mich macht also die Kombi aus den Leuten, den Häfen und der Abwechslung den Reiz aus.

Für die Gäste finde ich die Dinner-Tour toll, weil es einfach auch kulinarisch ein Highlight ist. Mein Favorit in diesem Jahr ist die Picknick-Tour nach Gager. Wir merken, dass die Passagiere von dieser Tagestour noch mehr geflasht sind, als von den Kurztouren. Die Gäste kommen schon mit einer ganz anderen, viel entspannteren Haltung an Bord und genießen es viel mehr.

Weg vom Trubel: Naturidylle auf dem Achterwasser

Von der "Weissen Düne" blicken Sie und Ihre Gäste ganz anders auf Usedom, als es die Mehrzahl der Einheimischen und Touristen tut. Wie nehmen Sie die Insel vom Wasser aus wahr?

Gerade in dem Gebiet, wo ich mich aufhalte – also Achterwasser, südliche Peene und zum größten Teil den Greifswalder Bodden – ist unglaublich wenig Verkehr auf dem Wasser. Deswegen ist es so idyllisch. Man hat fast das Gefühl, dass man alleine auf dem Wasser ist. Dadurch hat auch der Blick aufs Land noch eine ganz andere Komponente, weil die Natur unglaublich viel Ruhe ausstrahlt.

Es ist also genau das Pendant zu Bansin, Heringsdorf und Ahlbeck. Man hat hier wirklich das Gefühl, dass man alleine auf der Welt ist. Und vom Wasser aus sind natürlich auch die Vögel des Vogelschutzgebietes super zu beobachten. Unsere Gäste sind oft erstaunt, wie groß das Wassergebiet ist und wie unentdeckt.

Wie ist Ihre Liebe zur Schifffahrt entstanden? Warum wollten Sie unbedingt Kapitänin werden?

Ich glaube, das wurde mir schon in die Wiege gelegt, obwohl ich keine Familie habe, die eine besondere Affinität zum Wasser hat. Ich bin in Berlin groß geworden und jedes Fahrgastschiff hat mich schon als Kind begeistert. Durch das Jugendrotkreuz in Berlin hatte ich dann mit zehn Jahren die Möglichkeit, auf die alten Segler in den Niederlanden zu kommen. Und da dachte ich dann schon: Jo, das wäre was für mich! Vor allem, weil in den Niederlanden auch ganz viele Frauen fahren. Da wusste ich noch gar nicht, dass die Schifffahrt in Deutschland bei den Frauen gar nicht so populär ist.

Ich wollte dann die Ausbildung machen, durfte es von zu Hause aus aber nicht, weil ich etwas Anständiges lernen sollte, wie Bankkauffrau oder Hotelfachfrau. Dann habe ich erst Kunst studiert und bin letztlich über Umwege zur Schifffahrt gekommen. Die Ausbildung habe ich dann später zusammen mit meinem Mann auf der Seefahrtschule in Enkhuizen gemacht, als wir schon Kinder hatten.

Was ist Ihr persönlicher Lieblingsplatz auf Usedom? Abgesehen von der "Weissen Düne" natürlich!

Ich persönlich finde die Seenlandschaft auf Usedom sehr spannend, also Gothensee, Schmollensee, etc. Und am schönsten finde ich das Achterland Richtung Lieper Winkel. Gerade die Region Neppermin und was sonst noch alles dahinterkommt, das ist eine traumhafte Ecke, die man auch bei der Inselsafari gezeigt bekommt. Hier hat man ebenfalls das Gefühl, dass man allein auf der Welt ist. Ich bin schon mit einem Ultraleichtflieger über die Insel geflogen und die Usedomer Seenlandschaft sieht auch aus der Luft einfach wahnsinnig aus!

Vielen Dank für das Gespräch!

Das Interview führte Herr Koprek im Auftrag der SEMSEO GmbH für usedom.de am 09.08.2019.

Urlaubs-Tipp: Wer jetzt noch nicht seekrank ist, der kann auch auf dem alten Zeesenboot von Rika Harder mitsegeln!

Additional Info

  • Anrede Männlich
  • Straße Hugo-Elsnerstraße 5
  • Postleitzahl 17449
  • Stadt Karlshagen
  • Telefonnummer +49 (0) 383371-25166
  • Latitude 54.123406724771
  • Longitude 13.837645053864

Jedes Jahr unterstützt die Usedomer Bäderbahn (UBB) mit ihrer „Glücksmünzenaktion“ Partner und Projekte vor Ort auf Usedom. In diesem Jahr dreht es sich bei dieser Aktion um die „Bewegungswelten – Kindersport auf Usedom“. Dafür hat sich ein junger Insulaner zur Aufgabe gemacht, Kindern und
ihren Eltern durch Spiel, Spaß und natürlich Sport den Bewegungsablauf des
eigenen Körpers etwas näher zu bringen.

 

Wer steckt hinter den „Bewegungswelten“?

Tino Stahnke ist gelernter Masseur und med. Bademeister. Zusätzlich hat er eine Ausbildung im Bereich des Kindersports absolviert. Bei seiner Arbeit in einer Kurklinik in Kölpinsee, konnte er oft beobachten, dass viele Kinder durch die eigene Phantasie und Vorstellungskraft am effektivsten motiviert werden sich zu bewegen. Daher möchte er mit den „Bewegungswelten“ die konditionellen und koordinativen Fähigkeiten der Kinder in verschiedenen Sportstunden verbessern. 

 

Wer darf teilnehmen?

Kindern im Alter von 3 bis 4 Jahren können zusammen mit Mama und Papa jede Menge Erfahrungen sammeln und zugleich das Vertrauensverhältnis stärken. Die etwas größeren Kinder, im Alter von 5 bis 6 Jahren, dürfen ohne ihre Eltern an den Kursen teilnehmen. Denn hierbei geht es darum, dass soziale Kontakte geknüpft werden, sich ungewohnten und neuen Hindernissen zu stellen und natürlich auch mehr Selbstständigkeit zu entwickeln.

 

 

Wo und Wann finden die Sportstunden statt?

Ab Februar 2020 findet der Kindersport wöchentlich, jeden Montag, in der Franka-Dietzsch-Sporthalle in Koserow statt. Die Gruppe für die 3- bis 4-Jährigen um 16:30 Uhr und die 5- bis 6-Jährigen um 17:30 Uhr.

Tino Stahnke engagiert sich ehrenamtlich für die Kinder der Insel. Er ist mit großer Begeisterung dabei, seine Kurse immer wieder zu erweitern, sich fortzubilden und sich interessante neue Dinge für die Kids einfallen zu la

ssen. Dieses Engagement unterstützt die UBB in diesem Jahr durch den Verkauf der Glücksmünzen. Diese erhalten sie in Höhe von 2,00 € in den Reisezentren der UBB, im Onlineshop der UBB und bei Tino Stahnke.

Zusätzlich bietet Tino Stahnke auch in den Sommermonaten jeden Dienstagmorgen am Aktivstrand von Koserow seine „Bewegungswelten – Kindersport auf Usedom“ an. Eine vorherige Anmeldung in der Kurverwalt

ung ist derzeit laut Corona-Verordnung dringend erforderlich (telefonisch unter 038375-20415 oder per E-Mail an Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!) Weitere aktuelle Infos finden Sie auf der Facebook-Seite von Bewegungswelten.

 

 

 

 

 

 

Jacqueline Illemann begeistert mit emotionaler Fotografie auf Usedom

Jacqueline Illemann fotografiert, seitdem sie 13 Jahre alt ist. Direkt an der Promenade von Heringsdorf kann man ihre Bilder in einer alten Waschküche bestaunen. Ihre Fotos sind emotional und spiegeln die Geschichte hinter den Motiven wider. Energie tankt die Fotografin am Strand, wo sie jeden Morgen um sechs Uhr ihren Kaffee trinkt.

Frau Illemann, wie wurde Ihre Leidenschaft für die Fotografie entfacht?

Ich habe mit ungefähr 13 Jahren die Polaroid-Kamera meiner Tante in die Finger bekommen und fand die ganz großartig. Damit habe ich sehr viel rumexperimentiert. Ich habe auch heute noch eine Polaroid und gehe damit immer noch gern am Strand fotografieren.

Wie ist es dazu gekommen, dass Sie die Fotografie zu Ihrem Beruf gemacht haben?

Privat habe ich immer fotografiert. Beruflich war ich Verwaltungsleiterin in Kassel. Dort habe ich 2010 meine erste Ausstellung mit dem Titel "So lebe ich" gehabt. Ich habe dafür Menschen zuhause besucht und fotografiert, die wir geistig behindert nennen. Zu den Bildern habe ich auch noch Texte geschrieben. Das war quasi mein Einstieg. Ich habe dann nebenberuflich für eine Fotografin gearbeitet. Und als ich dann nach Usedom gezogen bin, hat sich die Fotografie weiter gefestigt und ich habe mich 2015 selbstständig gemacht.

Was fotografieren Sie am liebsten?

Am liebsten fotografiere ich die Emotionen. Und die können sowohl in der Landschaft als auch bei den Menschen sein. Ich versuche immer das aufzunehmen, was man eigentlich nicht sehen kann. Ich versuche die Haptik der Emotionen aufzugreifen und in Bildern darzustellen. Hier auf Usedom ist es natürlich vor allem die Landschaft. Ich habe vorher aber auch ganz viel schwarz-weiß fotografiert.

Seit ich auf der Insel bin, hat sich die Farbe wieder mehr und mehr eingeschlichen. Ich sage zu meinem Mann immer, dass das Meer jeden Tag neu scheint. Hier auf Usedom sind die Farben so schön und manchmal einfach unglaublich. Dann kann ich die Bilder einfach nicht in schwarz-weiß umwandeln.

Wie würden Sie Ihren fotografischen Stil bezeichnen?

Ich arbeite emotional und künstlerisch. Und ich versuche unkonventionell zu sein. Ich habe ganz viele Requisiten und Kleider, die ich für Shootings nutze. Ich habe ja das Glück, direkt an der Promenade in Heringsdorf zu sein und nehme alles mit zum Strand, was ich gebrauchen und bewegen kann. Leitern, Tische, Stühle, manchmal bastle ich sogar eine Kulisse. Individuelles Arbeiten ist mir ganz wichtig. Und obwohl ich auch ein Studio nutzen kann, fotografiere ich zu 90 Prozent draußen, meist am Strand.

Wie kam es dazu, dass Sie Ihre Bilder in einer alten Waschküche einquartiert haben?

Ich bin 2014 gemeinsam mit meinem Mann auf die Insel gekommen, der gebürtiger Ahlbecker ist. Wir haben das Haus aus dem Baujahr 1904 übernommen und in dem Garten stand diese alte Waschküche. Soviel ich weiß, wurde hier früher wirklich die Wäsche gewaschen und hier wurden die Kinder gebadet. Als ich die Tür das erste Mal aufgemacht habe, hat die Waschküche gesagt: Hier müssen meine Bilder rein. Sie ist ganz klein und einfach, aber man hat das Gefühl, dass jeder Stein eine eigene Geschichte hat. In diesen Räumen gibt es ganz viel zu erleben.

Fotos und die Emotionen darin

Warum begeistern Sie sich so sehr für die Fotografie von Menschen?

Für mich ist die Begegnung mit den Menschen einzigartig. Man kommt sich beim Fotografieren ja auch ziemlich nahe. Und es fließen durchaus auch mal Tränen, wenn es emotional intensiv wird. Die Leute, die zu mir kommen, um sich fotografieren zu lassen, haben meist eine Geschichte mit im Gepäck. Und diese Geschichte zu erkunden, macht so viel Spaß und ist ein ganz großes Glück. Oft haben der Kunde und ich dabei eine Gänsehaut. Das ist ein ganz großartiges Erlebnis, das auch ein bisschen süchtig macht.

Sie machen nicht nur Shootings, sondern bieten auch Foto-Workshops an. Was lernen die Teilnehmer von Ihnen?

Ich vermittle erst einmal Begeisterung. Man kann sich die Fotografie nicht von heute auf morgen erarbeiten. Nicht eine gute Kamera macht das Bild. Der Koch braucht ja auch keinen guten Topf, um leckeres Essen zuzubereiten. Der kann dazu beitragen, das Essen ist aber nicht davon abhängig. Eine gute Kamera ist vielmehr Ausdrucksweise der Kreativität, weil sie viel mehr Spielräume bietet. Aber ich habe auch Teilnehmer, die mit dem Smartphone fotografieren. Mir geht es vielmehr um Achtsamkeit in der Fotografie. Bei maximal sechs Personen können wir uns genügend Zeit dafür nehmen.

Was zeichnet Ihrer Meinung nach ein gutes Foto aus?

Ein gutes Foto berührt emotional. Es lässt mich länger hinschauen und es erzählt eine Geschichte. Das zeigt aber auch, dass die Beurteilung eines Fotos individuell ist. Wichtig ist aber, dass ein gutes Foto nicht allein von der technischen Qualität abhängt. Technisch perfekte Fotos können vollkommen emotionslos sein.

Ist es in allen Fotografiefeldern möglich, emotionale Fotos zu machen? Also auch wenn ich keine Menschen, sondern zum Beispiel Landschaften oder Architektur fotografiere?

Eindeutig ja, weil die Stimmung ja auch immer unterschiedlich ist.

 

Usedom hat Fotografen sehr viel zu bieten

Was macht den Reiz von Usedom für Fotografen aus? Warum lohnt es sich, die Kamera mit ins Urlaubsgepäck zu packen?

Ich finde das Licht und die Wolken auf Usedom sind wirklich einzigartig. Es ist unglaublich, was manchmal für Lichtflecken sichtbar werden. Außerdem gibt es sehr viele wunderschöne Ecken zum Fotografieren. Nicht nur an der Küste, auch das Hinterland ist nicht zu verachten. Hier gibt es tolle Natur und unglaubliche Stimmungen, vor allem in den frühen Morgenstunden. Viele Ecken sind noch ganz ursprünglich und werden hoffentlich noch lange so bleiben.

Was ist Ihr ganz persönlicher Lieblings-Hotspot zum Fotografieren?

Ich bin natürlich gern am Strand, aber ich liebe auch die Ecken Morgenitz oder Mellenthin. Dort, wo noch die Dörflichkeit hinzukommt. Aber die Bäderarchitektur hier auf Usedom ist auch großartig. Es gibt ganz viele tolle Orte, die ich mag.

Was schätzen Sie an der Insel?

Die Nähe zum Meer ist natürlich unschlagbar. Aber ich schätze auch, dass es uns hier an nichts fehlt. Ich habe alles in fußläufiger Nähe, genieße das dörfliche Leben mit einer ziemlich guten Infrastruktur. Ich wohne direkt an der Promenade und liebe die Ruhe hier. Unsere erste Anschaffung, als wir hierher gezogen sind, war natürlich ein Strandkorb. Und wir haben uns beide versprochen, dass wir jeden Tag mindestens einmal an den Strand gehen.

Und dieses Versprechen halten Sie?

Ziemlich gut. Nicht immer, aber sehr oft. Wenn wir als Einheimische das nicht schaffen, wo wir auch noch in erster Reihe wohnen, wer soll es denn dann schaffen? Im Sommer trinken wir morgens um sechs Uhr immer den ersten Kaffee am Strand.

Und die Touristen, die in der Hauptsaison die Promenade und den Strand bevölkern, stören Sie überhaupt nicht?

Nein, gar nicht. Die Menschen sind so freundlich und angenehm. Und natürlich leben wir auf der Insel auch von den Touristen. Ich kann das Leid mancher Dauerklager hier auf der Insel nicht teilen. Für mich sind die Besucher eine Bereicherung und ich freue mich sehr über sie.

Mein Partner und ich finden es so schön hier und sind so glücklich hier, dass wir uns freuen dieses Glück mit anderen teilen zu können. Es ist einfach toll, auf Menschen zu treffen, die von Usedom so begeistert sind wie wir.

Was ist Ihr persönlicher Lieblingsplatz auf Usedom, wenn Sie vielleicht auch mal von der Fotografie entspannen wollen?

Ohne Kamera gehe ich nirgendwo hin. (lacht) Mein Lieblingsplatz ist unser Boot am Achterwasser. Das ist ein ganz kleines Motorboot für maximal sechs Personen. Und wenn wir mal rauswollen, dann machen wir damit eine Kaffeefahrt. Wir besorgen uns Kuchen, fahren aufs Achterwasser, werfen den Anker und machen eineinhalb Stunden nichts. Wir freuen und des Lebens und beobachten die schöne Natur vom Wasser aus.

Und ein weiterer Lieblingsort von mir ist übrigens das Niemeyer-Holstein-Atelier. Nicht nur das Atelier, auch der Garten ist wunderschön. Und wenn ich darüber nachdenke, kommt gleich Neppermin hinterher. Sie sehen, es gibt viele schöne Ecken auf Usedom.

Vielen Dank für das Gespräch!

Das Interview führte Herr Koprek im Auftrag der SEM SEO GmbH für usedom.de.

Urlaubs-Tipp: Wer sich für Kunst und Kultur interessiert, der wird auf Usedom garantiert fündig.

Europas längste Strandpromenade auf Usedom

Seit dem Jahr 2011 ist Usedom um eine Attraktion reicher. Usedoms Strandpromenade verbindet seither nicht nur die Kaiserbäder miteinander, sondern führt bis nach Polen. Europas längste Strandpromenade steht damit für einen wichtigen Teil der deutsch-polnischen Geschichte. Entlang der Flaniermeile erwartet den Besucher nicht nur der Strand an der Ostsee, sondern zahlreiche Sehenswürdigkeiten. Ein Strandspaziergang über die kilometerlange Promenade lädt zum Flanieren, Verweilen und zu sportlichen Aktivitäten ein. Zu Fuß, mit dem Fahrrad oder mit Inlinern lässt sich das Gebiet entlang des gut ausgebauten Fuß- und Radweges erkunden.

Die Strandpromenade führt von Swinemünde nach Bansin

Usedoms Strandpromenade verbindet die Kaiserbäder im deutschen Teil mit dem polnischen Teil der Insel. Über eine Strecke von insgesamt zwölf Kilometern führt sie von Swinemünde, polnisch Swinoujscie, durch die Kaiserbäder Ahlbeck, Heringsdorf bis nach Bansin. Sie ist damit nicht nur Europas längste Strandpromenade, sondern ermöglicht auch einen grenzüberschreitenden Spaziergang.

Die Flaniermeile ist über die gesamten zwölf Kilometer allerdings nicht mit einer einheitlich asphaltierten Strandpromenade vergleichbar, sondern am Weg zeigen sich die Unterschiede der Orte. Ein großer Teil der Promenade zählt zu Heringsdorf. Ein Weg entlang der Ostsee lädt zu Strandspaziergängen ein, zum Einkaufen oder zur Einkehr in einem der Cafés und Restaurants. Ein anderer Teil der Promenade führt zwischen Ahlbeck und Swinemünde durch ein auf den ersten Blick unscheinbares Waldstück. Doch genau dieser Teil ist einer der wichtigen, geschichtsträchtigen Teile. Denn dort verlief lange Zeit die „grüne Grenze“ und teilte Usedom.

Die Grenze früher und heute

Grenzüberschreitende Strandspaziergänge auf Usedom waren in der früheren Zeit keine Selbstverständlichkeit. Die Grenze wurde lange Zeit durch einen Zaun geschützt und bewacht. Diese Teilung wurde nach dem Zweiten Weltkrieg erwirkt und selbst mit dem Fall des Eisernen Vorhangs nicht aufgehoben. Damit war es für Besucher lange Zeit nicht möglich, einfach vom deutschen Teil der Insel hin zum polnischen Teil zu laufen. Doch genau das erscheint mittlerweile unvorstellbar. Wer in der heutigen Zeit über Usedoms Strandpromenade läuft, wird den Grenzübertritt in Ahlbeck wohl nicht bemerken. Deshalb wurde ein kleines Tor aufgestellt, dass in Form einer Klammer die Orte und damit auch die Länder miteinander verbindet. Und auch der Weg zwischen Ahlbeck und Swinemünde zeugt noch von der Geschichte. Dieser wurde nach Aufhebung der Grenzsicherung angelegt. Eigentlich ist die Strandpromenade auf Usedom nicht neu. Lediglich die Streckenteile zwischen Ahlbeck und Swinemünde wurden durch einen 3,6 Kilometer langen Weg miteinander verbunden. Damit entstand eine einzigartige, kilometerlange Flaniermeile. Das wurde jedoch erst möglich, seitdem Pass- und Grenzkontrollen mit dem Beitritt Polens zum Schengen-Abkommen im Jahre 2007 nicht mehr erforderlich waren.

Sehenswürdigkeiten entlang der Strandpromenade

Die Einigung Europas wird an Usedoms Strandpromenade sicht- und erlebbar. Auf beiden Seiten sprechen viele Gäste deutsch und polnisch gleichermaßen und entlang des Wegs wurden fast alle Schilder zweisprachig gestaltet. Zugleich wurde an der freigegebenen Grenze eine rund 400 Quadratmeter große Aussichts- und Begegnungsplattform angelegt.

Für viele Besucher zählt der Usedomer Strand sicherlich zu den Highlights der Promenade. Bei einem Spaziergang entlang der Strandpromenade gibt es jedoch viel mehr zu entdecken. Die Bäderarchitektur und die zahlreichen Bauten entlang der Flaniermeile zeugen von der langen Geschichte der Seebäder. Unter den Sehenswürdigkeiten befinden sich auch die drei Seebrücken am Usedomer Strand, berühmte Hotels und beeindruckende Villen. Während des Ausfluges auf Usedoms Strandpromenade laden zahlreiche Geschäfte zum Einkaufen sowie Cafés und Bars zum Verweilen ein. Beliebt sind auch die traditionellen Fischbuden und Restaurants, in denen nicht nur Usedomer Spezialitäten serviert werden.

Welche Aktivitäten werden entlang der Usedomer Strandpromenade geboten?

In der heutigen Zeit ist Usedoms Strandpromenade eine beliebte Flaniermeile. Sie zieht zahlreiche Besucher tagtäglich für einen Strandspaziergang an, lädt zum Entspannen auf einer der Bänke oder an Usedoms Strand ein oder auch zu sportlichen Aktivitäten. Viele Jogger, Radfahrer und andere Sportler nutzen die gut ausgebaute zwölf Kilometer lange Strecke für ihre sportlichen Aktivitäten. Die Gehwege verfügen dazu über einen integrierten Radweg und sind beleuchtet. Damit steht einem Strandspaziergang, zu Fuß oder mit dem Fahrrad, auch am Abend oder in den frühen Morgenstunden nichts im Wege. Besonders beliebt sind Strandspaziergänge entlang des Usedomer Strandes, Wanderungen entlang der Kaiserbäder und Walken - alleine oder gemeinsam mit anderen Reisenden. Auch mit dem Segway oder Inlinern wird der Weg zwischen Deutschland und Polen gerne befahren. Darüber hinaus haben sich entlang der Promenade zahlreiche Angebote für aktive Besucher angesiedelt. Dazu zählen unter anderem:

  • Trimm-Dich-Plätze
  • Spielplätze für Kinder
  • Minigolfanlagen
  • Therme mit Schwimmbad

An vielen Stellen entlang der Promenade besteht die Möglichkeit, sich Fahrräder für die ganze Familie auszuleihen.

Usedoms Strandpromenade ist einzigartig

Die Möglichkeit, von Deutschland nach Polen zu laufen und dabei einige der beeindruckenden Sehenswürdigkeiten der Kaiserbäder zu entdecken, zieht viele Besucher an. Die zwölf Kilometer lange Strandpromenade ist einzigartig und wird nicht nur für den Strandspaziergang an der Ostsee genutzt. Sie bietet ideale Bedingungen zum Flanieren, Einkaufen aber auch für sportliche Aktivitäten. Unweit der Usedomer Strandpromenade befinden sich zahlreiche weitere Attraktionen, beispielsweise das Tropenhaushaus Bansin. Damit ist Usedoms Strandpromenade ein idealer Ausgangspunkt für weitere Ausflüge, um die Insel bei einem Urlaub zu erkunden.

Dienstag, 09 Juni 2020 11:55

Holzboote selbst bauen auf Usedom

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Bootsbauerin Ursula Latus gibt auf Usedom Bootsbaukurse für Jedermann

Ursula Latus ist leidenschaftliche Bootsbaumeisterin und bietet auf Usedom seit 2006 Kurse an, in denen die Teilnehmer unter fachkundiger Anleitung ihr eigenes Holzboot bauen können.

Frau Latus, wie kamen Sie auf die Idee, auf Usedom Bootsbaukurse anzubieten?

Ich bin früher auf Großseglern mitgefahren und habe auf ihnen gearbeitet. Dabei habe ich festgestellt, dass ganz viele Leute Interesse haben, diese traditionellen Handwerke zu erlernen. Das war die Ursprungsidee, die mich zu der Bootsbauschule geführt hat. Ich wollte den Bootsbau und den Takelagebau kombinieren. Allerdings konnte ich mich leider nicht zweiteilen, so dass nur noch die Bootsbaukurse übrig geblieben sind.

Wie sind Sie zur Bootsbauerin geworden?

Ich habe von 1995 bis 1998 in Berlin eine Bootsbauausbildung gemacht. Vorher war ich Chemieingenieurin und bin über das Segeln zum Bootsbau gekommen. Nach der Ausbildung bin ich hier nach Usedom zu einer Firma gekommen, wo ich Takelagebau betrieben habe. Später habe ich dann meinen Meister gemacht und die Selbstständigkeit ergriffen.

Was man an Booten so bauen kann

Kommen wir zu den Bootsbaukursen an sich. Welche Art von Booten können die Teilnehmer bei Ihnen bauen?

Im Standardprogramm habe ich Kanus, Kajaks, Ruderboote, Stand up Paddle Boards und kleine Dingis. Es sind immer Holzboote. Im Prinzip kann man bei mir alles bauen, was man in ein paar Tagen fertigstellen kann.

Wie lange dauert es bis zum fertigen Boot?

Zwischen ein und zwei Wochen. Je nachdem, welches Boot man baut. Ich biete immer Zwei-Wochen-Blöcke an und innerhalb dieser zwei Wochen kann man dann das bauen, was man möchte.

Wie sieht ein typischer Kurs bzw. Kurstag bei Ihnen aus?

Wir haben im Prinzip eine Sechs-Tage-Woche. Von Montag bis Samstag wird gebaut, der Sonntag zwischen den beiden Wochen ist frei. Wir starten um acht Uhr und machen zwei Pausen am Tag. Gegen 17 Uhr räumen wir das Werkzeug auf und machen Feierabend. Eigentlich läuft es hier also wie in einer normalen Werft auch ab. Am ersten Tag gibt es immer ein großes Gewusel, aber nach ein paar Tagen hat sich das eingespielt.

Wie viele Teilnehmer nehmen an einem Kurs teil?

Maximal können fünf Boote gleichzeitig gebaut werden. An einem Boot arbeiten in der Regel ein bis drei Personen.

Welche Vorkenntnisse oder Materialien muss ich mitbringen?

Sie müssen nichts mitbringen. Wenn Sie zu mir kommen, dann erhalten Sie von mir Ihren Bausatz und die Anleitung für Ihr Boot. Ich erkläre alles Schritt für Schritt. Werkzeuge sind ebenfalls in fünffacher Ausführung vorhanden, so dass jedes Team sein eigenes Handwerkszeug hat und es nicht zu Wartezeiten kommt.

Die Teilnehmer müssen keine gelernten Handwerker sein. Manchmal ist es mit denen sogar komplizierter. Auch absolute Laien, die vorher noch nie eine Stichsäge in der Hand hatten, haben bei mir schon ganz tolle Boote gebaut.

Ist bei Ihnen noch jeder Workshop-Teilnehmer mit seinem eigenen Boot nach Hause gegangen oder gab es auch Personen, die vorzeitig das Handtuch geworfen haben?

Nein, aufgegeben hat noch niemand. Ab und zu ist jemand langsam und braucht länger oder kommt zur Fertigstellung nochmals wieder, aber das ist auch okay. Normalerweise ist die Zeit schon so bemessen, dass man das gut schaffen kann. Es gibt für jeden Bootstypen einen Plan, der vorgibt, was an den jeweiligen Tagen erledigt werden sollte. Aber auch wenn man mal aus dem Plan rutscht ist das keine Katastrophe, weil ich eigentlich bei jedem Boot einen Reservetag eingeplant habe.

Wie bekommen die Teilnehmer ihr Boot nach Hause?

Einfach mit dem Dachgepäckträger. Die meisten Boote wiegen nicht mehr als 25 Kilogramm und sind gut zu handeln.

Die Bootsbaukurse sind offen für jede/n

Was sind das für Leute, die bei Ihnen einen Bootsbau-Workshop buchen?

Das ist eine bunte Mischung von Handwerkern, Ärzten, IT-Fachleuten, Familien mit Kindern, etc. Ich hatte auch schon einen Bootsbaumeister, der bei mir zusammen mit seinem Sohn sein erstes Holzboot gebaut hat, weil er selbst bisher immer nur mit Kunststoff gearbeitet hat. Auch Mutter, Sohn und Großvater haben hier schon ein Drei-Generationen-Projekt gestemmt. Und ich hatte ein Pärchen da, das sich ein Boot zur Hochzeit gebaut hat. Der Kurs war ein Hochzeitsgeschenk des Mannes an seine Zukünftige. Schulklassen kommen auch ab und zu.

Wie ist die durchschnittliche Lebensdauer der Holzboote?

Unsere Boote sind keine reinen Holzboote. Etwa 95 Prozent des Bootes sind mit Glasfaser überzogen. Die Beschichtung ist sehr gut verarbeitet, so dass man sie nicht sieht. Das Boot sieht wie klar lackiert aus. Aber es hat halt eine deutlich höhere Festigkeit und Haltbarkeit. Das Holz selbst kommt im Prinzip nicht mit Wasser in Kontakt.

Wir arbeiten mit Sperrholz und Leisten, die von beiden Seiten laminiert werden. Das heißt, das Holz arbeitet auch nicht viel und man muss nicht so oft nachbearbeiten, wie man das von anderen Holzbooten kennt. Also einmal im Jahr abschleifen und frisch lackieren. Das ist bei unseren Booten nicht notwendig. Auch die müssen immer mal wieder überarbeitet werden, aber das sind Zeiträume von je nach Nutzung drei bis fünf Jahren.

Und dann die erste Tour mit dem selbstgebauten Boot...

Was empfehlen Sie Ihren Teilnehmern als erste Ausfahrt für das neu gebaute Boot?

Wenn man hier von Peenemünde aus startet, ist es eigentlich am schönsten nach Freest oder Richtung Struck zu fahren. Wenn die Leute etwas mehr Zeit haben, empfehle ich immer, die Peene zu paddeln, das ist auch sehr schön. Ich persönlich unternehme nach Feierabend auch kleine Ausflugsfahrten hier in der Umgebung.

Was schätzen Sie an Usedom?

Mir gefällt, dass wir hier in Peenemünde sehr idyllisch gelegen sind und dass die Insel in diesem Bereich noch sehr naturbelassen ist. Ich als Bayerin liebe es natürlich am Meer und am Strand zu sein. Ich arbeite, wo andere Leute Urlaub machen. Auch wenn ich selten selbst dazu komme, hier richtigen Urlaub zu machen. Aber ich kann wenigstens abends mal schnell an den Strand gehen. Wir sagen immer Instant-Urlaub dazu.

Was ist Ihr Lieblingsplatz auf Usedom?

Ich bin unheimlich gern im Hafen Krummin. Das ist ein ganz tolles Café und Restaurant am Wasser, wo man lecker essen und in der Abendsonne sitzen kann.

Vielen Dank für das Gespräch!

Das Interview führte Herr Koprek im Auftrag der SEM SEO GmbH für usedom.de.

 

Weiterführende Informationen für einen Boot-Workshop bei Ursula Latus finden Sie hier!

Urlaubs-Tipp: Lesen Sie, was Usedom an Angeboten im Bereich Wassersport und Sport noch zu bieten hat. Oder erkunden Sie die Insel auf einem alten Zeesenboot.

Fotograf Henry Böhm sucht die außergewöhnlichen Motive auf Usedom

Mit 14 Jahren kaufte er sich seine erste Kamera, seitdem hat ihn die Fotografie nie losgelassen. Vor vier Jahren machte Henry Böhm sie dann endgültig zum Beruf und eröffnete in diesem Frühling seine eigene Galerie auf Usedom. Im Interview verrät er die besten Foto-Hotspots auf der Insel und warum er auf Reisen immer einen mobilen Drucker dabei hat.

Herr Böhm, erinnern Sie sich noch an den Moment, als Sie Ihre erste Fotokamera in der Hand hielten?

Ja, ich erinnere mich. Nachdem ich zu meiner Jugendweihe die berühmten Unsummen an Geld geschenkt bekam, stellte sich für mich die Frage, ob ich mir ein Moped oder eine Kamera davon kaufe. Die Entscheidung ist dann zugunsten der Kamera ausgefallen. Ich habe mir damals mit 14 Jahren eine Praktica gekauft und bin dann ganz stolz damit zum Gothensee gewandert und habe meine ersten Bilder gemacht.

Man könnte also sagen, dass Usedom Ihr erstes Fotomotiv war?!

Genauso ist es.

Was fasziniert Sie an der Fotografie so sehr, dass Sie sie zu Ihrem Beruf gemacht haben?

Die Faszination ist der andere Blickwinkel, das in sich gekehrt sein. Denn in dem Moment, in dem man durch den Sucher der Kamera blickt, taucht man in eine andere Welt ab. Man blendet viele Sachen ringsum aus und das schärft den Blick fürs Wesentliche. Wenn man sich in die Fotografie intensiv reinkniet, dann entdeckt man viele Sachen, die man im Alltag gar nicht mehr wahrnimmt.
Mir gefällt es auch mit der Kamera allein unterwegs zu sein und damit Städte oder Natur zu entdecken. Man hat eine Beziehung zwischen sich und seiner Kamera und lässt die Umwelt auf sich wirken.
Als ich mit der Fotografie begonnen habe, gab es noch keine digitalen Fotokameras. Die Farbfotos habe ich seinerzeit zum Entwickeln eingeschickt und die Schwarz-Weiß-Bilder habe ich in Heringsdorf selbst entwickelt.
Richtig zum Beruf habe ich die Fotografie erst vor vier Jahren gemacht. Seitdem mache ich nichts anderes mehr. Vorher habe ich zum Beispiel noch ein Restaurant geführt.

Die Gretchen-Frage: Analog oder digital

Wie war der Wechsel von der analogen zur digitalen Fotografie für Sie?

Ich habe mich sehr lange gegen die digitale Fotografie gewehrt. Die analoge Fotografie ist eine ganz andere Art der Fotografie, die sich durch Entschleunigung auszeichnet. Heute wird schnell auf den Auslöser gedrückt. Speichermedium kostet nichts und ist quasi unbegrenzt vorhanden. Also wird ein Motiv zehnfach geknipst, was völliger Blödsinn ist.
Meine Devise lautet: Vorher überlegen, was man eigentlich fotografieren will. Ich mache mir also vor dem Auslösen genau Gedanken dazu, was ich rüberbringen will, welche Aussage das fertige Bild haben soll. Mit diesen Vorüberlegungen kann man die Auslöser auf zwei, drei oder vielleicht vier pro Motiv beschränken. Meine Fotos werden auch so gut wie gar nicht nachbearbeitet. Wenn man das Zusammenspiel der verschiedenen Komponenten wie Blende, Belichtungszeit und ISO kennt, hat man es nicht unbedingt nötig, seine Bilder mit Photoshop aufzuhübschen. Schließlich will ich auch die Stimmung rüberbringen, wie sie eigentlich ist.
Anfangs habe ich versucht, mit analog und digital zweigleisig zu fahren, das war aber zu aufwendig. Da ich sehr viel in der Welt unterwegs war, war es letztlich auch einfach eine Frage des Equipments, das man mit sich rumschleppt. Deshalb habe ich die analoge Kamera dann doch recht schnell in die Ecke gepackt.

Was fotografieren Sie am liebsten und warum? Menschen, Landschaften, Architektur?

Am liebsten fotografiere ich Streetart in den Städten. Fange also die unbeobachteten Momente mit meiner Kamera ein. Auf meinen Reisen fotografiere ich vorwiegend Menschen, Kulturen und alles abseits der Touristen-Hotspots. Moderne Architektur finde ich auch spannend.
Hier auf Usedom bin ich viel in der Natur unterwegs und mache abstrakte Fotografie. Gestische Bilder sind ein Steckenpferd von mir. Dafür spiele ich mit der Blende und der Belichtungszeit, so dass am Ende Verwischungen und ähnliches dabei herauskommt.

Wie würden Sie Ihren fotografischen Stil bezeichnen?

Ehrlich. Ehrliche Fotografie, ohne Bearbeitung. Ich fotografiere auch mal unschöne Ecken, die im Leben dazugehören und scheue mich nicht, auch Missstände fotografisch abzulichten. Ich möchte nicht immer nur das geschönte Foto haben.

Usedom mit seinen schönen Ecken ist ein Hotspot für Fotografen

Warum ist Usedom für Fotografen ein Mekka?

Weil man jeden Tag zur selben Uhrzeit an dieselbe Stelle gehen kann und trotzdem jedes Mal ein anderes Foto hat. Dafür sorgen die verschiedenen Wetterlagen und Lichtverhältnisse. Hier auf Usedom gibt es überhaupt ein enorm großes Lichtspektrum, das für Fotografen sehr interessant ist. Durch das Meer und das Achterwasser hat man hier oben diese enorme Weite, die man in Städten nicht hat.

Haben Sie ein paar Geheimtipps für Urlauber? Was sind dankbare Motive auf der Insel?

Auf jeden Fall der Strand. Hier kann man so viele Sachen entdecken, wenn man bewusst auf Motivsuche geht. Hier gibt es die Strandkörbe, Seebrücken, Fischerboote, Sonnenaufgänge und vieles mehr. Alles hat seinen Reiz. Aber auch das Hinterland ist für Fotografen einen Ausflug wert. Hier kann man dann auch den Sonnenuntergang fotografieren.

Heutzutage hat jeder stets eine Kamera dabei – zumindest im Smartphone. Und jeder fotografiert. Was macht in Zeiten, in denen wir ständig auf den Auslöser drücken, ein gutes Foto aus?

Ein gutes Foto erkennen Sie daran, dass Sie an ihm hängen bleiben, wenn Sie Ihre Timeline bei Facebook oder sonst wo überfliegen. Dieses Foto hat irgendetwas, was Sie fasziniert und gepackt hat. Für mich muss ein gutes Bild eine Aussage haben und etwas vermitteln. Und ich mache sehr gern die Details sichtbar, die viele Leute heute gar nicht mehr sehen.

Kann man bei Ihnen auch das Fotografieren lernen?

Ich biete Fotokurse an, in denen es mir vor allem darum geht, den Menschen die entschleunigte Fotografie beizubringen. Es geht weniger um die Technik als vielmehr um die Motivfindung. Die Teilnehmerzahl ist auf zwei, drei Personen beschränkt. So ist es auch sehr viel individueller für die Teilnehmer. Die Idee für diesen besonderen Fotokurs entstand zusammen mit dem Hotel Ostseeblick, deren Zimmer ich mit meinen Fotos ausstatten durfte.

Was war Ihr bisher außergewöhnlichstes Erlebnis beim Fotografieren?

Als wir in Indien waren und eigentlich nur ein paar Kamele in einer Straße fotografieren wollten, kamen sechs Kinder auf uns Weißnasen zugerannt und waren ganz begeistert. Irgendwann sah man im Hintergrund eine Dame in einer Basthütte stehen, die die Kinder nach Hause winkte. Aber als die schon alle wieder daheim waren, winkte sie immer noch weiter. Die meinte uns. Also sind wir hingegangen.
In der Hütte habe ich den Kindern die Bilder auf dem Display gezeigt. Ich hatte das Gefühl, dass sie sich zum ersten Mal auf diese Art und Weise gesehen haben. Das war ein total spannender Moment.
Die Menschen, die eigentlich nix hatten, waren sehr gastfreundlich zu uns. Und das bisschen das sie hatten, haben sie auch noch mit uns geteilt. Das war leider eine der indischen Familien, die kein Englisch konnten. Wir konnten nur mit Händen und Füßen kommunizieren, aber es war trotzdem ein total schöner Moment.
Ich hätte ihnen gern die Bilder zukommen lassen, aber die hatten leider weder eine Postanschrift noch eine E-Mail-Adresse. Aufgrund dieses Erlebnisses habe ich mir einen mobilen Drucker gekauft, an dem ich gleich vor Ort Bilder ausdrucken und den Leuten in die Hand drücken kann.

Was sind Ihre Pläne für die Zukunft?

Ab 9. April gibt es eine gemeinsame Fotogalerie von mir und meinem Freund und Kollegen Ralf Klinkhammer vis-à-vis der Heringsdorfer Seebrücke. Hier gibt es fast ausschließlich Usedom-Bilder in verschiedenen Stilen zu bestaunen und zu kaufen. Die komplett einsehbare Galerie ist in der Woche mindestens an drei Tagen geöffnet, im Sommer sicherlich täglich.

Und was ist Ihr ganz persönlicher Lieblingsplatz auf Usedom? Wohin gehen Sie zum Runterkommen und Entspannen?

Definitiv das Achterland, Lieper Winkel zum Beispiel. Da gibt es so viele ruhige Plätzchen, Badestellen, kleine Dörfchen. Alles abseits der Touristenmassen.

Vielen Dank für das Gespräch!

Das Interview führte Herr Koprek im Auftrag der SEM SEO GmbH für usedom.de am 12.03.2020.

 

Die Galerie von Henry Böhm und Ralf Klinkhammer befindet sich im Kurhotel zu Heringsdorf. Derzeit ist die Ausstellung von Freitag bis Sonntag sowie an Feiertagen von 11.00 bis 18.00 Uhr geöffnet. Ab Juni gelten erweitere Öffnungszeiten.

Urlaubs-Tipp: Was Usedom an Kunst und Kultur noch so zu bieten hat, das erfahren Sie hier.