Winterwonderland Usedom – so eisig ist dieser Februar auf der Sonneninsel

15.02.2021, von Marika Borowski

Der Winter hat es nicht immer leicht auf Usedom.

Normalerweise ist das Klima ziemlich mild und die Ostsee speichert lange die Wärme. Doch in diesem Jahr zeigt sich der Winter von seiner ganz stürmischen Seite und schiebt eine eisige Polarluft über das Meer.

Winterwonderland auf Usedom - unser Eiland hat sich in diesem Monat in eine faszinierende Winterinsel verzaubert. Atemberaubend schön! Zugleich macht es mich ein wenig traurig, dass unsere Usedom-Fans dieses Naturschauspiel nicht miterleben dürfen. Einige Tagestouristen haben sich zwar nicht an das Einreiseverbot gehalten, aber dazu komme ich später noch. Der Lockdown wurde wieder verlängert, bis in den März hinein. Die Zahlen gehen jedoch langsam nach unten und geben Hoffnung auf ein baldiges Wiedersehen. Usedom wartet schon sehnsüchtig auf dich! Einen konkreten Stufenplan gibt es noch nicht, aber wir geben die Hoffnung natürlich nicht auf: Usedom bereitet sich weiter vor! Nun möchte ich dir aber auf keinen Fall vorenthalten, wie traumhaft schön die Insel auch in dieser kalten Jahreszeit ist und nehme ich dich mit auf meine kleine Winterwonderland-Reise.

Winterwonderland-Reise

Schon der erste Februarmorgen startet mit einem unglaublichen Farbenspiel – der ganze Himmel leuchtet in einem hellen rosa. Was für ein Zauber! Mittlerweile werden die Tage wieder etwas länger und ich muss dementsprechend früher aufstehen. Sobald ich morgens aus dem Fenster schaue und den leuchtenden Himmel sehe, fällt mir dies gar nicht weiter schwer. Jacke, Schal, Handschuhe, Mütze, Kamera und ab zum Strand – wie ich es mittlerweile liebe! Früher hätte mich zu dieser Zeit nämlich niemand aus meinem warmen Bettchen geholt. Der eisige Ostwind pustet dann durch mein Gesicht – jetzt werde ich so richtig wach! Bei Minusgraden fällt mir das Filmen und Fotografieren zwar sehr schwer, aber ich weiß, dass ich dich mit meinen Aufnahmen sehr glücklich machen kann – auch dann, wenn die Sehnsucht immer größer wird.

Wenn der Wecker morgens klingelt, ich die Augen öffne und kleine Schneeflocken über meinem Dachfenster tanzen sehe, muss ich sofort los. Usedom hat sich über Nacht in eine traumhafte Winterinsel verzaubert. Einen Tag zuvor war ich noch bei Sonnenschein am Strand unterwegs und habe Bernsteine gesammelt. Windig war es nämlich schon die ganze Zeit und die Ostsee somit ziemlich aufgewühlt. Dann findest du im Übrigen eine Menge Bernsteine am Strandufer. Manchmal verstecken sie sich auch unter einer rauen Oberfläche. Die ganz Harten unter den Bernsteinjägern stehen natürlich mit dem Kescher im Wasser und fischen das „Gold“ direkt aus dem Meer. Das ist mir aber noch eine Nummer zu groß und auch zu kalt. Es kann auch sein, dass es gar keine Bernsteine mehr auf Usedom gibt, denn in diesem Jahr entwickelte sich das Bernsteinsammeln zu einem wahren Volkssport unter den Inselbewohnern. Fleißig gesammelt wurde natürlich schon immer, aber in diesem Jahr hatte ich das Gefühl, dass sich immer mehr Einwohner am Strand versammelten – mit Abstand versteht sich.

Gleichzeitig wurde aus der Winterinsel auch noch eine Eisinsel! Die Temperaturen fielen nun auf bis zu -8 Grad, es tobte ein eisiger Ostwind über dem Meer. Die Buhnen hatten auf einmal weiße Mützen an, an den Seebrücken hingen dicke lange Eiszapfen, die Eisschollen stapelten sich am Strandufer und ich konnte kaum noch auf die Ostsee blicken. Den ganzen Strand entlang türmte sich eine riesige Eiswand und verwandelte sich in Packeis. Wahnsinn! Das erleben auch wir Inselbewohner nicht all zu oft. Aber es hat auch seine Tücken! Die ganz Mutigen und Neugierigen klettern natürlich über die Eisschollen bis ran ans Ufer. Das sollte man tatsächlich lieber sein lassen! Die Großen machen es vor, die Kleinen nach und ehe du dich versiehst, versackst du im Schnee und im Eis. Nicht auszumalen, was alles dabei passieren kann.

Naturschauspiel auf Usedom

Ein ganz besonderes Naturspektakel bot sich auch am Bansiner Strand. Bei starkem Wind peitscht die Ostsee bis über die Seebrücke und vereist bei Minusgraden die darauf stehenden Bänke, Laternen und fast den gesamten Kopf der Brücke. Ich kam mir vor, wie in einer kleinen Eiswelt. Fehlte nur noch jemand, der Eintritt kassierte. Aus Sicherheitsgründen wurde die Brücke dann aber auch schnell gesperrt. Jede Seebrücke ließ uns Usedomer staunen. Ob in Zinnowitz, Bansin, so auch in Heringsdorf. Selten habe ich die Heringsdorfer Seebrücke so still erlebt. Wo sonst Trubel und Shoppingfreude herrscht, wirkt alles wie erstarrt und auch etwas beängstigend. Eine dicke Eissuppe schwappte bei Sonnenschein ans Ufer. Dies hatte dann wieder etwas sehr Beruhigendes. Eines Morgens wirkte die Ostsee wie erstarrt und es war unheimlich still am Strand. Unter der dünnen Eisdecke konnte ich noch das Schaukeln der Wellen erkennen. Jetzt würdest du sogar eine Stecknadel im Schnee fallen hören! Kein Wind, kein Wellenrauschen, kein Menschengeschnatter – nur Vogelgezwitscher und dazu geht auch noch die Sonne auf. Faszination pur!

Überall leuchtende Augen und lachende Kinderherzen, die in den Küstenwäldern auf Schlitten unterwegs waren. Das schöne Wetter und das grandiose Naturschauspiel lockte auch viele Besucher auf die Insel Usedom. Vollkommen verständlich, denn was ist schon gesünder als ein Strandspaziergang an der frischen Luft. Aber auch ein wenig rücksichtslos, wenn sich die Menschenmassen dicht an dicht über die Seebrücken schieben. Unser Landkreis ist leider immer noch ein Hochrisikogebiet und der Tagestourismus somit nicht erlaubt. Keiner hatte böse Absichten dabei, vielen Besucher aus dem eigenen Bundesland war es gar nicht wirklich bewusst. Bei den vielen Regeln kann man tatsächlich auch ein wenig durcheinanderkommen. Dennoch sollten wir weiterhin achtsam mit dem Coronathema umgehen, sonst müssen wir wohl noch länger auf den langersehnten Saisonstart warten.

Pass gut auf dich auf, nimm Rücksicht, informiere dich und bleib vor allem gesund!

Ahoi, sagt Marika - deine Inselbloggerin.

 

Das bin ich: Usedoms Inselbloggerin

Mein vollständiger Name ist Marika Borowski, ich bin 37 Jahre jung und komme gebürtig vom Festland aus dem Lassaner Winkel. Vom Lassaner Hafen aus hatte ich schon immer freie Sicht auf den Lieper Winkel und auf die Halbinsel Gnitz und war somit meiner Wahlheimat Usedom schon immer sehr nahe verbunden. Ich kann mich noch sehr gut daran erinnern, wie meine Eltern mit mir zum Strand nach Trassenheide oder zum Zelten auf den Gnitz gefahren sind oder wir unsere Verwandten in der Stadt Usedom besucht haben. Für mich war es immer ein tolles Ereignis, meinen Schulfreunden zu erzählen, dass ich Verwandte habe, die auf einer Insel leben. Nun lebe ich selbst bereits seit über 20 Jahren auf Usedom und darf mich schon als ein kleines Inselkind bezeichnen. Ich habe hier den Beruf zunächst zur Hotelfachfrau und anschließend zur Hotelkauffrau erlernt und diesen zu meiner Berufung gemacht. Um unseren Usedom-Besuchern viel mehr über die Insel berichten zu können, habe ich mich selbst auf Entdeckungstour begeben und halte seit gut zwei Jahren alle meine Erlebnisse und Entdeckungen auf der Insel Usedom in meinem Blog fest:

www.marikas-inselblog.de